EU-Kommission kündigt Überprüfung zentraler Naturschutz-Richtlinien für 2027 an – WWF warnt vor leichteren Abschüssen und mehr Eingriffen in Schutzgebiete – „Wild sein ist kein Verbrechen“
WWF fordert: Schluss mit Verzögerungen bei Natura 2000 in Tirol
Innsbruck, 13. Oktober 2017. „Dieses Schauspiel haben sich weder die Tirolerinnen und Tiroler noch die Natur verdient!“, meint Christoph Walder vom WWF zur neu aufgeflammten Debatte um die Natura 2000-Gebiete in Tirol. „Muss uns jetzt wirklich schon die EU sagen, wo unsere schützenswerten Gebiete liegen?“
Seit über 10 Jahren steht fest, dass Tirol zusätzliche Schutzgebiete nominieren muss, und auch, welche Lebensräume und Arten betroffen sind. Nachdem die Europäische Kommission dem Land Tirol in einem Schreiben konkret mitteilte, welche Gebiete in Tirol nach zu nominieren seien, kündigte LHStv.in Felipe medial nur an, diese Vorschläge prüfen zu wollen.
„Dabei sind etwa die Forderung nach einem Schutz der gesamten Isel inklusive ihrer Zuflüsse oder des Piz Val Gronda beileibe keine Überraschungen.“, ärgert sich Walder. „Statt selber das Heft in die Hand zu nehmen und endlich die richtigen Lebensräume fachlich korrekt auszuweisen, wird dauernd auf Verzögerung und Verschleppung des Prozesses gesetzt. Damit muss jetzt Schluss sein!“
„Die Landesregierung setzt ihre Glaubwürdigkeit aufs Spiel, wenn man Natura 2000 immer erst auf Druck aus Brüssel umsetzt, und dann nur in Minimalvarianten.“, meint Walder. Hintergrund für dieses Verhalten ist für den WWF die ablehnende Haltung einzelner Wirtschafts- und Bauernfunktionäre. Walder: „Hier zeigt sich ein ähnliches Bild wie schon beim lang versprochenen und nie umgesetzten Schutz der Tabustrecken für Gewässer in Tirol. Wir wünschen uns ein bisschen mehr Mut von Ingrid Felipe, sich für den Schutz der bedrohten und wertvollen Natur einzusetzen!“
Rückfragehinweis:
Christoph Walder, Bereichsleiter Naturschutz WWF Österreich, +43 676 9255430, christoph.walder@wwf.at
Martin Hof, Pressesprecher WWF Österreich, +43 676 83488 306, martin.hof@wwf.at
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