22 besenderte Greifvögel liefern wertvolle Daten für den Artenschutz – Erste markierte Seeadler brüten mittlerweile in drei Nachbarländern – Rund 90 Paare leben wieder in Österreich
WWF: Nationalen Klima- und Energieplan auf allen Ebenen verbessern
Wien. Die Umwelt- und Naturschutzorganisation WWF Österreich hat gemeinsam mit Klima-Fachleuten von GLOBAL 2000, Greenpeace und dem VCÖ eine aktuelle Stellungnahme zum “Entwurf des Integrierten nationalen Energie- und Klimaplans für Österreich” (NEKP) abgegeben. „Das vorgelegte Dokument ist nicht kompatibel mit den Zielen des Pariser Klimaschutzabkommens und enthält keinen Weg, wie selbst die EU-Mindestvorgaben erreicht werden können. Konkrete Vorschläge für substanzielle Maßnahmen und Instrumente fehlen“, sagt WWF-Klimaexpertin Lisa Plattner, eine Mitunterzeichnerin des am Freitag an Umweltministerin Elisabeth Köstinger versandten Schreibens. „So wie bisher geht es nicht weiter. Die Bundesregierung muss diesen völlig untauglichen Entwurf auf allen Ebenen verbessern. Dafür braucht es neben vielen konkreten Maßnahmen auch eine ernst gemeinte Öffentlichkeitsbeteiligung“, fordert Plattner.
Völlig unverständlich ist, warum wissenschaftliche Erkenntnisse nicht in den Entwurf des NEKP eingearbeitet werden. Dieser fällt in zentralen Punkten sogar hinter die zahnlose Klimastrategie „Mission2030“ zurück, konkrete Maßnahmen sind nicht erkennbar. „Das gesamte Steuer- und Abgabensystem muss klima-fit gemacht werden, aber gerade in dieser Hinsicht lässt die Bundesregierung bisher völlig aus“, kritisiert WWF-Expertin Plattner und fordert insbesondere eine ambitionierte ökologische Steuerreform sowie die Abschaffung von milliardenschweren kontraproduktiven Subventionen wie des Diesel-Privilegs. Zudem brauche es rasche Schritte für eine nachhaltige Mobilitätswende sowie eine umfassende Energiespar-Offensive mit konkreten Eckpunkten statt reinen Absichtserklärungen. „Ansonsten sind auch die Ausbauziele für 100 Prozent naturverträglichen Ökostrom bis 2030 nicht erreichbar“, warnt Plattner.
Die Unterzeichner der Stellungnahme halten fest, dass auch das neue Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz die Ansprüche an Klima- und Naturschutz besser als bisher miteinander verbinden muss, damit die Energiewende auch naturverträglich ist. „Daher braucht es hier zum Beispiel klare Kriterien für einen kombinierten Klima- und Naturverträglichkeits-Check“, konkretisiert Plattner. Auch die relevanten EU-Leitlinien zur Förderung von Erneuerbaren legen explizit auch auf die Einhaltung von Umweltschutzinstrumenten wie der Wasserrahmenrichtlinie Wert und führen insbesondere Einsparungen als Handlungsoption an. In diesem Sinne hält die Stellungnahme dezidiert fest: „Die Erreichung des Ziels 100 Prozent erneuerbare Energie im Strombereich bis 2030 erfordert parallel zum Ausbau Erneuerbarer Energien auch umfangreiche Energiespar-Offensiven, die von der Politik bisher nahezu völlig ignoriert bzw. nur punktuell umgesetzt werden.“
Rückfragehinweis
WWF Österreich
Vincent Sufiyan
Pressesprecher
Mobil: +43 676 834 88 308
E-Mail: vincent.sufiyan@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Wasserkrise in der Lobau: Eines der größten Gewässer erstmals im Frühjahr geteilt
Bekanntes Eberschüttwasser im Nationalpark durch Wassermangel in zwei Teile getrennt – WWF fordert rasche Maßnahmen gegen Austrocknung der Unteren Lobau
Wildtierkriminalität in Österreich: 310 Fälle und eine sehr hohe Dunkelziffer
Neuer Bericht zeigt dramatisches Ausmaß illegaler Verfolgung geschützter Arten – BirdLife Österreich und WWF Österreich fordern nationalen Aktionsplan
Neuer Entwurf für Isel-Schutzgebiet verfehlt EU-Vorgaben
Geplante Verordnung der Landesregierung äußerst mangelhaft – WWF fordert umfassende Sanierung statt Stückwerk – Weitere Eskalation des EU-Vertragsverletzungsverfahrens droht
WWF: Lebensmittelverschwendung kostet Haushalte im Schnitt rund 100 Euro pro Monat
Tag der Lebensmittelrettung am 26. Mai: WWF errechnet Kosten der Verschwendung für Haushalte – Mehr Aufklärung, Transparenz und verbindliche Reduktionsziele gefordert
WWF: Neuer OECD-Bericht belegt anhaltenden Reformstau
Umweltprüfbericht kritisiert fehlende Verbindlichkeit, unklare Zuständigkeiten und umweltschädliche Fehlanreize – Ausbau von Schutzgebieten und bessere Naturschutz-Finanzierung empfohlen – OECD warnt vor Bodenversiegelung und Verfehlen der Klimaziele
Good News: Laos kämpft um Rückkehr der Tiger
Die Regierung in Laos hat einen Nationalen Aktionsplan verabschiedet, durch den sich die Tigerpopulation wieder erholen soll.
INN Dialog diskutiert über Zukunft des Dreiländerfluss
Rund 100 Teilnehmende aus Wissenschaft, Praxis und Bevölkerung diskutieren über den Arten- und Naturschutz am Inn – Abschluss des grenzüberschreitenden EU-Projekt INNsieme connect
WWF: Neue Hoffnung für den Tiger – Laos startet nationalen Aktionsplan zur Rückkehr der Großkatzen
Nur mehr rund 5.500 Tiger in freier Wildbahn – Neuer Zehn-Jahres-Plan zur Aufwertung der Tiger-Lebensräume in Laos beschlossen – WWF vor Ort zur Umsetzung im Einsatz













