Seit 2020 unterstützt der WWF ein Umsiedlungsprojekt im Rajaji-Nationalpark in Nordindien. Nun streifen wieder Tiger durch das Schutzgebiet – und sogar Tigernachwuchs wurde gesichtet!
WWF: ÖBB-Kraftwerkspläne EU-widrig !

Wien, am 1. Dezember 2008 – Mit der von den ÖBB geplanten Ausweitung des Wasserkraftwerkes Spullersee im oberen Lechtal riskiert die umweltfreundliche Bahn einen massiven Imageverlust und die Republik Österreich eine EU-Klage. "Wenn schon Europaschutzgebiete wie das Tiroler Naturerbe Lech geopfert werden sollen, fragt man sich: Was ist den ÖBB noch heilig?" so WWF-Geschäftsführerin Hildegard Aichberger. Landeshauptmann Platter solle dem Projekt die naturschutzrechtliche Bewilligung verweigern, und die ÖBB weitere Pläne, die noch in der Schublade sind, offenlegen, so der WWF. Auch der Tiroler Landesumweltanwalt, sowie zahlreiche Initiativen und die Bürgermeister der Region sprechen sich gegen das Kraftwerk aus und fordern den sofortigen und eindeutigen Stopp der Ausbaupläne.
Die ÖBB-Infrastruktur Bau AG bezeichnet den Ausbau des Kraftwerks Spullersee als "gesellschaftliche Verpflichtung", um den steigenden Energiebedarf der Bahn zu decken. "Wasserkraft ja, aber nicht überall und um jeden Preis", hält WWF-Geschäftsführerin Hildegard Aichberger entgegen. Es könne nicht im Sinne des Nachhaltigkeitsgedankens der ÖBB sein, wenn für die Wasserkraftnutzung Schutzgüter von europäischer Bedeutung angegriffen werden. "Tirol hat ein sehr reiches Natur- und Kulturerbe, auf das es mit Recht stolz ist", so Aichberger. "Gerade deshalb muss es Tabuzonen geben, die unangreifbar sind – und dazu gehört der Lech als internationales Flussjuwel. Man würde ja auch nicht in Innsbruck das Goldene Dachl abräumen, nur weil die Stadt ein Budgetloch zu stopfen hat!"
Der Kraftwerksausbau Spullersee wirkt sich negativ auf die beiden Natura 2000-Gebiete Tiroler Lech und die Klostertaler Bergwälder (Vorarlberg) aus. Gemäß den EU-Naturschutzrichtlinien ist den Mitgliedsstaaten jedoch jede Verschlechterung ihrer Schutzgüter von gesamteuropäischer Bedeutung untersagt. "Was plant die ÖBB als nächstes im Namen des Klima- und Umweltschutzes?", fragt sich Aichberger vom WWF. "Vor wenigen Monaten wurden Kraftwerkspläne an der Ötztaler Ache bekannt – ein ebenfalls noch über weite Strecken naturhah erhaltenes Flussheiligtum."
Auch der Pfarrer von Steeg am Lech, Karlheinz Baumgartner, opponiert gegen den Ausbau des KW Spullersee: "Seit Jahrzehnten stemmen sich die Lechtalerinnen und Lechtaler mit aller Kraft gegen die Kraftwerksnutzung in unserem Tal", so Baumgartner. "Gemeinsam mit vielen in- und ausländischen Organisationen ist es uns gelungen, den Lech wild zu erhalten und eine internationale Auszeichnung durch ein Natura 2000-Gebiet zu bekommen. Dass der Lech alle drei bis vier Jahre wieder zum Lustobjekt von Firmen und Kraftwerksbauern wird, zeigt, dass das Lechtal noch besser geschützt werden muss!", so Baumgartner.
Grundsätzlich begrüßt der WWF die Optimierung bestehender Kraftwerke. Ein Wasserkraftausbau, dem auch noch die letzten sechs Prozent der natürlichen Flüsse unserer Heimat zum Opfer fallen, ist jedoch nicht mehr vertretbar.
Rückfragehinweis und Fotos:
Claudia Mohl, WWF-Pressesprecherin, Tel. 01/488 17 – 250.
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF-Erfolg: 15 Sambars in Thailand freigelassen
Im Salakpra Wildlife Sanctuary wurden 15 Sambarhirsche in die Freiheit entlassen. Die Rückkehr der gefährdeten Pflanzenfresser ist ein wichtiger Schritt, um das Ökosystem zu stärken.
WWF: Pottwale, Finnwale und Delfine im Mittelmeer zunehmend bedroht
Schiffsverkehr gefährdet seltene Meeressäuger im Mittelmeer – WWF fordert Tempolimits und Ausweichrouten, um Kollisionen zu verhindern und ist im Einsatz gegen Geisternetze
WWF kritisiert Ausverkauf von Tiroler Naturschätzen
Geplantes Gesetzespaket der Landesregierung weicht Naturschutz auf und begünstigt Konzerne – WWF fordert Aus für “Ablasshandel” und grundlegende Überarbeitung des Entwurfs
Entsiegeln statt versiegeln: WWF fordert Hitzeschutz-Programm
Anhaltende Verbauung und Versiegelung verschärfen Hitze – WWF fordert Entsiegelungs-Offensive, Begrünung in den Städten und Limit für den Bodenverbrauch
Hohe Lebensmittelpreise: WWF fordert Maßnahmen gegen Verschwendung
Reduktion der Verschwendung sollte in jedes Maßnahmenpaket gegen die hohe Teuerung integriert werden – Bundesregierung sollte Lebensmittelspenden erleichtern
UN-Plastik-Verhandlungen: WWF fordert Abkommen gegen tödliche Plastikflut
UN-Plastik-Verhandlungen starten – Plastikmüll als Gefahr für Mensch und Tier – WWF-Weckruf: Tödliche Plastikflut stoppen, bevor es zu spät ist.
WWF-Erfolg: Neuer Meilenstein für Kroatiens Auen
Der erste Kilometer des Bjelobrdska Altarms bei Osijek wurde erfolgreich ausgebaggert – der Auftakt für eine Flusslandschaft, die wieder lebendiger wird. Denn die Renaturierung im 5-Länder-Biosphärenpark Mur-Drau-Donau kommt sowohl dem Auwald als auch vielen Arten zugute.
WWF-Erfolg: Rekord bei Störchen, Jubiläum bei Konik-Pferden
Gleich zwei besondere Erfolge aus unserem WWF-Auenreservat Marchegg können wir derzeit feiern: Bei den Weißstörchen wurden die meisten Brutpaare seit 25 Jahren gezählt. Bereits seit 10 Jahren beweiden Konik-Pferde das Gebiet – und sorgen für einen wahren Arten-Boom.