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WWF: Österreich als Türöffner für Europas größtes Flussschutzgebiet
Wien, Nagoya, 29. 10. 2010 – Zum Abschluss der Weltartenschutzkonferenz im japanischen Nagoya und auf Einladung Österreichs, haben heute vier europäische Länder ein Abkommen unterzeichnet, das die Gründung eines grenzüberschreitenden UNESCO-Biosphärenparks "Mur-Drau-Donau" vorsieht. Österreich, Slowenien, Ungarn und Serbien haben jeweils Anteil an diesen Flüssen und legen mit der heutigen Deklaration den Grundstein für deren gemeinsamen nachhaltigen Schutz. Der WWF ist, gemeinsam mit zahlreichen Partnern wie EuroNatur, seit den 1990er Jahren für den Erhalt dieses äußerst artenreichen Wildflusssystems im Herzen Europas aktiv. „Diese gemeinsame Initiative alter, neuer und zukünftiger EU-Mitgliedsstaaten ist ein wunderbares Beispiel dafür, dass Naturschutz Grenzen überwinden und Brücken schlagen kann“, sagt WWF-Geschäftsführerin Hildegard Aichberger.
„Das Drau- System ist eine Flusslandschaft, die den Vergleich mit dem Amazonas nicht zu scheuen braucht“, erklärt Projektleiter Arno Mohl vom WWF Österreich. „Dieses einzigartige Naturparadies aus Flussbändern, Auwäldern, Altarmen und Kiesbänken zu erhalten und dort wo nötig zu revitalisieren, wird für den WWF und seiner Partner die große Herausforderung des nächsten Jahrzehnts sein.“ Mehr als 300.000 Menschen im Einzugsgebiet von Mur, Drau und Donau profitieren direkt oder indirekt vom Schutz und der nachhaltigen Entwicklung dieses Ökosystems.

Die Ministerdeklaration wurde heute von den Umweltministern Österreichs und Sloweniens, Nikolaus Berlakovich und Roko Žarnić, sowie im Namen des serbischen und ungarischen Umweltministers, dem Staatssekretär Ivica Radović sowie dem ungarischen Botschafter Ernő Bohár unterzeichnet. Der EU-Anwärter Kroatien dokumentierte bereits im September 2009 im Rahmen einer bilateralen Deklaration mit Ungarn sein großes Interesse an der Mitgestaltung des Schutzgebietes.
Das künftig unter internationalem Schutz vereinte 700 Kilometer lange Auenband soll an der steiermärkischen Grenzmur bei Spielfeld bzw. an der Drau südlich von Maribor beginnen. Nach der Einmündung der Mur in die Drau in Kroatien, erstreckt sich der Flusslandschaft entlang der Drau bis zu deren Zusammenfluss mit der Donau bei Osijek.
Die Auenlandschaft der Flüsse Mur, Drau und Donau soll ein Netzwerk aus etwa 20 bestehenden, lokalen Schutzgebieten unter einem internationalen Dach vereinen. Zusammen mit dem kroatischen Anteil, soll sich der Biosphärenpark künftig entlang von 700 Flusskilometern und auf einer Fläche von 800.000 Hektar erstrecken. Das Herzstück des Parks, die Auenlandschaften entlang der Flüsse, die als ökologisch wertvollste Kern- und Pufferzone geschützt werden soll, ist 300.000 Hektar groß. Dies entspricht der 32fachen Fläche des Nationalparks Donauauen.

„Wir sind stolz darauf, dass es das kleine Österreich ist, das am Ende des internationalen Biodiversitätsjahres 2010 vier Länder an einen Tisch bringt, um die artenreichste Naturlandschaft Europas gemeinsam zu schützen“, so die WWF-Geschäftsführerin Aichberger. „Eine der wohl größten konkreten Naturschutzerfolge am Abschluss der Biodiversitätskonferenz!“
In enger Zusammenarbeit mit dem Land Steiermark, soll zukünftig intensiv über die Eingliederung des steiermärkischen Anteils am Flusssystem in den künftigen Biosphärenpark beraten werden.
Entlang steiermärkischen Mur zwischen Spielfeld und Bad Radkersburg hat sich – als Ergebnis einer nachhaltigen Bewirtschaftung durch die ortsansässige Bevölkerung und im Schutz der Grenze – ein knapp 6.000 Hektar großes und für ganz Europa ökologisch bedeutendes Gebiet erhalten. „Das Land Steiermark hat hier im Rahmen von Natura 2000 bereits großartige Vorarbeiten für den zukünftigen Biosphärenpark geleistet“, erklärt Mohl vom WWF. „Mit der Revitalisierung von Murabschnitten wurden wertvolle Lebensräume für Eisvogel, Schwarzstorch und Fischotter geschaffen.“

Mit der Eingliederung des Natura 2000 und Landschaftsschutzgebietes an der Grenzmur könnte die Steiermark zum Tor des größten Europäischen Flussschutzgebietes werden und weltweit ersten 5-Länderschutzgebietes.
Weitere Informationen:
Claudia Mohl, Pressesprecherin WWF Österreich,
Tel. 01/ 488 17 250; email: claudia.mohl@wwf.at
Der WWF bedankt sich bei der Firma Asamer Holding AG für die Unterstützung des WWF Projektes für den Donau-Drau-Mur Biosphärenpark.
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