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WWF Österreich: Europas größtes Flussschutzgebiet in der Zielgeraden Fünf-Länder-Biosphärenpark wird um Slowenische Mur an der Grenze zur Steiermark erweitert
Wien, Graz, am 27. Juli 2018 – Große Freude herrscht dieser Tage beim WWF (World Wide Fund for Nature): Am Mittwoch, 25. Juli, hat die UNESCO in Palembang, Indonesien, auf ihrer jährlichen Konferenz 29.000 Hektar der slowenischen Murauen als Biosphärenpark anerkannt. Somit fügt sich nach Ungarn und Kroatien (2012) sowie Serbien (2017) der nächste Puzzlestein in das Naturparadies des „Amazonas Europas“ ein. Nun stehen an den drei Flüssen Mur, Drau und Donau 850.000 Hektar einzigartiger Natur- und Kulturlandschaft unter dem Schutz der UNESCO. Bald soll der Biosphärenpark fünf nationale Grenzen überschreiten: Im nächsten Schritt soll das Schutzgebiet durch die steirischen Murauen zwischen Spielfeld und Bad Radkersburg komplettiert werden.
„Die Anerkennung durch die UNESCO ist ein Meilenstein im internationalen Schutz der wertvollsten zusammenhängenden Flusslandschaft Mitteleuropas. Zugleich markiert sie den Startpunkt für eine nachhaltige Zukunftsentwicklung der Murregion, an der die Gemeinden aktiv mitwirken und von der sie auch wirtschaftlich profitieren sollen. Nein zu Naturzerstörerischen Großprojekten wie dem geplanten slowenischen Murkraftwerk bei Hrastje Mota – Ja zum Engagement der Bevölkerung für eine intakte Umwelt!“, kommentiert Arno Mohl, Programmleiter Mur-Drau-Donau beim WWF Österreich, die Entscheidung der UNESCO. Der Biosphärenpark wird von allen 13 slowenischen Gemeinden entlang der Mur sowie vom slowenischen Umweltministerium unterstützt.
Der neue Mur-Biosphärenpark in Slowenien umfasst einen rund 100 Kilometer langen Flusskorridor, der von der steirisch-slowenischen Grenzstrecke bis zur kroatisch-ungarischen Grenze verläuft und bereits als Natura 2000 – Gebiet ausgewiesen ist. Die artenreiche Flusslandschaft beherbergt Sloweniens größte Auwälder mit beträchtlichem Seeadler- und Schwarzstorchvorkommen und ist auch das wichtigste Fischgewässer des Landes: Wandernde Fischarten wie Huchen und Sterlet werden nicht von Staudämmen blockiert, sondern können über die Drau bis in die Donau schwimmen. Im Jahr 2016 hatte das slowenische Umweltministerium bei der UNESCO um Anerkennung dieses wertvollen Naturgebietes angesucht, die nun erteilt wurde.
Parallel zur schrittweisen Komplettierung, werden im künftigen Biosphärenpark bereits konkrete Projekte umgesetzt. Diese haben ein Volumen von insgesamt rund vierzehn Millionen Euro und werden von der Europäischen Union kofinanziert. So arbeiten die Schutzgebietsverwaltungen der Mur-Drau-Donauregion seit 2017 in der Initiative „coop MDD“ an gemeinsamen Zielsetzungen und grenzüberschreitenden Schutzmaßnahmen. Im Juni erfolgte der Startschuss für den „Amazon of Europe – Biketrail“. Die ersten Stationen dieses grenzüberschreitenden Fahrradwegs zwischen Spielfeld und Serbien liegen entlang der steirischen Grenzmurgemeinden. Spätestens 2021 soll es Sport- und Naturinteressierten möglich sein, Radtouren inklusive Gepäcktransport und Exkursionen zu den Natur- und Kulturschätzen der Region zu buchen. Auch Flussrevitalisierungen werden durchgeführt und dadurch neuer Lebens- und Erlebnisraum geschaffen.
Der WWF arbeitet gemeinsam mit Partnern seit vielen Jahren an der Realisierung eines 5-Länder Biosphärenparks an Mur, Drau und Donau, der sich von Spielfeld in Österreich bis nach Bačka Palanka in Serbien erstrecken soll. Bereits 2011 haben sich die Umweltminister der fünf beteiligten Staaten Österreich, Ungarn, Slowenien, Kroatien und Serbien in einer Deklaration zum gemeinsamen Biosphärenpark bekannt. Unter dem Dach der UNESCO, sollen 700 Kilometer Flussstrecken und Auwälder auf einer Fläche von insgesamt einer Million Hektar, grenzüberschreitend geschützt werden. Pläne für die Errichtung von Wasserkraftwerken oder Flussregulierungen konterkarieren allerdings immer wieder aufs Neue diese internationalen Schutzbestrebungen.
Rückfragehinweis:
Vincent Sufiyan, WWF-Pressesprecher, Tel. 0676/83 488 308, E-Mail: vincent.sufiyan@wwf.at
Magdalena Wagner, Project Manager coop-MDD, Tel. 0676/83 488 238, E-Mail: magdalena.wagner@wwf.at
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