95 Prozent der Grillfleisch-Angebote aus konventioneller Tierhaltung, nur jedes 20. Angebot ist Bio – WWF fordert verpflichtende Kennzeichnung von Herkunft und Haltung
WWF Österreich fordert Wolfsgipfel und mehr Einsatz der Politik
Wien, Brüssel. Der WWF Österreich begrüßt die klare Haltung von EU-Umweltkommissar Karmenu Vella zum Schutzstatus des Wolfs und fordert zugleich die heimische Politik zum Handeln auf. „Der Umweltkommissar hat die geltende europäische Rechtslage einmal mehr bekräftigt und warnt völlig zu Recht vor Schwarz-Weiß-Denken. Wölfe sind weder reißende Bestien noch Kuscheltiere. Daher braucht es mehr denn je rechtskonforme und ausgewogene regionale Lösungen, die bundesweit abgestimmt sind“, sagt WWF-Artenschutz-Experte Arno Aschauer. In diesem Sinne schlägt der WWF einen eigenen Wolfsgipfel vor, der die zukünftigen Schritte gemeinsam mit allen wichtigen Stakeholdern aus Politik, Jagd, Landwirtschaft und Naturschutz vorbereitet und vorantreibt. „Man muss nicht gleich nach der Büchse rufen, wenn endlich wirklich an Vorsorge-Lösungen gearbeitet und umfassend über Schadensverhinderung informiert wird“, betont Aschauer. "Vorbeugen ist besser als heilen!"
Der WWF Österreich fordert von der heimischen Politik ein rechtskonformes Wolfs-Management mit konkreten Herdenschutzprojekten sowie höheren und rascheren Entschädigungszahlungen für betroffene Landwirte, falls Schäden auftreten. Parallel dazu braucht es deutlich mehr Forschung, Information und Beratung sowie eine bessere überregionale Zusammenarbeit der Bundesländer. „Das erwartet sich auch die Mehrheit der Bevölkerung, die den Wolf kein zweites Mal ausrotten will“, verweist Aschauer auf deutlich positive repräsentative Umfragen zur Rückkehr des Wolfs nach Österreich.
Wie zuletzt auch Umweltministerin Elisabeth Köstinger gegenüber dem Parlament bekräftigt hat, gilt für Wölfe ein besonderes EU-Schutzregime, von dem nur in bestimmten gut begründeten Einzelfällen abgewichen werden dürfe. „Das enttarnt auch die populistischen Forderungen nach einem niedrigeren Schutzstatus samt Abschussquoten einmal mehr als unrealistische Scheinlösungen. Wer allein auf diese Schiene setzt, lässt die von Schäden betroffenen Landwirte allein im Regen stehen“, kritisiert Experte Aschauer.
„Auch der Bund muss sich aktiver engagieren und seine koordinierende Rolle gegenüber den Ländern stärker wahrnehmen. Denn das Thema wird nicht von selbst weggehen“, bekräftigt WWF-Experte Aschauer. Ergänzend zum geforderten Wolfsgipfel mit allen Stakeholdern brauche es daher eine ausreichend finanzierte und entscheidungsstarke Koordinationsstelle, die zum Beispiel Herdenschutzmaßnahmen gezielter und rascher unterstützt sowie erfolgreiche Projekte anderer europäischer Länder auch in Österreich umsetzt.
Rückfragehinweis:
Claudia Mohl, WWF-Pressesprecherin, Tel. 01/48817-250, E-Mail: claudia.mohl@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Neue Studie: Ökonomin Stagl warnt vor Budgetrisiken durch fehlende Klimapolitik
Analyse zeigt hohe finanzielle Risiken durch Extremwetter, fossile Preisschocks und fehlende Vorsorge – WWF fordert stärkere Berücksichtigung von Klimarisiken im Doppelbudget
WWF-Erfolg: WWF weitet Monitoring von Seeadlern aus
So viele besenderte Seeadler wie noch nie zuvor helfen dem WWF, die Rückkehr der Art zu begleiten. Die Daten liefern spannende Einblicke und zeigen, welche Schutzmaßnahmen besonders wichtig sind.
Wappentier im Aufwind: WWF weitet Seeadler-Monitoring aus
22 besenderte Greifvögel liefern wertvolle Daten für den Artenschutz – Erste markierte Seeadler brüten mittlerweile in drei Nachbarländern – Rund 90 Paare leben wieder in Österreich
Wasserkrise in der Lobau: Eines der größten Gewässer erstmals im Frühjahr geteilt
Bekanntes Eberschüttwasser im Nationalpark durch Wassermangel in zwei Teile getrennt – WWF fordert rasche Maßnahmen gegen Austrocknung der Unteren Lobau
Wildtierkriminalität in Österreich: 310 Fälle und eine sehr hohe Dunkelziffer
Neuer Bericht zeigt dramatisches Ausmaß illegaler Verfolgung geschützter Arten – BirdLife Österreich und WWF Österreich fordern nationalen Aktionsplan
Neuer Entwurf für Isel-Schutzgebiet verfehlt EU-Vorgaben
Geplante Verordnung der Landesregierung äußerst mangelhaft – WWF fordert umfassende Sanierung statt Stückwerk – Weitere Eskalation des EU-Vertragsverletzungsverfahrens droht
WWF: Lebensmittelverschwendung kostet Haushalte im Schnitt rund 100 Euro pro Monat
Tag der Lebensmittelrettung am 26. Mai: WWF errechnet Kosten der Verschwendung für Haushalte – Mehr Aufklärung, Transparenz und verbindliche Reduktionsziele gefordert
WWF: Neuer OECD-Bericht belegt anhaltenden Reformstau
Umweltprüfbericht kritisiert fehlende Verbindlichkeit, unklare Zuständigkeiten und umweltschädliche Fehlanreize – Ausbau von Schutzgebieten und bessere Naturschutz-Finanzierung empfohlen – OECD warnt vor Bodenversiegelung und Verfehlen der Klimaziele













