Erfasste Populationen seit 1970 um durchschnittlich 73 Prozent geschrumpft – Lebensraumzerstörung größte Bedrohung – Schutzmaßnahmen ermöglichen Erholung einzelner Arten + BILDER und VIDEOS
WWF Österreich: Handel sollte auf schädliche Fleischrabatte verzichten
Anlässlich der aktuellen Debatte über Preisschlachten im Handel fordert die Umweltschutzorganisation WWF Österreich eine verbindliche Regelung, um den Verkauf von Billig-Fleisch einzudämmen. „Ein Verzicht auf schädliche Rabatte würde den Druck auf die heimische Landwirtschaft verringern und angemessene Erzeugerpreise fördern. Wenn Fleisch nicht mehr zu Fantasiepreisen verschleudert wird und unsere Bauern dafür einen fairen Preis bekommen, erhalten auch alle Konsument*innen besseres Fleisch“, sagt WWF-Expertin Hannah-Heidi Schindler. Der WWF setzt sich daher für einen reduzierten und dafür qualitativ besseren Fleischkonsum ein. Auch angesichts der Klimakrise führt an dieser Veränderung unseres Ernährungsverhaltens nichts vorbei. „Bewusstseinsbildung ist auch uns wichtig, aber das Zurückdrängen von Billigfleisch darf nicht nur auf die Eigenverantworung der Konsument*innen abgewälzt werden“, sagt Schindler.
Der geforderte Verzicht auf Rabattaktionen für Billigfleisch könnte im Fairnesskatalog des Lebensmitteleinzelhandels („Standpunkt für unternehmerisches Wohlverhalten“) festgeschrieben werden. „Falls es hier weiterhin zu wenig Bewegung gibt, müssen Landwirtschafts-, Umwelt-, Gesundheits- und Wirtschaftsministerium eine abgestimmte gesetzliche Lösung erarbeiten“, betont die WWF-Expertin. „Politik und Handel sind gefordert, eine klima- und umweltfreundliche Ernährung stärker zu unterstützen. Rabatte auf Fleischprodukte sind beliebte Lockangebote im Handel. Würden diese wegfallen, könnten die Supermärkte stattdessen gesündere und klimafreundlichere Anreize setzen.“
Der WWF betont, dass bestimmte Preisnachlässe auch in anderen Bereichen gezielt unterbunden werden, um falsche Anreize zu vermeiden: So dürfen derzeit etwa Tabakwaren oder Baby-Anfangsnahrung nicht rabattiert angeboten werden. Auch für das Thema Fleisch ist eine spezifische und gut durchdachte Umsetzung notwendig: So sollten etwa Rabatte am Ende der Mindesthaltbarkeit eines Produkts von einem künftigen Verbot ausgenommen sein, um Lebensmittelverschwendung zu vermeiden.
Mehrere WWF-Analysen von Rabattaktionen haben gezeigt, dass Fleisch oft dauerhaft rabattiert weit unter seinem fairen Wert verkauft wird und damit völlig falsche Anreize im Markt gesetzt werden. „Marktschreierische Rabatte fördern den massenhaften Absatz von Billigfleisch, das oft unter schlechten ökologischen Bedingungen zu Lasten des Tierwohls hergestellt wird. Preisdumping ist gerade bei wertvollen Lebensmitteln mit einem sehr hohen Produktionsaufwand der falsche Weg“, sagt WWF-Expertin Hannah-Heidi Schindler.
Faire Preise statt schädlicher Rabatte
Der WWF Österreich hat eine eigene Petition gegen Billigfleisch und schädliche Fleischrabatte gestartet. Unterschriften sind online möglich: www.wwf.at/de/billigfleisch-stoppen/
Rückfragen und Kontakt
WWF Österreich, Mag. Volker Hollenstein, Leiter Politik & Kommunikation;
Mobil: +43664 501 31 58; E-Mail: volker.hollenstein@wwf.at
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