WWF-Informationsfreiheits-Anfrage nur lückenhaft bis gar nicht beantwortet: Landesenergiekonzern will Gefahrenberichte, Flutwellen-Szenarien und Hangrutsch-Monitoring im Kaunertal geheim halten
WWF: Österreich stellt sich gegen geplanten Donau-Oder-Elbe-Kanal
Umweltministerin Gewessler spricht sich in einem Schreiben an die EU-Kommission klar gegen das Megaprojekt der Visegrad-Staaten aus – WWF fordert Einstellung aller Planungen
Wien, Brüssel, am 21. Jänner 2021. Umweltministerin Leonore Gewessler spricht sich in einem aktuellen Brief an EU-Kommissions-Vizepräsident Frans Timmermans klar gegen den geplanten Donau-Oder-Elbe-Kanal aus. Gewessler warnt darin vor den negativen ökologischen Folgen und sieht „keine Möglichkeit einer Umsetzung oder einer österreichische Beteiligung auf österreichischem Staatsgebiet“ am Megaprojekt, für das auf EU-Ebene vor allem die Visegrad-Staaten lobbyieren. Die Naturschutzorganisation WWF Österreich begrüßt die klare Absage an das Kanal-Projekt und fordert die Einstellung aller Planungen.„Der Donau-Oder-Elbe-Kanal wäre ein großes Desaster. Derart überdimensionierte Projekte widersprechen allen Umweltzielen der EU. Sie zerstören wertvolle Lebensräume wie Auenschutzgebiete und gefährden seltene Arten“, sagt WWF-Experte Jurrien Westerhof. Der WWF plädiert für einen überparteilichen Schulterschluss aller politischen Kräfte in Österreich. „Österreich muss sich auf allen Ebenen strikt gegen dieses Wahnsinnsprojekt aussprechen – bei jeder Gelegenheit, vor allem, wenn es um etwaige europäische Finanzmittel geht. Je mehr dagegengehalten wird, desto besser“, sagt Westerhof.
Die meisten Initiativen für den Donau-Oder-Elbe gehen immer wieder von der tschechischen Politik und weiteren Visegrad-Ländern aus, während im Hintergrund die europäische Bau-Lobby für das Projekt lobbyiert. In Tschechien ist aktuell eine Machbarkeitsstudie in Arbeit. Zudem soll das milliardenschwere Projekt in den Transeuropäischen Verkehrsnetzen (TEN) verankert werden, um leichter an Finanzmittel zu kommen. „Die EU-Kommission hat bereits klargestellt, bei einer eventuellen Aufnahme in die TEN-Projektliste genau zu prüfen, ob das Vorhaben mit dem Naturschutzrecht und mit der Wasserrahmenrichtlinie vereinbar ist – beides ist unserer Meinung nach nicht der Fall“, sagt Jurrien Westerhof vom WWF Österreich.
Umweltministerin Gewessler schreibt in ihrem Brief an die EU-Kommission, dass „dringendster Handlungsbedarf gegeben sei, unsere Natur zu schützen. Ein TEN-Projekt eines Donau-Oder-Elbe-Kanals würde mit diesen Zielsetzungen in klarem Widerspruch stehen“. Vielmehr würden für das betroffene hochsensible Gebiet in Österreich bereits alternative Szenarien verfolgt. Der gute ökologische Zustand laut EU-Wasserrahmenrichtlinie soll durch Renaturierungsprojekte wie Uferrückbauten oder Altarm-Anbindungen wiederhergestellt werden.
Rückfragen und Kontakt:
Mag. Volker Hollenstein
Leitung Politik und Kommunikation WWF Österreich
E-Mail: volker.hollenstein@wwf.at
Mobil: +43 664 501 31 58
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Jahreswechsel 2026: WWF richtet Naturschutz-Appell an Landeshauptmann Mattle
26 gute Vorsätze für die Landesregierung veröffentlicht: Krisensicherheit mit natürlichen Schutzmaßnahmen erhöhen, Bodenversiegelung eindämmen, Energiewende ohne Kaunertal-Ausbau umsetzen
Artenschutz-Bilanz: WWF kürt die Gewinner und Verlierer des Tierreichs 2025
Naturzerstörung, Wilderei und Klimakrise gefährden zahllose Tierarten – WWF zieht gemischte Bilanz und fordert Naturschutz-Offensive – Lichtblicke dank erfolgreicher Artenschutz-Projekte
Illegaler Wolfs-Abschuss: WWF fordert Aktionsplan gegen Wildtierkriminalität
Im Mühlviertel getöteter Wolf war nicht zum Abschuss freigegeben – Bereits 26. Wolf heuer in Österreich ums Leben gekommen
WWF: Geplante Jagd-Verordnung in Niederösterreich ist rechtswidrig
Novelle würde rechtswidrige Wolfs-Tötungen ermöglichen – WWF fordert Überarbeitung und „zielführendes Wolfs-Management“
Kaunertal-Ausbau: WWF-Analyse enthüllt Gutachter-Kritik an Tiwag-Plänen
WWF erkämpft Akteneinsicht in Landes-Gutachten und belegt unvollständige Tiwag-Unterlagen – Sachverständige sehen offene Gefahren – WWF fordert Stopp des UVP-Verfahrens
Schlechtes Zwischenzeugnis für Österreichs Renaturierungsplan
Europaweite Analyse durch mehrere Umweltverbände: Österreich landet in der Kategorie der Länder mit geringen Fortschritten – Mehr Ambition und Budgetsicherheit für Renaturierung gefordert
Good News: Spektakuläres Comeback von Tiger Gamma in Thailand
Erfreuliche Wendung in Thailand: Der verschollen geglaubte Tiger Gamma ist wieder aufgetaucht. Seine Reise durch neu geschaffene Wildtierkorridore zeigt eindrucksvoll, wie Tiger-Schutz wirkt.
Silvester: Stressnacht für Tiere und Umwelt – WWF fordert Verbot von Böller-Verkauf
Leid für Wild- und Haustiere, Umweltverschmutzung und Gesundheitsgefahren durch Feuerwerkskörper – WWF fordert Verkaufsstopp










