77 Prozent der wertvollen Flussstrecken ohne verbindlichen Schutz vor weiterem Wasserkraftausbau – Hitze und Dürre machen Schutz und Renaturierung dringlicher – WWF legt Zeugnisse für alle neun Bundesländer vor
WWF Österreich zum Fleischskandal: Billigfleisch stoppen, klimafaire Preise schaffen
Kampfpreise gehen auf Kosten von Umwelt, Menschen und Tierwohl – WWF fordert umfassende Kennzeichnung von Fleischprodukten in Handel und Gastronomie sowie Verzicht auf schädliche Schleuderpreise

Wien, am 23. Juni 2020. Anlässlich der Affäre rund um die deutsche Großmetzgerei Tönnies ist eine Debatte um den ruinösen Preiskampf in der Fleischindustrie entbrannt. Die Umweltschutzorganisation WWF Österreich fordert anlässlich dessen ein konsequentes Vorgehen gegen Billigfleisch und die damit verbundenen Folgekosten für die Gesellschaft und die Umwelt. „Das vermeintliche Billigfleisch kommt uns alle teuer zu stehen. Kampfpreise begünstigen die Massenproduktion, die wiederum die Klimakrise und die Naturzerstörung befeuert. Daher müssen Politik und Wirtschaft jetzt konkrete Lösungen vorlegen – von einer besseren Kennzeichnung über höhere Tierwohl-Standards bis zu klimafairen Preisen“, sagt Hannah-Heidi Schindler, WWF-Expertin für Nachhaltige Ernährung. „Ausgerechnet Fleisch wird oft zu Schleuderpreisen verkauft, was aber völlig falsche Signale aussendet. Bei einem ganzen Huhn um drei Euro oder einem Kilo Schweinefleisch um etwas mehr als vier Euro ist ein umwelt- und tierfreundlicher Betrieb mit fairen Arbeitsbedingungen schwer bis unmöglich“, kritisiert Schindler.
Der WWF Österreich fordert einen Verzicht auf schädliche Fleischrabatte sowie die verpflichtende Kennzeichnung von verarbeiteten Fleischprodukten nach Herkunft und Tierwohl. „Die Konsumentinnen und Konsumenten haben das Recht darauf zu erfahren, was auf ihren Tellern landet – das gilt sowohl für den Handel, als auch für die Gastronomie und die Gemeinschaftsverpflegung“, sagt Schindler. Zudem verlangt die Umweltschutzorganisation höhere Standards bei der Produktion sowie europaweit schärfere Kontrollen, um faire Bedingungen für die dort arbeitenden Menschen zu schaffen.
In diesem Zusammenhang muss auch die bisherige EU-Agrarpolitik grundlegend reformiert werden. „Die Corona-Krise hat gezeigt, wie wichtig biologisch erzeugte Lebensmittel aus der Region sind. Daher sollten wir gerade auch im Sinne der Selbstversorgung all jene Betriebe stärken, die umwelt- und tierfreundlich arbeiten – und zwar mit der Natur, nicht gegen sie“, sagt Hannah-Heidi Schindler vom WWF Österreich.
Rückfragehinweis:
Sarah Bimingstorfer
WWF-Pressesprecherin
Tel. 0676 83488 216
E-Mail: sarah.bimingstorfern@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
UNO-Artenschutzkonferenz: WWF bewertet Ergebnis als „verpasste Chance“
Staaten bleiben bei Naturschutz-Finanzierung und Abbau umweltschädlicher Subventionen hinter notwendiger Ambition zurück – WWF fordert Konsequenzen auch in Österreich
CITES-Meeting: WWF warnt vor Tigerfarmen als Deckmantel für illegalen Wildtierhandel
Große Datenlücken erschweren Kontrolle des Handels mit Tigern – WWF fordert strengere Aufsicht und ein Ende der Zucht für den Handel mit Körperteilen – Artenschutzgremium CITES tagt in Genf
WWF und Ozeanforscherin Sylvia Earle legen Grundstein für besseren Schutz des Mittelmeers
Neue Hoffnungs-Zone für den Artenschutz im Mittelmeer – Basis für grenzüberschreitenden Schutz seltener Hai- und Rochenarten, Wale, Delfine und Meeresschildkröten – WWF fordert politische Zusagen
Weltnaturkonferenz: WWF fordert Kurskorrektur bei Milliarden-Subventionen
UNO-Konferenz vor Abschluss – Reform umweltschädlicher Subventionen stark umkämpft – Naturschutzorganisation fordert verbindlichen Finanzierungsplan
WWF zum Klimagesetz: Ohne verbindliche Pflichten droht Mogelpackung
Begutachtungsfrist endet am Freitag: Verbindliche Sektorziele und Rechtsschutz fehlen, Standortklausel ermöglicht Rückzieher – Bundesregierung und Nationalrat müssen Entwurf nachschärfen
WWF: 20 Spitzmaulnashörner zum Schutz vor Wilderern evakuiert
Nashorn-Wilderei in Südafrika bedroht Arterhalt – Umsiedlung von Tieren nach Botswana zum Aufbau neuer Populationen – WWF vor Ort im Einsatz gegen illegale Jagd und Handel mit Nashorn-Horn
Weltnaturkonferenz: WWF warnt vor Scheitern zentraler Verhandlungen
Zum Start des Ministersegments stocken Verhandlungen über Naturschutz-Finanzierung – WWF fordert verbindliche Finanzierungszusagen und Abbau umweltschädlicher Subventionen
WWF: Über 1,25 Millionen Stimmen gegen Abbau des EU-Naturschutzes
Umwelt-Allianz übergibt Petition heute an EU-Umweltkommissarin Roswall – WWF fordert Erhalt zentraler Schutzgesetze und klare Position der Bundesregierung









