In Namibia wurden 2025 so wenige Nashörner gewildert wie seit mehr als 10 Jahren nicht mehr. Der Rückgang um 53% zeigt, dass konsequenter Artenschutz wirkt.
WWF: Portugal investiert groß in Renaturierung, Österreich soll nachziehen
Anlässlich des Anfang Juni präsentierten Renaturierungsplans von Portugal fordert der WWF einen raschen und ausreichend finanzierten Wiederherstellungsplan für Österreich. Die portugiesische Regierung will bis 2030 durchschnittlich 500 Millionen Euro pro Jahr in die Wiederherstellung der Natur investieren. Das entspricht rund 0,16 Prozent des dortigen Bruttoinlandsprodukts. Auf Österreich übertragen wären das laut WWF umgerechnet rund 840 Millionen Euro jährlich. „Portugal zeigt, wie ein ambitionierter Wiederherstellungsplan aussehen kann. Wenn ein wirtschaftlich schwächeres EU-Land 500 Millionen Euro pro Jahr für die Wiederherstellung der Natur einplant, sollte Österreich mindestens denselben Ehrgeiz zeigen“, sagt WWF-Experte Joschka Brangs.
Der Begutachtungsentwurf Portugals umfasst 407 Maßnahmen und einen klaren Finanzierungsrahmen. Hingegen gibt es in Österreich bis heute keinen Gesamtentwurf, nur für den Bereich der Flüsse wurden bisher Inhalte veröffentlicht.
Der WWF fordert daher Umweltminister Norbert Totschnig und die Bundesländer auf, den gesamten Entwurf des Wiederherstellungsplans samt Finanzierung rasch vorzulegen und öffentlich zu diskutieren. „Es ist ein großes Versäumnis von Bund und Ländern, dass der gesamte Entwurf weniger als drei Monate vor der Abgabefrist noch nicht mit der breiten Öffentlichkeit und allen potenziell Betroffenen diskutiert worden ist. Das muss sich dringend ändern“, sagt Brangs.
Die Mitgliedstaaten müssen ihre Wiederherstellungspläne laut EU-Verordnung bis spätestens 1. September 2026 bei der EU-Kommission vorlegen. Aus Sicht des WWF geht es dabei nicht nur um die Erfüllung europäischer Vorgaben, sondern auch um konkrete, langfristig planbare Investitionen in die Klima- und Wassersicherheit. „Renaturierung ist Vorsorge gegen Trockenheit, Hochwasser und Hitze. Wiederhergestellte Flüsse, intakte Moore und entsiegelte Böden stärken die Sicherheit und Lebensqualität von morgen“, sagt WWF-Experte Joschka Brangs.
Hintergrund-Informationen zum Plan Portugals
Die portugiesische Regierung hat Anfang Juni 2026 ihren nationalen Wiederherstellungsplan (Plano Nacional de Restauro da Natureza) vorgestellt. Der Entwurf umfasst laut einem Bericht der portugiesischen Nachrichtenagentur Lusa 407 Maßnahmen für terrestrische, marine, landwirtschaftliche, forstwirtschaftliche und städtische Ökosysteme, Flüsse und Bestäuber. Die Umsetzung erfordert laut Regierung bis 2030 durchschnittlich 500 Millionen Euro pro Jahr. Nach der derzeit laufenden einmonatigen öffentlichen Konsultation soll die endgültige Fassung bis Ende August 2026 vorliegen.
Mit einem nominellen Bruttoinlandsprodukt von 306,8 Milliarden Euro liegt die Wirtschaftskraft Portugals deutlich unter jener von Österreich mit rund 512,8 Milliarden Euro (Eurostat 2025).
News
Aktuelle Beiträge
Tag des Tigers: WWF ortet Licht und Schatten beim Schutz der bedrohten Großkatzen
Nur mehr 5.500 wilde Tiger weltweit – Wilderei und illegaler Handel weitgehend ungestraft – Verlagerung von Handel mit Tiger-Präparaten ins Internet – Neue Schätzungen aus Nepal und China geben Hoffnung
WWF: Europas Meere in dramatischem Zustand – EU muss endlich handeln
Bericht zeigt alarmierende Entwicklung: Artensterben, Klimakrise und Verschmutzung setzen europäischen Meeren massiv zu – WWF fordert verbindlichen Meeresschutz im EU Ocean Act
Wasserkrise und Tiersterben: WWF fordert Krisengipfel zur Rettung der Unteren Lobau
Bürgermeister, Umweltstadträtin und Umweltminister sollen Sofortmaßnahmen gegen die Wasserkrise vereinbaren – Weiteres Zuschauen wäre völlig verantwortungslos
Tiefsee in Gefahr: Staaten entscheiden über Moratorium für Rohstoffabbau am Meeresgrund
Vollversammlung der internationalen Meeresbodenbehörde startet am Montag in Jamaika – Massiver Druck könnte Moratorium gefährden – WWF fordert das Verhindern einer Umweltkatastrophe
Vorarlberg – WWF kritisiert geplante Bibertötungen scharf
Neue Verordnung soll Tötung von bis zu 32 Tieren jährlich ermöglichen – Naturschutzorganisation fordert Vorrang für Prävention und unabhängige Einzelfallprüfung
Amazonas: Neue Studie warnt vor 1,4 Millionen Hektar zusätzlicher Entwaldung
Science-Studie untersucht Folgen des Rückzugs großer Sojahändler aus freiwilligem Soja-Moratorium – WWF-Umrechnung: Prognostizierte Rodungsfläche entspricht rund 34-mal Wien – Entwaldungsfreie Lieferketten gefordert
WWF startet Biodiversitäts-Training für Lehrlinge
Neues Weiterbildungsangebot verbindet Naturerlebnis, Artenschutz und Wirtschaft – Pilotphase mit Wien Energie und Caritas Wien im WWF-Auenreservat Marchegg in Niederösterreich
WWF startet erstmals Wahl zu Österreichs Fluss des Jahres
Online-Voting über neun Flüsse aus allen Bundesländern bis 1. September – Fachleute wählten Kandidaten nach Artenvielfalt, Gefährdung und Schutzbedarf aus










