Tiere wie die grüne Meeresschildkröte, die Schneeeule und der Große Hammerhai werden zukünftig besser geschützt. Die Entscheidung fiel auf der UN-Konferenz zum Schutz wandernder Tierarten.
WWF-Report: Heimtückische Schlingfallen bedrohen letzte Tiger
Weit über 12 Millionen illegale Fallen fegen Südostasiens Wälder leer – Letzte Tiger und bedrohte Arten in Gefahr – WWF fordert Bekämpfung des Wildtierhandels und Schließung von Märkten – Fallenjagd ist Gesundheitsrisiko für Menschen
Wien, 23.07.2020 – Ein aktueller Report der Naturschutzorganisation WWF warnt vor dem drastischen Artenschwund durch die illegale Jagd mit Schlingfallen in Südostasien. Geschätzte 12 Millionen Stück der heimtückischen Drahtfallen liegen alleine in den Wäldern von Laos, Vietnam und Kambodscha. Die Wilderei-Methode ist maßgeblich dafür verantwortlich, dass Tiger in diesen Ländern bereits als ausgerottet gelten. Weil die Zahl der Schlingfallen in ganz Südostasien um ein Vielfaches höher ist, sind nun die letzten Tiger in den übrigen Ländern in Gefahr. „Schlingfallen fegen Südostasiens Wälder förmlich leer. Sie drängen Tiger an den Rand des Aussterbens und kosten Millionen von Wildtieren das Leben – darunter gefährdete Asiatische Elefanten und Sumatra Nashörner. Das destabilisiert ganze Ökosysteme“, warnt Georg Scattolin, Artenschutzexperte des WWF Österreich.
Die Fallenjagd erfolgt hauptsächlich für den Handel mit Wildtieren, befeuert durch den Konsum von Wildfleisch. Daher fordert der WWF die konsequente Bekämpfung des Wildtierhandels und die Schließung von Wildtiermärkten. „Außerdem muss die Wildfleisch-Nachfrage durch Bewusstseinsbildung in der Mittel- und Oberschicht zum Erliegen gebracht werden. Die ländliche Bevölkerung wiederum braucht alternative Einnahmequellen, um nicht durch Wilderei das Familieneinkommen sichern zu müssen. Hier muss Europas Entwicklungszusammenarbeit ansetzen“, sagt Scattolin.
Der WWF warnt auch vor den gesundheitlichen Gefahren der Schlingfallenjagd. Über viele Wege erhöht sie das Risiko von Krankheitsübertragungen auf den Menschen und macht dadurch künftige Epidemien wahrscheinlicher. Der enge Kontakt mit Tieren kann Infektionen direkt auf Jäger*innen übertragen. Gelangen Tiere auf Märkte, kommen sie mit anderen Wildtieren in Berührung und können auch diese anstecken. Wieder andere Menschen bringen das Tier in Restaurants oder schlachten es für den Verzehr. „Die Fallen zielen etwa auf Wildschweine, Schleichkatzen und Schuppentiere ab. Arten, die als potentielle Krankheitsüberträger auf den Menschen identifiziert wurden. Es ist also auch von höchstem gesundheitlichen Interesse, Schlingfallen den Garaus zu machen“, erklärt WWF-Experte Scattolin.
Download des WWF-Reports ‚Southeast Asia’s Snaring Crisis‘: https://cutt.ly/DaZNNvK
Rückfragehinweis:
Mag. Florian Kozák
Pressesprecher WWF Österreich
florian.kozak@wwf.at
+43 676 83 488 276
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF an Bundesregierung: Verzicht auf Energiesparen verschärft Energiekrise
Anhaltendes Verweigern wirksamer Energiespar-Maßnahmen und Kampagnen erhöht Risiko von Versorgungsengpässen – Umdenken der Politik gefordert
Neue WWF-Umfrage zeigt große Unterstützung für Renaturierung in Österreich
76 Prozent halten Renaturierungsmaßnahmen für wichtig – Mehrheit fordert Kanzler-Einsatz für Finanzierung und Abbau umweltschädlicher Subventionen
Bauarbeiten für Lobau-Autobahn gestartet – WWF kritisiert sündteuren Irrweg
Umweltrisiken und Milliardenkosten sprechen eindeutig gegen neue S1-Autobahn – WWF fordert Ausbau des öffentlichen Verkehrs und flächensparende Raumplanung
Drama um Buckelwal „Timmy“: WWF warnt vor steigenden Gefahren für Wale weltweit
Wachsender Unterwasserlärm, Schiffsverkehr und Folgen der Klimakrise bringen Wale weltweit unter Druck – WWF fordert verstärkten Schutz, um Risiko für Strandungen zu reduzieren
WWF und VCÖ: Rund 17.000 Hasen jährlich Opfer des Straßenverkehrs
Straßennetz wird zur tödlichen Falle – Zerschneidung der Lebensräume nimmt zu – WWF und VCÖ fordern Stopp der Naturzerstörung
WWF-Erfolg: Comeback der Spitzmaulnashörner in Südafrika
Hoffnung für eine stark bedrohte Art: Durch Schutzmaßnahmen leben wieder 6.487 Spitzmaulnashörner in Südafrika. Vor allem Lebensraumverlust und Wilderei sind eine große Gefahr.
WWF: Neues Gesetz bedroht Österreichs letzte intakte Flüsse
Naturschutzorganisation warnt vor „Freibrief für Flussverbauung“ durch EABG – Geplantes Aufweichen des Gewässerschutzes geht weit über EU-Vorgaben hinaus – WWF fordert deutliche Verbesserungen
20 Jahre WWF Earth Hour: Licht aus gegen Energieverschwendung
Jubiläum für eine der größten Klima- und Naturschutz-Aktionen – Berühmte Wahrzeichen, Städte und Gemeinden machen mit – Bundespräsident Van der Bellen unterstützt Aktion in Österreich










