95 Prozent der Grillfleisch-Angebote aus konventioneller Tierhaltung, nur jedes 20. Angebot ist Bio – WWF fordert verpflichtende Kennzeichnung von Herkunft und Haltung
WWF: Richtiges Verhalten bei einer Begegnung mit einem Braunbären
Wien, am 26. September 2014
Unser Video zeigt Tipps für das richtige Verhalten bei der Begegnung mit einem Braunbären: Hier klicken!
Bären sind scheu und gehen Menschen normalerweise früh aus dem Weg. Sehr selten kommt es in freier Wildbahn zu Kontakten, wie aktuell im Salzburger Lungau, wo dem Vernehmen nach ein Landwirt im Zuge einer Bärenbegegnung auf einer Alm leicht verletzt wurde. „Wenn die Schilderungen stimmen, hat sich der Mann vollkommen richtig verhalten und sich langsam und ruhig zurückgezogen, woraufhin der Bär rasch das Interesse an ihm verlor“, erklärt Christian Pichler, Bärenexperte des WWF Österreich. Derzeit leben nach Schätzungen etwa fünf bis acht Bären im Grenzgebiet von Österreich zu Italien beziehungsweise Slowenien. Auch der Braunbär im Salzburger Lungau könnte aus der Slowenischen Population stammen, wie Bärenanwalt Georg Rauer erklärte.
Der Braunbär war in Österreich und in weiten Teilen Europas lange Zeit ausgerottet. Nach der selbstständigen Zuwanderung des so genannten „Ötscherbären“ von Slowenien nach Österreich im Jahr 1972, gründete der WWF Österreich 1989 ein Bestandstützungsprojekt. In den folgenden vier Jahren wurden drei Braunbären ausgewildert. Zusammen mit dem Nachwuchs konnten in den Nördlichen Kalkalpen in Niederösterreich, Oberösterreich, der Steiermark und Salzburg in der Folge insgesamt 35 Bären nachgewiesen werden. Am meisten Bären gleichzeitig gab es 1999 mit zwölf Individuen. Insgesamt wurden 31 Braunbären in Österreich geboren. Dennoch verschwanden insgesamt 22 der hierzulande geborenen Tiere auf ungeklärte Art und Weise. Seit 2011 ist die heimische Population erloschen; der Österreichische Braunbär also zum zweiten Mal ausgestorben.
Selbst in Zeiten, als in Österreich gleichzeitig mehrere Bären gelebt haben, ist es in keinem einzigen Fall zu einem gefährlichen Bärenangriff mit Verletzungen eines Menschen gekommen. Wenn allerdings Bären bewusst oder unbewusst gefüttert werden, verlieren sie ihre natürliche Scheu vor dem Menschen und können dadurch regelrecht zu „Problembären“ gemacht werden.
Für den – äußerst seltenen – Fall einer Begegnung mit einem Bären, ist Ruhe zu bewahren das oberste Gebot. Bären werden in den meisten Fällen den Menschen zuerst bemerken als umgekehrt, und sich von selbst zurückziehen.
Drohgebärden oder Versuche, das Tier zu verscheuchen, könnten vom Bären allerdings als Bedrohung empfunden werden und sind deshalb fehl am Platz. Auf Handyfotos sollte zur eigenen Sicherheit unbedingt verzichtet werden. Verhaltenstipps für den Umgang mit Bären und anderen Wildtieren sowie eine Broschüre des WWF und der Österreichischen Bundesforste stehen auf der Homepage des WWF unter www.wwf.at/baeren-begegnung zum Download zur Verfügung.
Wie im Österreichischen Bären-Managementplan – einem Leitfaden für den Umgang und gesetzliche Regelungen mit Bären und anderen Wildtieren – festgelegt, fungieren Bärenanwälte als unabhängige Vermittler zwischen Mensch und Bär. Für jedes Bundesland, in dem Braunbären auftauchen können, gibt es jeweils einen Bärenbeauftragten. Auch im aktuellen Fall war Georg Rauer als erster Ansprechpartner rasch vor Ort um mit den Betroffenen zu sprechen, Hinweise zu sammeln und zu überprüfen, bzw. die Bevölkerung und die Medien über die aktuelle Situation zu informieren.
Rückfragehinweis:
Claudia Mohl, WWF-Pressesprecherin, Tel. 01/488-17 250, E-Mail: claudia.mohl@wwf.at
Christian Pichler, WWF-Bärenexperte, Tel. 01/488 17-279, E-Mail: christian.pichler@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Neue Studie: Ökonomin Stagl warnt vor Budgetrisiken durch fehlende Klimapolitik
Analyse zeigt hohe finanzielle Risiken durch Extremwetter, fossile Preisschocks und fehlende Vorsorge – WWF fordert stärkere Berücksichtigung von Klimarisiken im Doppelbudget
WWF-Erfolg: WWF weitet Monitoring von Seeadlern aus
So viele besenderte Seeadler wie noch nie zuvor helfen dem WWF, die Rückkehr der Art zu begleiten. Die Daten liefern spannende Einblicke und zeigen, welche Schutzmaßnahmen besonders wichtig sind.
Wappentier im Aufwind: WWF weitet Seeadler-Monitoring aus
22 besenderte Greifvögel liefern wertvolle Daten für den Artenschutz – Erste markierte Seeadler brüten mittlerweile in drei Nachbarländern – Rund 90 Paare leben wieder in Österreich
Wasserkrise in der Lobau: Eines der größten Gewässer erstmals im Frühjahr geteilt
Bekanntes Eberschüttwasser im Nationalpark durch Wassermangel in zwei Teile getrennt – WWF fordert rasche Maßnahmen gegen Austrocknung der Unteren Lobau
Wildtierkriminalität in Österreich: 310 Fälle und eine sehr hohe Dunkelziffer
Neuer Bericht zeigt dramatisches Ausmaß illegaler Verfolgung geschützter Arten – BirdLife Österreich und WWF Österreich fordern nationalen Aktionsplan
Neuer Entwurf für Isel-Schutzgebiet verfehlt EU-Vorgaben
Geplante Verordnung der Landesregierung äußerst mangelhaft – WWF fordert umfassende Sanierung statt Stückwerk – Weitere Eskalation des EU-Vertragsverletzungsverfahrens droht
WWF: Lebensmittelverschwendung kostet Haushalte im Schnitt rund 100 Euro pro Monat
Tag der Lebensmittelrettung am 26. Mai: WWF errechnet Kosten der Verschwendung für Haushalte – Mehr Aufklärung, Transparenz und verbindliche Reduktionsziele gefordert
WWF: Neuer OECD-Bericht belegt anhaltenden Reformstau
Umweltprüfbericht kritisiert fehlende Verbindlichkeit, unklare Zuständigkeiten und umweltschädliche Fehlanreize – Ausbau von Schutzgebieten und bessere Naturschutz-Finanzierung empfohlen – OECD warnt vor Bodenversiegelung und Verfehlen der Klimaziele










