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WWF: Salzburger Wolf-Aktionsplan geht in die richtige Richtung
Salzburg, am 18. Mai 2018 – Der WWF Österreich begrüßt das stärkere Engagement des Landes Salzburg und sieht im heute vorgelegten Aktionsprogramm erste Schritte in Richtung eines professionellen Wolfs-Managements. „Endlich werden einige unserer Vorschläge aufgegriffen. Die Politik muss konkrete Herdenschutzprojekte forcieren anstatt diese von vornherein schlechtzureden. Parallel dazu braucht es höhere Entschädigungszahlungen für betroffene Landwirte, falls Schäden auftreten. Weiters müssen Forschung, Information und Beratung ausgebaut werden, damit sich die Landwirtschaft möglichst gut für die Rückkehr des Wolfs aufstellen kann“, sagt WWF-Wolfsexperte Christian Pichler.
Auch andere Bundesländer wie Kärnten und die Steiermark sollten sich das Salzburger Beispiel genau anschauen und die richtigen Schlüsse ziehen. „Mit mehr Herdenschutz und Aufklärung ist Salzburg in die richtige Richtung unterwegs. Entscheidend ist jetzt aber die tatsächliche Umsetzung in der Praxis“, betont Pichler, der den Verantwortlichen dafür weiterhin das Know-how des WWF anbietet und auf einen guten Austausch mit dem neuen Wolfsbeauftragten Hubert Stock setzt. „Das bisherige Schwarz-Weiß-Denken mancher Interessensvertreter muss aufhören. Denn der Wolf ist weder eine reißende Bestie noch ein Kuscheltier“, bekräftigt Pichler die WWF-Position.
„Es ist im absoluten Interesse der heimischen Bauern, dass bewährte Lösungen erprobt und ausgebaut werden. In Frankreich, der Schweiz und Italien gibt es seit Jahren funktionierende Herdenschutz-Maßnahmen, wie eine Kombination von Elektrozäunen mit Schutzhunden und Hirten, um die Schäden an Nutztieren möglichst gering zu halten. Daran sollte sich auch Österreich orientieren, wo Herdenschutz bisher entweder gar nicht oder nur auf Sparflamme stattgefunden hat“, sagt Pichler.
Weiterhin kritisch sieht Pichler das ständige Schlechtreden der EU-Naturschutz-Vorgaben, bevor die notwendig Maßnahmen vernünftig gestartet worden sind. „Jetzt muss die Umsetzung von Herdenschutz im Vordergrund stehen. Sowohl EU-Umweltkommissar Karmenu Vella als auch Umweltministerin Elisabeth Köstinger haben gerade erst bekräftigt, dass für Wölfe ein besonderer Schutz gilt, von dem nur in bestimmten gut begründeten Einzelfällen abgewichen werden darf. Daher muss auch der Umgang mit ‚Problemwölfen‘ rechtlich und naturschutzfachlich korrekt ablaufen“, mahnt Pichler mit Blick auf das Salzburger Programm.
Darüber hinaus ist entscheidend, dass die notwendigen Schritte auch bundesländerübergreifend abgestimmt werden. Daher schlägt der WWF einen eigenen Wolfsgipfel auf Bundesebene vor, der die zukünftigen Schritte gemeinsam mit allen wichtigen Stakeholdern aus Politik, Jagd, Landwirtschaft und Naturschutz vorbereitet und vorantreibt. „Die aktuelle Situation in Salzburg verdeutlicht die Notwendigkeit eines gemeinsamen und gut abgestimmten Vorgehens“, sagt WWF-Experte Pichler.
Rückfragehinweis: Claudia Mohl, WWF-Pressesprecherin, Tel. 01/48817-250, E-Mail: claudia.mohl@wwf.at
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