22 besenderte Greifvögel liefern wertvolle Daten für den Artenschutz – Erste markierte Seeadler brüten mittlerweile in drei Nachbarländern – Rund 90 Paare leben wieder in Österreich
WWF startet Initiative für das Grüne Herz Europas
Wien/Salamanca, 7. 10. 2013 – Der WWF startete auf der derzeit laufenden Wildniskonferenz „Wild 10“ im spanischen Salamanca eine neue Initiative um die Artenvielfalt in zwölf Ländern Mittel- und Osteuropas zu retten. Die Initiative mit dem Namen „Das Grüne Herz Europas“ will die fünf Naturschätze in dieser Region bewahren – Wälder, Flüsse, die Wildnis, die großen Beutegreifer wie Bären, Luchse und Wölfe sowie den Donaustör. Teil dieser Initiative sind neben dem österreichischen WWF-Büro auch das WWF Donau-Karpaten-Programm mit Sitz in Wien sowie das WWF Mittelmeerprogramm mit Sitz in Rom. „Das ‚Grüne Herz Europas‘ reicht vom Donaudelta über die Karpatenregion bis zu den alpinen Tälern Tirols und umfasst viele der schönsten Naturschätze des Kontinents“, so Andreas Beckmann, Leiter des WWF Donau-Karpaten-Programms.
Die neue WWF-Initiative umfasst das größte Gebiet der ältesten Wälder Europas außerhalb von Skandinavien und Russland. Dazu gehören auch die beeindruckendsten Wildnisregionen außerhalb Russlands, in denen zwei Drittel aller europäischen Bären, Luchse und Wölfe heimisch sind. Teil des Grünen Herzen Europas sind auch die noch intakten Flüsse und Feuchtgebiete an der unteren Donau und der 700 Kilometer lange Mur-Drau-Donau-Korridor zwischen der steirischen Grenzmur und der Mündung von Donau und Drau an der kroatisch-serbischen Grenze. Dort leben die bis zu sieben Meter langen Beluga-Störe (Hausen). Sie überlebten seit der Zeit der Dinosaurier und sind heute durch den Menschen vom Aussterben bedroht. „Die gesamte Region in Mittel- und Osteuropa hängt von diesen Naturschätzen ab. Dieser Naturreichtum bietet von Trinkwasser über Holz und Fischfang bis zur Regulierung des Klimas in Europa eine grüne Infrastruktur, die für unser Leben und unsere Gesundheit sehr wichtig ist“, erklärt Beckmann.
Der WWF warnt vor der Zerstörung dieser wertvollen natürlichen Ressourcen in den nächsten Jahren. Eine mangelhaft geplante Infrastruktur führt immer mehr zum Verlust von Wäldern und Wildnisgebieten und zur Zersiedelung der Landschaft. Die uralten Wälder im Grünen Herzen Europas sind durch illegale oder nicht nachhaltige Holzfällerei bedroht. Auch der Straßenbau, neue Skiresorts, landwirtschaftliche Flächen und große Teile der Infrastruktur nach dem Ende des Eisernen Vorhangs werden oft planlos und teilweise illegal durchgesetzt. Besonders kritisiert der WWF die unzähligen kleineren Wasserkraftwerke und Windturbinen, die nur einen minimalen Effekt für das erneuerbare Energieangebot haben, aber natürliche Flüsse, Bäche und wertvolle Naturgebiete zerstören.
„Wir brauchen eine ganzheitliche Planung für die Gesamtregion die die Förderung von erneuerbaren Energien mit einem umfassenden Naturschutzkonzept vereint“, so Beckmann. „Wir haben bereits die entsprechende EU-Gesetzgebung in Form der Wasserrahmen- und der Holzrichtlinie, regionale Schutzrahmen und die Donau- und Karpatenkonventionen. Auch fehlt es nicht an den Zugeständnissen der Regierungen um diese beeindruckenden Wälder und die Artenvielfalt in der Region zu retten. Die regionalen Entwicklungspläne innerhalb der EU, die EU-Donau-Strategie, Zertifikate wie das Holzgütesiegel FSC (Forest Stewardship Council) oder Dienstleistungen des Ökosystems und starke Partner im privaten und im Non-Profit-Sektor geben uns Hoffnung. Der WWF wird dafür kämpfen, dass alle diese Instrumente zusammengebracht und implementiert werden“, so Beckmann abschließend.
Rückfragehinweis:
MMag. Franko Petri, Pressesprecher WWF, Tel. 01-48817-231 , Email: franko.petri@wwf.at, www.wwf.at/presse.
Link zur Wildniskonferenz: www.wild10.org. Interviews mit deutschsprachigen WWF-Experten sind telefonisch direkt von der Konferenz auf Anfrage möglich.
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Wasserkrise in der Lobau: Eines der größten Gewässer erstmals im Frühjahr geteilt
Bekanntes Eberschüttwasser im Nationalpark durch Wassermangel in zwei Teile getrennt – WWF fordert rasche Maßnahmen gegen Austrocknung der Unteren Lobau
Wildtierkriminalität in Österreich: 310 Fälle und eine sehr hohe Dunkelziffer
Neuer Bericht zeigt dramatisches Ausmaß illegaler Verfolgung geschützter Arten – BirdLife Österreich und WWF Österreich fordern nationalen Aktionsplan
Neuer Entwurf für Isel-Schutzgebiet verfehlt EU-Vorgaben
Geplante Verordnung der Landesregierung äußerst mangelhaft – WWF fordert umfassende Sanierung statt Stückwerk – Weitere Eskalation des EU-Vertragsverletzungsverfahrens droht
WWF: Lebensmittelverschwendung kostet Haushalte im Schnitt rund 100 Euro pro Monat
Tag der Lebensmittelrettung am 26. Mai: WWF errechnet Kosten der Verschwendung für Haushalte – Mehr Aufklärung, Transparenz und verbindliche Reduktionsziele gefordert
WWF: Neuer OECD-Bericht belegt anhaltenden Reformstau
Umweltprüfbericht kritisiert fehlende Verbindlichkeit, unklare Zuständigkeiten und umweltschädliche Fehlanreize – Ausbau von Schutzgebieten und bessere Naturschutz-Finanzierung empfohlen – OECD warnt vor Bodenversiegelung und Verfehlen der Klimaziele
Good News: Laos kämpft um Rückkehr der Tiger
Die Regierung in Laos hat einen Nationalen Aktionsplan verabschiedet, durch den sich die Tigerpopulation wieder erholen soll.
INN Dialog diskutiert über Zukunft des Dreiländerfluss
Rund 100 Teilnehmende aus Wissenschaft, Praxis und Bevölkerung diskutieren über den Arten- und Naturschutz am Inn – Abschluss des grenzüberschreitenden EU-Projekt INNsieme connect
WWF: Neue Hoffnung für den Tiger – Laos startet nationalen Aktionsplan zur Rückkehr der Großkatzen
Nur mehr rund 5.500 Tiger in freier Wildbahn – Neuer Zehn-Jahres-Plan zur Aufwertung der Tiger-Lebensräume in Laos beschlossen – WWF vor Ort zur Umsetzung im Einsatz













