22 besenderte Greifvögel liefern wertvolle Daten für den Artenschutz – Erste markierte Seeadler brüten mittlerweile in drei Nachbarländern – Rund 90 Paare leben wieder in Österreich
WWF und „die umweltberatung“ : Ranking für Holz und Gartenmöbel
Wien 6. Juni 2008 – Der Sommer ist da und die Gartenmöbel werden ausgepackt. Bei der Auswahl des Gartenmobiliars ist aber Vorsicht geboten. Viele Hölzer in Österreichs Baumärkten und Möbelhäuser stammen aus Raubbau und unterstützen damit die rasant fortschreitende Vernichtung der Urwälder der Erde. Sicherheit gibt nur das FSC-Gütesiegel für Holz aus umwelt- und sozialverträglicher Waldwirtschaft. Das aktuelle Unternehmensranking von WWF und „die umweltberatung“ gibt Empfehlungen für den bewussten Einkauf von Holzprodukten. Dazu wurden Österreichs größte Baumärkte und Möbelhäuser zu ihrer Einkaufsstrategie befragt.
Bereits zum sechsten Mal haben der WWF und „die umweltberatung“ heuer Österreichs größte Holzanbieter zur Nachhaltigkeit ihres Holzproduktsortiments befragt. Baumärkte und Möbelhäuser von Hornbach bis Leiner wurden auf Herz und Nieren geprüft: Werden Holzprodukte mit FSC-Gütesiegel angeboten? Kann Holz aus illegalen Quellen und Urwaldzerstörung ausgeschlossen werden? Gibt es verbindliche Aktionspläne, die sicherstellen, dass nur Holz aus verantwortungsvoller Waldwirtschaft angeboten wird? Anhand der Antworten der Händler und durch Stichproben vor Ort erstellten WWF-Experten das aktuelle „Unternehmensranking für Ihren Holzeinkauf“.
Das Ergebnis lässt viel Verbesserungspotential im österreichischen Einzelhandel erkennen. „Die Verfügbarkeit von FSC-Produkten im Gartenmöbelbereich hat sich zwar in den letzten Jahren verbessert“, so Julitta Berchtold, WWF Waldexpertin. „Recherchen vor Ort zeigen aber, dass das Angebot abseits des Gartenmöbelbereichs noch sehr dürftig ist.“ Problematisch ist auch die großteils fehlende Auszeichnung nachhaltiger Holzprodukte. „Oft wird zwar FSC-Holz geführt, aber leider für den Konsumenten nicht oder nicht eindeutig deklariert“, bemängelt Berchtold. „Damit wird dem Kunden die Chance genommen, sich bewusst für nachhaltige Holzprodukte zu entscheiden“.
Das „Unternehmensranking für Ihren Holzeinkauf“ soll den Konsumenten primär als Orientierungshilfe dienen. Darüber hinaus schafft es die Möglichkeit sich für eine umwelt- und sozialverträgliche Holzwirtschaft auszusprechen. „Wer beim Holzeinkauf den positiv gelisteten Unternehmen den Vorzug gibt und FSC-Produkte kauft, setzt damit ein klares Zeichen für die Erhaltung der Regenwälder und für den Schutz des Weltklimas“, so Berchtold.
Der kommerzielle Holzeinschlag ist die größte Bedrohung für die verbliebenen Urwälder der Erde. Jedes Jahr werden rund 13 Millionen Hektar Wald vernichtet. Das entspricht fast zweimal der Fläche Österreichs. Oft ist der Holzeinschlag illegal. Im Amazonasregenwald liegt der Anteil sogar bei rund 80 Prozent. Nur das FSC-Gütesiegel garantiert für Holz aus sozial und ökologisch nachhaltiger Produktion. Das Zertifikat wird vom Weltforstrat FSC (Forest Stewardship Council) vergeben und beinhaltet Kriterien für die umwelt- und sozialverträgliche Waldbewirtschaftung. Internationale Standards und regelmäßige unabhängige Kontrollen der gesamten Produktkette gewährleisten globale Gültigkeit, Transparenz und klare Rückverfolgbarkeit bis in den Wald.
Das aktuelle Unternehmensranking und weitere Orientierungshilfen für den Holzeinkauf stehen interessierten Konsumenten unter www.wwf.at/fsc kostenlos zur Verfügung. In der WWF-Datenbank www.holzcheck.at können mehr als 900 Holzprodukte mit glaubwürdiger Zertifizierung abgerufen werden. Der handliche Holz-Einkaufsratgeber liefert einen Überblick über Holzarten, die bedenkenlos gekauft werden können.
Weitere Informationen und Fotos:
MMag. Franko Petri, Pressesprecher WWF, Tel. 01-48817-231.
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Wasserkrise in der Lobau: Eines der größten Gewässer erstmals im Frühjahr geteilt
Bekanntes Eberschüttwasser im Nationalpark durch Wassermangel in zwei Teile getrennt – WWF fordert rasche Maßnahmen gegen Austrocknung der Unteren Lobau
Wildtierkriminalität in Österreich: 310 Fälle und eine sehr hohe Dunkelziffer
Neuer Bericht zeigt dramatisches Ausmaß illegaler Verfolgung geschützter Arten – BirdLife Österreich und WWF Österreich fordern nationalen Aktionsplan
Neuer Entwurf für Isel-Schutzgebiet verfehlt EU-Vorgaben
Geplante Verordnung der Landesregierung äußerst mangelhaft – WWF fordert umfassende Sanierung statt Stückwerk – Weitere Eskalation des EU-Vertragsverletzungsverfahrens droht
WWF: Lebensmittelverschwendung kostet Haushalte im Schnitt rund 100 Euro pro Monat
Tag der Lebensmittelrettung am 26. Mai: WWF errechnet Kosten der Verschwendung für Haushalte – Mehr Aufklärung, Transparenz und verbindliche Reduktionsziele gefordert
WWF: Neuer OECD-Bericht belegt anhaltenden Reformstau
Umweltprüfbericht kritisiert fehlende Verbindlichkeit, unklare Zuständigkeiten und umweltschädliche Fehlanreize – Ausbau von Schutzgebieten und bessere Naturschutz-Finanzierung empfohlen – OECD warnt vor Bodenversiegelung und Verfehlen der Klimaziele
Good News: Laos kämpft um Rückkehr der Tiger
Die Regierung in Laos hat einen Nationalen Aktionsplan verabschiedet, durch den sich die Tigerpopulation wieder erholen soll.
INN Dialog diskutiert über Zukunft des Dreiländerfluss
Rund 100 Teilnehmende aus Wissenschaft, Praxis und Bevölkerung diskutieren über den Arten- und Naturschutz am Inn – Abschluss des grenzüberschreitenden EU-Projekt INNsieme connect
WWF: Neue Hoffnung für den Tiger – Laos startet nationalen Aktionsplan zur Rückkehr der Großkatzen
Nur mehr rund 5.500 Tiger in freier Wildbahn – Neuer Zehn-Jahres-Plan zur Aufwertung der Tiger-Lebensräume in Laos beschlossen – WWF vor Ort zur Umsetzung im Einsatz













