Im WWF-Reservat hat die Storchen-Saison begonnen – 2025 gutes Jahr für den Storchen-Bestand – Weitere Rückkehrer werden in den kommenden Wochen erwartet
WWF-Untersuchung zeigt: Fischotter zurück in den Marchauen
Wien, 10. Juni 2011 – Der stark gefährdete und in Österreich streng geschützte Fischotter ist im Weinviertel weiter auf dem Vormarsch. Das zeigen die Ergebnisse einer vom WWF durchgeführten Erhebung in den March-Thaya-Auen. „Der Fischotterbestand hat sich im Vergleich zur letzten Zählung im Jahr 2008 um 14 Prozent erhöht“, freut sich die WWF- Säugetierexpertin Natalia Razumovsky. Der WWF sieht sich durch die positiven Untersuchungsergebnisse in seinem Bemühen bestätigt, die wertvollen Auen und ihr Umland dauerhaft zu schützten.
Zwischen Dezember 2010 und Februar 2011 kontrollierte der WWF 134 Standorte auf die Anwesenheit des Fischotters. Wichtige Hinweise dafür geben Trittsiegel, Schleifspuren des Schwanzes sowie Losungen, also Fischotter-Kot. Das Untersuchungsgebiet erstreckte sich neben und entlang der Flüsse Thaya und March, von der Gemeinde Bernhardsthal im Norden bis ins Gebiet von Markthof im Süden.

Fischotternachweise direkt im Augebiet gefunden
An fast einem Drittel der 134 Kontrollpunkte wurden Nachweise gefunden. Die Mehrzahl der 41 positiven Standorte befindet sich an Zubringerflüssen von March und Thaya wie dem Weidenbach, dem Hamelbach, dem Zistersdorfer Bach und der Zaya, etwas außerhalb der Auen. „Das liegt mit großer Wahrscheinlichkeit daran, dass sich diese Standorte mehrheitlich unter Brücken befinden, wo Fischotter-Losungen wesentlich einfacher zu finden sind, als an den weitläufigen Flussufern“, erklärt Razumovsky. Dennoch konnte der Fischotter auch neun Mal direkt an der March nachgewiesen werden. „Dies zeigt, dass der Fischotter das Augebiet immer mehr als Rückzugsgebiet nützt“, schlussfolgert die WWF-Expertin. Die naturnahen Gewässer bieten den Fischottern einen weitgehend ungestörten Lebensraum mit ausreichend Nahrung, sodass sie nicht auf Fischteiche zurückgreifen müssen.

Lebensraumschutz für Fischotter, Luchs und Co.
Animiert durch das positive Ergebnis, plant der WWF nun weitere Säugetier-Erhebungen in der Region. So sollen das Vorkommen und die Verbreitung von Fledermäusen, aber auch von großen Beutegreifern wie dem Luchs und der Wildkatze untersucht werden. Durch den Ausbau von Straßen und Wirtschaftsparks finden die Tiere immer weniger Platz zum Überleben. Umso wichtiger ist der Erhalt ihrer noch existierenden Lebensräume. „Wir dürfen nicht zulassen, dass unter dem Deckmantel des wirtschaftlichen Fortschritts auch noch die letzten Rückzugsgebiete gefährdeter Arten zerstört werden“, mahnt Razumovsky.
Die March-Thaya-Auen, als „Trittbrettstein“ wandernder Tierarten zwischen den Alpen und den Karpaten, beherbergen mehr als 500 gefährdete Tier- und Pflanzenarten. Der WWF schlägt die Schaffung eines Nationalparks oder Biosphärenparks in den March-Thaya-Auen vor, um dieses Juwel der biologischen Vielfalt zu schützen.
Fischotterbericht zum Download hier
Rückfragehinweis und Fotos:
Claudia Mohl, Pressesprecherin WWF Österreich, Tel.: 01-48817-250, E-Mail: claudia.mohl@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
20 Jahre WWF Earth Hour: Weltweit gehen am 28. März die Lichter aus
Bundespräsident Alexander Van der Bellen ruft gemeinsam mit WWF-Geschäftsführerin Andrea Johanides zur Teilnahme an der globalen Klima- und Naturschutz-Aktion auf
WWF-Klimaschutz-Monitor: Schlechte Klimapolitik wird zum Milliardenrisiko
Analyse nach erstem Jahr der Dreier-Koalition zeigt große Defizite – Bundesregierung verspielt Erreichen der Klimaziele und erzeugt Milliardenrisiken für Budget – WWF fordert Kurskorrektur
Bundesregierung: Erstes Bodenschutz-Zeugnis zeigt große Defizite
WWF-Bodenschutz-Monitor 2026 veröffentlicht: Ein Jahr nach Regierungsstart prägen Stillstand und Rückschritte die Bodenpolitik – Widmungsabgabe als positive Ausnahme
Video: Animation zeigt Klimarisiken im Kaunertal
Eine ZDF-Animation zeigt, was passieren könnte, wenn ein Felssturz den Gepatsch-Stausee trifft.
Notruf vom Nordpol: WWF warnt vor zunehmenden Gefahren für die arktische Tierwelt
Eisbären, Walrosse und Ringelrobben leiden unter Klimakrise und Öl-Industrie – WWF fordert konsequenten Ausstieg aus fossiler Energie und wirksam geschützte Rückzugsräume
Good News: Seltene Gorilla-Zwillinge im Virunga-Nationalpark geboren
Seltene Neuigkeiten aus dem Virunga-Nationalpark: Gorillaweibchen Mafuko hat Zwillinge bekommen!
„Achtung Gefahr“: WWF protestiert mit 20-Meter-Banner gegen Kaunertal-Ausbau
Massive Gefahren für Bevölkerung und Natur weiterhin ungeklärt – UVP-Unterlagen „skandalös unvollständig“ – WWF macht mit Riesen-Banner auf Sicherheitsrisiken aufmerksam
Nach Massen-Fischsterben: WWF fordert Wasser-Rettungspaket für Untere Lobau
Naturschutzorganisation: Langjähriger Wassermangel wirkt sich in niederschlagsarmen und kälteren Wintern besonders fatal für Fische aus – Stadt Wien sollte rasch mit Gegenmaßnahmen starten













