Anhaltende Überhitzung von Flüssen gefährdet seltene rosa Flussdelfine – Klimakrise als Ursache für “thermische Fallen” von bis zu 41 Grad Celsius – WWF fordert besseren Schutz von Flüssen
WWF-Untersuchung zeigt: Fischotter zurück in den Marchauen
Wien, 10. Juni 2011 – Der stark gefährdete und in Österreich streng geschützte Fischotter ist im Weinviertel weiter auf dem Vormarsch. Das zeigen die Ergebnisse einer vom WWF durchgeführten Erhebung in den March-Thaya-Auen. „Der Fischotterbestand hat sich im Vergleich zur letzten Zählung im Jahr 2008 um 14 Prozent erhöht“, freut sich die WWF- Säugetierexpertin Natalia Razumovsky. Der WWF sieht sich durch die positiven Untersuchungsergebnisse in seinem Bemühen bestätigt, die wertvollen Auen und ihr Umland dauerhaft zu schützten.
Zwischen Dezember 2010 und Februar 2011 kontrollierte der WWF 134 Standorte auf die Anwesenheit des Fischotters. Wichtige Hinweise dafür geben Trittsiegel, Schleifspuren des Schwanzes sowie Losungen, also Fischotter-Kot. Das Untersuchungsgebiet erstreckte sich neben und entlang der Flüsse Thaya und March, von der Gemeinde Bernhardsthal im Norden bis ins Gebiet von Markthof im Süden.

Fischotternachweise direkt im Augebiet gefunden
An fast einem Drittel der 134 Kontrollpunkte wurden Nachweise gefunden. Die Mehrzahl der 41 positiven Standorte befindet sich an Zubringerflüssen von March und Thaya wie dem Weidenbach, dem Hamelbach, dem Zistersdorfer Bach und der Zaya, etwas außerhalb der Auen. „Das liegt mit großer Wahrscheinlichkeit daran, dass sich diese Standorte mehrheitlich unter Brücken befinden, wo Fischotter-Losungen wesentlich einfacher zu finden sind, als an den weitläufigen Flussufern“, erklärt Razumovsky. Dennoch konnte der Fischotter auch neun Mal direkt an der March nachgewiesen werden. „Dies zeigt, dass der Fischotter das Augebiet immer mehr als Rückzugsgebiet nützt“, schlussfolgert die WWF-Expertin. Die naturnahen Gewässer bieten den Fischottern einen weitgehend ungestörten Lebensraum mit ausreichend Nahrung, sodass sie nicht auf Fischteiche zurückgreifen müssen.

Lebensraumschutz für Fischotter, Luchs und Co.
Animiert durch das positive Ergebnis, plant der WWF nun weitere Säugetier-Erhebungen in der Region. So sollen das Vorkommen und die Verbreitung von Fledermäusen, aber auch von großen Beutegreifern wie dem Luchs und der Wildkatze untersucht werden. Durch den Ausbau von Straßen und Wirtschaftsparks finden die Tiere immer weniger Platz zum Überleben. Umso wichtiger ist der Erhalt ihrer noch existierenden Lebensräume. „Wir dürfen nicht zulassen, dass unter dem Deckmantel des wirtschaftlichen Fortschritts auch noch die letzten Rückzugsgebiete gefährdeter Arten zerstört werden“, mahnt Razumovsky.
Die March-Thaya-Auen, als „Trittbrettstein“ wandernder Tierarten zwischen den Alpen und den Karpaten, beherbergen mehr als 500 gefährdete Tier- und Pflanzenarten. Der WWF schlägt die Schaffung eines Nationalparks oder Biosphärenparks in den March-Thaya-Auen vor, um dieses Juwel der biologischen Vielfalt zu schützen.
Fischotterbericht zum Download hier
Rückfragehinweis und Fotos:
Claudia Mohl, Pressesprecherin WWF Österreich, Tel.: 01-48817-250, E-Mail: claudia.mohl@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Statusbericht Wolf: 121 Wölfe in Österreich nachgewiesen, weniger Rudel, kaum Nachwuchs
Neuer Bericht des Österreichzentrums: Rückgang auf acht Wolfsrudel im Vorjahr, nur wenige Welpen, Rekordzahl an Abschüssen – WWF fordert mehr Herdenschutz
Brutsaison am Inn: WWF und BirdLife appellieren für mehr Rücksicht auf seltene Kiesbrüter
Gefährdete Vogelarten brüten am Inn – Steigende Bestände bei Flussuferläufern geben Hoffnung – Naturschutzorganisationen warnen vor Störungen durch Menschen
Steiermark: WWF kritisiert Frontalangriff auf den Artenschutz
Naturschutzorganisation warnt vor ökologischen Folgen und rechtlichen Problemen – Umdenken der Landesregierung gefordert
Energieeffizienz: Österreich seit sechs Monaten säumig bei EU-Richtlinie, 2030-Ziel wackelt
Stillstand bei Umsetzung verschärft Energiekrise und erhöht Abhängigkeit von Importen – Anhaltende EU-Vertragsverletzung könnte Österreich Millionen kosten – WWF fordert rasches Gegensteuern
Tennis-Star Dominic Thiem engagiert sich für seltene Donau-Störe
Prominente Hilfe für den Artenschutz – Naturschutzorganisation WWF bekommt Unterstützung im Einsatz für die am stärksten bedrohte Tiergruppe der Welt
WWF warnt vor rechtswidriger Wolfsverordnung in Vorarlberg
Naturschutzorganisation kritisiert Begutachtungsentwurf und befürchtet pauschale Abschüsse durch die Hintertür – Forderung nach Überarbeitung und mehr Herdenschutz
Good News: Schon wieder Gorilla-Zwillinge im Virunga-Nationalpark
Gleich zwei Zwillingsgeburten bei den Berggorillas im Virunga-Nationalpark sorgen für Aufsehen. Feldteams konnten bereits beobachten, dass die Tiere innerhalb ihrer Familie einen bemerkenswerten Zusammenhalt zeigen.
WWF: Neue Salzburger Wolfsverordnung widerspricht europäischem Artenschutzrecht
Naturschutzorganisation kritisiert die geplanten anlasslosen Tötungen von Wölfen – Vorgehen gegen geschützte Wildtiere ist in Salzburg völlig überschießend












