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WWF: Verschollene Tigerin nach sechs Jahren mit Babys gesichtet
Drei Erfolge im Tiger-Schutz und spektakuläre Wildtierkamera-Fotos: Verloren geglaubte Tigerin mit drei Jungtieren aufgetaucht – Tiger bricht Höhen-Rekord in Nepal – Tschechien verschärft Gesetze zur Tigerhaltung
Wien, 03.02.2021 – Weltweit leben nur noch 3.900 Tiger in freier Wildbahn. Die Naturschutzorganisation WWF (World Wide Fund for Nature) vermeldet jetzt gleich drei gute Nachrichten aus dem Reich der stark bedrohten Raubkatzen. In Bhutan tauchte eine seit sechs Jahren verschollene Tigerin mit drei Jungen wieder auf. In Nepal wurde erstmals ein Tiger in 3.165 Metern Höhe gesichtet. Tschechien wiederum verschärft seine Gesetze zur Haltung von Zuchttigern, was auch wildlebenden Tigern hilft. „Bei nur 3.900 Tigern zählt wirklich jedes einzelne Tier. Umso erfreulicher sind die aktuellen Fortschritte im Artenschutz. Denn Tiger zählen immer noch zu den meistbedrohten Raubkatzen weltweit“, sagt WWF-Artenschutzexperte Karim Ben Romdhane. Wilderei und Lebensraumzerstörung sind die größten Gefahren für Tiger. Ihre Felle, Knochen, Zähne oder Krallen sind am Schwarzmarkt heiß begehrt. Der illegale Wildtierhandel blüht.
Verschollene Tigerin nach sechs Jahren mit Babys gesichtet
Seit sechs Jahren war eine Tigerin nach einer Zählung im asiatischen Bhutan spurlos verschwunden und galt wie so viele ihrer Artgenossinnen als Opfer der Wilderei. Bis eine Wildtierkamera atemberaubende Fotos von ihr einfing – noch dazu mit drei Jungtieren im Schlepptau. „Die neue Tiger-Familie macht uns große Zukunftshoffnungen, weil sie für einen positiven Trend steht. Derzeit streifen über 100 wilde Tiger durch Bhutans Wälder. Vor zehn Jahren war die Population im dortigen Nationalpark auf nur zehn Individuen geschrumpft. Jetzt greifen die Artenschutzbemühungen“, freut sich WWF-Experte Ben Romdhane.

Tiger bricht Höhen-Rekord in Nepal
Tiger bewohnen sowohl die heißen, tropischen Dschungel Südostasiens, als auch die kalten, gefrorenen Wälder im Osten Russlands, aber auch die felsigen Höhen des Himalayas. Auf 2.500 Metern wurden Tiger im Westen Nepals bereits nachgewiesen. Dieser Höhen-Rekord wurde jetzt auf beeindruckende Weise gebrochen. In Nepals Kangchenjunga-Region fotografierte eine Wildtierkamera einen Tiger erstmals auf 3.165 Metern Seehöhe. „Sichtungen in dieser Bergregion deuten auf intakte Lebensraumverbindungen zwischen Nepal und Indien hin. Das ist essenziell, um die genetische Vielfalt und das Wachstum der Populationen zu fördern“, erklärt WWF-Experte Karim Ben Romdhane.

Während es vor 100 Jahren in Asien noch mehr als 100.000 freilebende Tiger gab, waren es 2010 nur mehr 3.200 Individuen. Der Mensch hatte den Tiger beinahe ausgerottet. Der WWF drängte mit anderen Organisationen auf verstärkten Schutz. Die Zusammenarbeit mit Regierungen der Verbreitungsstaaten und vor allem der lokalen Bevölkerung trägt nun erste Früchte. Illegale Jagd und die Zerstückelung ihres Lebensraumes konnte zurückgedrängt werden. Seither sind die Populationen in Indien, Bhutan, China, Nepal und Russland kontinuierlich angestiegen – auf heute etwa 3.900 Tiger in ganz Asien.
Tschechien verbessert Gesetze zur Tigerhaltung – WWF fordert strengere Regeln
Mit Februar treten in Tschechischen neue Gesetze zur Haltung von Zuchttigern und anderen Großkatzen in Kraft. Die Neuregelungen umfassen ein Verbot des Streichelns von Großkatzen oder öffentliche Spaziergänge mit Tigern. Künftig ist es untersagt, Jungtiere unmittelbar nach der Geburt von ihren Müttern zu trennen. Der WWF fordert ein Verbot des kommerziellen Handels mit Tigern und Tigerteilen in und aus der EU sowie ein rigoroses Ende der Tiger-Haltung in Zirkussen und privater Hand, wenn sich die Kontrolle dort nicht massiv verbessern lassen. Nur so kann sichergestellt werden, dass Tiger aus Europa nicht im illegalen Handel landen oder deren Knochen die Nachfrage in Asien befeuern.
2018 war in Tschechien ein kriminelles Netzwerk aufgedeckt worden, das systematisch Tigerfarmen für den illegalen Export nach Asien betrieb. 2019 wurden auch in Österreich zwei Tigerjungtiere in einer Privatwohnung in Hainburg beschlagnahmt. „Teile und Produkte solcher Zucht-Tiger, die in den illegalen Wildtierhandel gelangen, erschweren die Trockenlegung des Schmuggels und Konsums. Sie legitimieren auch die Verwendung von Tigerteilen und steigern so die Marktnachfrage“, warnt WWF-Experte Karim Ben Romdhane.
Rückfragehinweis:
Mag. Florian Kozák
Pressesprecher WWF Österreich
florian.kozak@wwf.at
+43 676 83 488 276
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