Juli-Abflüsse an 90 Prozent der Pegel-Messstellen sehr niedrig – Burgenland, Vorarlberg und Niederösterreich besonders betroffen – WWF fordert mehr Gewässerschutz und Renaturierung
WWF warnt vor Klimarückschritt: Europas Politik muss Farbe bekennen
Wien, 21. Jänner 2014 – Morgen präsentiert die Europäische Kommission einen ersten Vorschlag für die Energie- und Klimapolitik bis 2030. Aufgrund erster inoffizieller Informationen befürchtet der WWF eine Selbstdemontage der europäischen Klimapolitik. Ein geplantes Reduktionsziel für Treibhausgasemissionen von maximal 45 Prozent, der Verzicht auf ein bindendes Ausbauziel für erneuerbare Energien und der komplette Wegfall eines Ziels zur Energieeinsparung bedeuten nach Ansicht des WWF einen Stillstand beim Klimaschutz für die kommende Dekade. „Eine schwache Position der Kommission bringt nicht nur das Klima in Gefahr, sondern bremst auch Europas industriellen Wandel und verhindert ein Modernisierungsprogramm, das europäische Innovation, Wohlstand und Arbeitsplätze fördert“, so Jason Anderson, WWF-Experte für Europäische Klima- und Energiepolitik.
In puncto Treibhausgasemissionen fordern Umweltschutzorganisationen wie der WWF gemeinsam mit Industrievertretern aus dem Bereich Erneuerbare Energie und Energieeffizienz ein Reduktionsziel von mindestens 55 Prozent bis 2030. „Ein Ziel rund um 40 Prozent bedeutet ein Abwürgen der recht erfolgreich begonnenen Energiewende. Ein schwaches, unverbindliches Ziel stellt die Klimaschutzampel auf rot und lässt die Alarmsirenen für Gletscherschwund, Überschwemmungen, Hitzewellen und Waldbrände laut aufheulen“, warnt Karl Schellmann, Klima und Energiereferent des WWF Österreich
Um das Emissionsreduktionsziel zu erreichen, ist laut WWF die Fortsetzung verbindlicher nationaler Ausbauziele für Erneuerbare Energien unumgänglich. Entscheiden sich die Kommissionsmitglieder gegen eine solche Zielsetzung, wird einer Umkehr zum atomaren und fossilen Energiesystem Tür und Tor geöffnet. Eine weitere zentrale Rolle muss dem Thema Energieeinsparung zukommen. „Energieeinsparungen sind untrennbar mit dem Ausbau erneuerbarer Energieträger und der Reduktion von Treibhausgasemissionen verbunden. Anstatt diese separat zu regeln, sollte ein gemeinsames, umfassendes, aufeinander abgestimmtes Paket mit verbindlichen Zielen bis 2030 verabschiedet werden, wie dies auch bereits von den Industrie- und Umweltausschüssen des Europäischen Parlaments gefordert wurde“, betont Schellmann.
Die österreichische Regierung spricht sich im neuen Regierungsprogramm klar für eine aktive Unterstützung der „EU-Klimastrategie 2030“ mit ambitionierten Treibhausgas-, Energieeffizienz- und Erneuerbaren-Zielen ohne Atomkraft aus. „Wir fordern die Vertreter Österreichs dazu auf, diesen Bekenntnissen Taten folgen zu lassen und sich im EU-2030-Prozesses für ambitionierte und verbindliche Klima- und Energieziele einzusetzen: eine Minderung der Treibhausgasemissionen um mindestens 55 Prozent, ein Ausbauziel von 45 Prozent für erneuerbare Energien und eine Senkung des Endenergieverbrauchs um 40 Prozent“, so Schellmann abschließend.
Rückfragehinweis:
Lisa Simon, Pressesprecherin WWF Österreich, Tel.: 0043-1-48817215, Mobil: 0043-676-83488215, E-Mail: lisa.simon@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Toni Innauer wirbt für den Lech als „Fluss des Jahres“
Tiroler Wildfluss steht beim österreichweiten WWF-Voting zur Wahl – Olympiasieger mobilisiert für den Schutz der letzten naturnahen Flusslandschaften
Klimakrise als Brandbeschleuniger: WWF fordert mehr Tempo bei Waldumbau
Klimakrise erhöht Waldbrandgefahr in Österreich dramatisch – Monokulturen besonders anfällig – WWF fordert Stärkung der Wasserspeicher-Funktion naturnaher Wälder durch “Schwammwald-Offensive”
Good News: Nashorn-Wilderei in Namibia geht zurück
In Namibia wurden 2025 so wenige Nashörner gewildert wie seit mehr als 10 Jahren nicht mehr. Der Rückgang um 53% zeigt, dass konsequenter Artenschutz wirkt.
Tag des Tigers: WWF ortet Licht und Schatten beim Schutz der bedrohten Großkatzen
Nur mehr 5.500 wilde Tiger weltweit – Wilderei und illegaler Handel weitgehend ungestraft – Verlagerung von Handel mit Tiger-Präparaten ins Internet – Neue Schätzungen aus Nepal und China geben Hoffnung
WWF: Europas Meere in dramatischem Zustand – EU muss endlich handeln
Bericht zeigt alarmierende Entwicklung: Artensterben, Klimakrise und Verschmutzung setzen europäischen Meeren massiv zu – WWF fordert verbindlichen Meeresschutz im EU Ocean Act
Wasserkrise und Tiersterben: WWF fordert Krisengipfel zur Rettung der Unteren Lobau
Bürgermeister, Umweltstadträtin und Umweltminister sollen Sofortmaßnahmen gegen die Wasserkrise vereinbaren – Weiteres Zuschauen wäre völlig verantwortungslos
Tiefsee in Gefahr: Staaten entscheiden über Moratorium für Rohstoffabbau am Meeresgrund
Vollversammlung der internationalen Meeresbodenbehörde startet am Montag in Jamaika – Massiver Druck könnte Moratorium gefährden – WWF fordert das Verhindern einer Umweltkatastrophe
Vorarlberg – WWF kritisiert geplante Bibertötungen scharf
Neue Verordnung soll Tötung von bis zu 32 Tieren jährlich ermöglichen – Naturschutzorganisation fordert Vorrang für Prävention und unabhängige Einzelfallprüfung













