Vollversammlung der internationalen Meeresbodenbehörde startet am Montag in Jamaika – Massiver Druck könnte Moratorium gefährden – WWF fordert das Verhindern einer Umweltkatastrophe
WWF warnt vor Kollaps der österreichischen Flüsse
Wien, 13. August 2009 – Zwei Wochen lang tourte der WWF und die Plattform „Flüsse voller Leben“ mit einem Flüsse-Zelt und dem drei Meter großen „Herz für Flüsse“ durch Österreich. Die Tour sollte Österreich aufrütteln und die Bevölkerung auf die Gefahr aufmerksam machen, die Österreichs Flüssen durch die geplante Wasserkraftwerksoffensive droht. Mehr als Tausend Österreicher haben die Petition für den gesetzlichen Schutz der heimischen Flussjuwele am WWF-Stand und auf der Website www.fluesse-voller-leben.at unterschrieben. Auch zahlreiche Prominente, darunter Tornadosegler und Olympiasieger Roman Hagara, die Skisprunglegende und WWF-Flussbotschafter Toni Innauer und Kajak-Weltmeisterin Uschi Profanter unterstützen die Offensive zum Schutz der letzten natürlich fließenden Flüsse und Bäche. So auch Bernd Lötsch, Direktor des Naturhistorischen Museums: „Ich kämpfe seit 25 Jahren gegen die Verbauung unserer Wasserschätze. Jetzt geht es darum, unsere Flüsse vor dem Kollaps zu bewahren“.
„Die Organisationen der Plattform vertreten eine halbe Million Österreicher, die unsere Flüsse vor dem drohenden Wasserkraftausbau schützen wollen“, bekräftigt der stellvertretende Geschäftsführer des WWF und Naturschutzdirektor, Andreas Wurzer. „Die Energiekonzerne haben kein Hoheitsrecht an Österreichs Flüssen, auch die anderen Bedürfnisse der Menschen und der Schutz der Flüsse müssen ein Gewicht haben.“ Auch WWF-Ehrenpräsident Helmut Pechlaner fordert die Bundesminister Reinhold Mitterlehner und Nikolaus Berlakovich sowie die Landeshauptleute auf noch heuer einen Masterplan zum gesetzlichen Schutz der Flüsse vorzulegen. „Unsere lebendigen Flüsse sind das Erbe für die kommenden Generationen. Wir müssen sie jetzt schützen, bevor es zu spät ist“, so Pechlaner. Der WWF hat bereits einen Gesetzesentwurf ausarbeiten lassen. Bereits jetzt gibt es erste Reaktionen der Konzerne und aus der Politik.
Der oberösterreichische Umweltlandesrat, Rudi Anschober, rief zur Unterstützung der Kampagne auf. Die Industriellenvereinigung will nach wie vor den rücksichtslosen Ausbau der Wasserkraft – selbst wenn alle Flüsse für die kommenden Generationen verbaut werden sollen. Das größte Energieunternehmen Salzburgs, die Salzburg AG, versucht von der Problematik der Umweltzerstörung durch Flussverbauung abzulenken. Die Innsbrucker Kommunalbetriebe (IKB), Betreiber eines Kraftwerks bei Telfs, das die Rietzer und Mieminger Innauen zerstören wird, initiierten eine viele Tausend Euro schwere PR-Kampagne gegen den WWF und die Flussschützer. Ein Teilerfolg ist die Erhöhung der Restwassermenge eines Kraftwerks der GKI (Gemeinschaftskraftwerk Inn).

Angesichts der drohenden Zerstörung der letzten 20 Prozent der natürlichen und naturnahen heimischen Fließgewässer haben sich die größten österreichischen Naturschutz- und Fischereiorganisationen (WWF, Naturschutzbund, Naturfreunde, Österreichisches Kuratorium für Fischerei und Gewässerschutz, Österreichischer Fischereiverband, kajak.at und der Alpenverein Edelweiss) zu einer breiten Allianz zur Rettung der Flüsse zusammengefunden. Ziel der Offensive ist der gesetzlich verbindliche Schutz der österreichischen Flüsse und eine nachhaltige Energiepolitik.
Der WWF und seine Partner weisen noch einmal ausdrücklich darauf hin, dass selbst durch die vollständige Zerstörung der österreichischen Fließgewässer durch Kraftwerksbauten nur der zusätzliche Energiebedarf der nächsten sechs Jahre abgedeckt werden kann. „Es wäre verrückt unser Fließgewässerkapital für die kurzfristigen Profitinteressen der Energiekonzerne zu opfern. Im Jahr 2015 stehen wir dann vor einer kaputten Flusslandschaft, die wir unseren Nachkommen übergeben müssen. Daher brauchen wir ein Umdenken jetzt“, so Wurzer. Der WWF und die Plattform Flüsse voller Leben treten daher für Effizienzsteigerung, Energiesparen, die Modernisierung bestehender Wasserkraftwerke und den Ausbau anderer Erneuerbarer Energieträger ein. „Wir brauchen einen Masterplan zur Erhaltung unserer Flüsse, einen Masterplan für eine nachhaltige Energiepolitik und die Schaffung von langfristigen „grünen“ Arbeitsplätzen. Der WWF und die Plattform werden die Kampagne im Herbst weiter fortsetzen und kündigen weitere Aktionen mit Partnern und Bürgerinitiativen an. Die Flussschützer rufen dazu auf, die Petition für das Fluss-Schutzgesetz auf www.fluesse-voller-leben.at zu unterzeichnen. Die Petition wird im Herbst im Nationalrat eingebracht.
Für Rückfragen:
MMag. Franko Petri, Leiter Medien WWF, Tel. 01-48817-231
Email: franko.petri@wwf.at
Claudia Mohl, Pressesprecherin WWF, Tel. 01-48817-250
Email: claudia.mohl@wwf.at.
Factsheets, Fotos, Petition, Logo und weitere Pressematerialien unter www.fluesse-voller-leben.at (Presse).
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