Extreme Trockenheit setzt Gewässer und Arten stark unter Druck – Besondere Betroffenheit in der Steiermark, Niederösterreich und Kärnten – WWF fordert Schutzpaket für Flüsse
WWF zu Oberösterreich: Energiewende in Oberösterreich hat Licht- und Schattenseiten
WWF Presseaussendung
Linz/Wien, 29. Oktober 2015 – Oberösterreich belegt mit 46 Punkten den viertbesten Platz im Österreichvergleich und liegt damit im breiten Mittelfeld beim Energiewende-Index (BEX) des WWF. Die beste Teilplatzierung und damit einen Stockerlplatz erreicht Oberösterreich mit dem dritten Rang im Bereich Energie- und Klimapolitik. „Trotz dieses relativ guten Platzes im Vergleichsfeld Politik gibt es auch hier noch viel zu tun. Die Aufwendungen im Budget hinken den politischen Programmen leider noch hinterher. Besonders beim Verkehr hat das Land noch großen Aufholbedarf“, so der Appell von WWF-Experten Karl Schellmann an die Oberösterreichische Landesregierung.
Die Analysen der Umweltorganisation zeigen klar, dass die politischen Ziele und Programme für die Energiewende ambitioniert sind. Das gilt besonders für die erneuerbaren Energien, den Gebäudebereich und die Energieeffizienz. Verbesserungsbedarf ortet der WWF aber im Verkehrsbereich.
Auf dem sehr guten zweiten Platz liegt Oberösterreich bei der Pro-Kopf-CO2-Intensität der Haushalte. Hier zeigen sich die Erfolge bei Energieberatung und thermischer Sanierung, die schon viele Jahre ein Schwerpunkt in OÖ sind. Dieser Vorteil des vergleichsweise sehr geringen Treibhausgasausstoßes pro Haushalt wird leider durch die überdurchschnittlich vielen Einzelhäuser wieder aufgehoben. Daher erreicht das Land nur Rang sieben im Vergleich. Der Verkehrssektor hingegen ist ein echtes Sorgenkind. Rang sieben deutet klar auf strukturelle Probleme in diesem Bereich hin. „Ohne eine vorausschauende Politik, eine rasche Umsetzung in Programmen und Budgets und einen Bewusstseinswandel bei der Mobilität wird die Energiewende in Oberösterreich nicht zu schaffen sein“, warnt Schellmann. Der BEX zeigt hier klar die Schattenseite der Energiewendepolitik im Land auf.
Sehr unterschiedlich platziert sich Oberösterreich bei den erneuerbaren Energien. Die wirtschaftlichen Möglichkeiten des Sektors werden zwar sehr gut genutzt und die Politik liegt im Vergleich auf dem dritten Platz. Aber bei Strom (Rang sieben) und Fernwärme (Rang acht) gibt es noch vergleichsweise wenig Anteile von erneuerbarer Energie. Ebenso unterschiedlich sind die Teilindikatoren bei der Energieeffizienz. Während der Zehn-Jahres-Trend noch einen vierten Platz ausweist, liegt Oberösterreich bei der Energieintensität des Verkehrs auf dem sechsten Rang und bei der Energieintensität bezogen auf die Wirtschaftsleistung nur am siebten Rang.
Der Vergleich des Verkehrssektors fällt für Oberösterreich nur unterdurchschnittlich aus. Das Ergebnis weist auf strukturelle Probleme in diesem Bereich hin. Oberösterreichs Mobilität ist sehr CO2-intensiv und damit schädlich für das Klima, denn das Land erreicht nur den siebten Rang im Bundesländervergleich. „Sowohl in den Strukturen als auch im Bewusstsein der Menschen muss sich noch vieles ändern. Der 7. Platz im Bundesländervergleich zeigt deutlich, dass sich die Mobilität in Oberösterreich sehr klimaschädlich auswirkt. Eine zukunftsfähige Mobilität muss wesentlich effizienter gestaltet und auf öffentliche Verkehrsmittel ausgerichtet werden. Das muss sich auch in der Budgetverteilung des Landes zeigen“, empfiehlt Schellmann.
Die Ergebnisse für Oberösterreich sind Teil einer Studie, die die Bemühungen und Erfolge der neun Bundesländer bei der Energiewende miteinander vergleichbar macht. Für den BEX wurden mehr als 40 Einzelfaktoren analysiert und mit 20 Indikatoren bewertet. Die Ergebnisse wurden in fünf Bereichen zusammengefasst: Energieeffizienz, Gebäude, Verkehr, Energiepolitik und erneuerbare Energien. Die Detailergebnisse von acht Bundesländern wurden bereits präsentiert, die Steiermark folgt in Kürze. Die Studie erstellte der WWF im Rahmen der laufenden Kampagne der Umweltorganisation für klare Ziele Österreichs zu Energie und Klimaschutz im Vorfeld der UN-Klimakonferenz in Paris. In einer Petition, die von allen Österreichern unterschrieben werden kann, richtet sich der WWF direkt an die Bundesregierung: www.wwf.at/klimapetition.
Weitere Informationen:
MMag. Franko Petri, Pressesprecher WWF, Tel. 01-48817-231, E-Mail: franko.petri@wwf.at.
Informationen zur WWF-Kampagne: www.wwf.at/klimakampagne.
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF fordert Sieben-Punkte-Plan gegen zunehmende Dürre
„Österreichs Wasserpolitik nicht klimatauglich“ – WWF fordert mehr Wasserrückhalt, weniger Versiegelung und konsequente Renaturierung – Biber als natürlichen Helfer fördern
Studie der Uni Graz: Fehlende Klimapolitik gefährdet Budgetsanierung
Analyse des Wegener Centers zeigt steigende Kosten und fiskalische Risiken durch fehlende Klimaschutz-Maßnahmen – WWF fordert Kurswechsel in der Budgetpolitik
WWF: Persischer Leopard überwindet Grenzzaun zwischen Iran und Aserbaidschan
Spektakuläre Aufnahmen zeigen Leopardensprung über Grenzzaun – Hoffnung für eine bedrohte Art – WWF Österreich setzt sich zum Arterhalt im Kaukasus ein – Internationaler Tag des Leoparden am 3. Mai
WWF fordert „Schwammwald-Paket“ gegen zunehmende Trockenheit
Wasserspeicher-Funktion der heimischen Wälder stark belastet – Folgen der Klimakrise machen sich immer stärker bemerkbar
Neuer Bericht: Waldzerstörung trotz Rückgang auf alarmierendem Niveau
2030-Ziel außer Reichweite – WWF fordert Waldschutzpaket und entwaldungsfreie Lieferketten
WWF: Bodenverbrauch in Österreich 2025 gestiegen
7,7 Hektar pro Tag – Politisches Ziel deutlich überschritten – „Boden-Budget“ bereits Ende April erschöpft – WWF fordert Maßnahmen gegen fortschreitende Verbauung
Budget: WWF fordert Wasserzins nach Schweizer Vorbild
Österreichisches Modell könnte rund 685 Millionen Euro jährlich für Budget bringen – Einnahmen sollen zweckgebunden in Gewässerschutz, Renaturierung und Energiesparmaßnahmen fließen
WWF: Salzburger Wolf-Verordnung verstößt gegen EU-Recht
Naturschutzorganisation warnt vor Gefährdung des Artenschutzes und erheblichem Tierleid – Rückzug der Verordnung aufgrund zahlreicher Mängel gefordert













