Ausgerechnet eines der wichtigsten Sanierungsgebiete im Nationalpark Donau-Auen ist bisher nicht ausgewiesen – WWF sieht kritische Lücke und fordert Nachmeldung durch Wien und Niederösterreich beim Umweltministerium
WWF zum neuen IPBES-Report: Pandemie-Risiko steigt mit Naturzerstörung
Naturschutz ist die beste Vorsorge gegen neue Infektionskrankheiten – WWF fordert weltweiten Naturschutzpakt und Stopp des illegalen Wildtierhandels
Wien, am 29. Oktober 2020. Pandemien werden häufiger auftreten, sich schneller ausbreiten, mehr Menschen töten und größere Schäden für die Weltwirtschaft haben als COVID-19, wenn die Vorsorge nicht verbessert wird. Davor warnt ein am Donnerstag veröffentlichter Bericht des Weltbiodiversitätsrats (Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services/IPBES). Als wesentliche Risikofaktoren nennen die 22 beteiligten Fachleute aus aller Welt die Zerstörung von Ökosystemen und Lebensräumen sowie den Handel mit und den Konsum von Wildtieren. „Eine intakte Natur ist das beste Bollwerk gegen neue Infektionskrankheiten, die sich von Tieren auf Menschen übertragen. Daher muss die Politik die ökologische Pandemie-Vorsorge massiv verbessern“, fordert Hanna Simons, Programmleiterin beim WWF Österreich. „Wir brauchen einen weltweiten Naturschutzpakt nach dem Vorbild des Pariser Klimavertrags und einen sofortigen Stopp des illegalen Handels mit Wildtieren.“
Aus WWF-Sicht ist ein grundlegender Wandel in Politik und Wirtschaft notwendig, um den Raubbau an der Natur stoppen und innerhalb der planetaren Grenzen zu wirtschaften. Politik und Wirtschaft sind gefordert: „Einerseits gehören Arten und ihre Lebensräume überall besser geschützt, andererseits müssen wir an den Wurzeln der Probleme ansetzen und eine Ernährungswende einleiten. Das heißt: Lebensmittel sehr viel umweltfreundlicher erzeugen und konsumieren. Parallel dazu muss der extrem hohe Bodenverbrauch gestoppt werden“, fordert Hanna Simons vom WWF Österreich.
WWF fordert Importstopp für umweltzerstörerische Produkte
Der WWF sieht vor allem die Europäische Union in der Verantwortung, zur globalen Vorreiterin einer ökologischen Pandemievorsorge zu werden. „Europa ist einer der größten Pro-Kopf-Importeure von landwirtschaftlichen Rohstoffen. Daher muss ein wirksames Gesetz den Import von umweltzerstörerischen Produkten untersagen“, sagt WWF-Programmleiterin Simons. Zudem muss sich die EU in den Verhandlungen für ein ambitioniertes Rahmenwerk der UN-Biodiversitätskonvention einsetzen. „Damit muss es gelingen, den Biodiversitätsverlust bis 2030 weltweit zu stoppen und umzukehren“, fordert Hanna Simons.
Ohne Trendwende drohen immer mehr gefährliche Schnittstellen, an denen sich Krankheiten von Tieren auf Menschen übertragen können. Der neue IPBES-Report spricht von geschätzt 1,7 Millionen „unentdeckten“ Viren in Säugetieren und Vögeln. Bis zu 850.000 könnten die Fähigkeit haben, Menschen zu infizieren. „Es liegt in unserem ureigensten Interesse, unsere Ökosysteme besser zu schützen. Denn das Problem sind nicht die Wildtiere, sondern unser falscher Umgang mit ihnen“, sagt Hanna Simons.
Der umfassende Schutz der Umwelt würde sich auch finanziell mehrfach auszahlen, wie der IPBES-Bericht zeigt. Denn die Fachleute schätzen, dass es die Weltgemeinschaft Hundert Mal weniger kostet, das Risiko für eine weitere Pandemie wie COVID-19 zu reduzieren und ihr vorzubeugen als sie bewältigen zu müssen.
Rückfragehinweis:
Mag. Volker Hollenstein
Leitung Presse und Kommunikation WWF Österreich
volker.hollenstein@wwf.at
+43 664 501 31 58
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