WWF-Bundesländerbarometer: Nur vier von 35 Bewertungen erreichen gute Umsetzung – Große Defizite beim Management von Biber, Fischotter, Luchs und Wolf – Lichtblick beim Seeadler
WWF zur Weltklimakonferenz in Madrid: Europa muss Verantwortung übernehmen und Klimaschutzwende einläuten
Wien, Madrid, 1. Dezember 2019. Angesichts der bevorstehenden 25. Internationalen Klimakonferenz (COP25) in Madrid fordert die Umwelt- und Naturschutzorganisation WWF Österreich eine Trendwende beim Klimaschutz, damit die Weltgemeinschaft endlich vom Reden ins Handeln kommt. „Wir brauchen von dieser Konferenz konkrete Maßnahmen und Pläne, die das Pariser Abkommen in die Praxis umsetzen. Die notwendige Trendwende bei Emissionen und Naturschutz muss sehr schnell passieren, wenn wir die Erderhitzung auf maximal 1,5 Grad eindämmen und fatale Folgen für Menschen und Natur verhindern wollen“, fordert WWF-Klimasprecherin Lisa Plattner, die selbst in Madrid vor Ort sein wird. Insbesondere das geplante Ausscheiden der USA aus dem Pariser Abkommen verlange nach ambitionierteren Plänen seitens der Europäischen Union. „Dass sich die USA hier verweigern, ist skandalös. Umso mehr ist die EU gefordert, ihrer historischen Verantwortung gerecht zu werden und den schönen Worten endlich Taten folgen lassen“, sagt Plattner.
Sowohl die EU als auch Österreich müssen ihre Pläne dringend nachschärfen. „Die derzeitigen Zusagen verfehlen das Pariser Abkommen meilenweit. Einerseits braucht es daher wirksame Sofortmaßnahmen wie den Stopp fossiler Subventionen, andererseits ambitionierte Zielsetzungen wie das Erreichen der Klimaneutralität schon bis 2040“, fordert Plattner. Auch in Österreich gibt es viel Nachholbedarf. „Wir haben einen der heißesten Sommer der Messgeschichte hinter uns, die Gletscher verschwinden aus unseren Alpen und trotzdem kommt die Politik nicht in die Gänge“ kritisiert die WWF-Klimaexpertin. Als konkrete Zusage der Bundesregierung bei der COP25 fordert der WWF daher eine Aufstockung des Beitrags an den Green Climate Fund, der internationale Klimaschutzprojekte fördert, auf 100 Millionen Euro. „Aufgrund seiner hohen Pro-Kopf-Emissionen darf Österreich nicht nur Trittbrettfahrer sein. Denn vergleichbare Länder wie Schweden oder die Schweiz investieren bisher deutlich mehr“, begründet Plattner.
Regierungsverhandler gefordert
Der WWF Österreich erwartet sich auch von den aktuellen Regierungsverhandlungen ein ambitioniertes Maßnahmenpaket: „Wir brauchen ganz konkrete Maßnahmen, die im Einklang mit dem Paris-Abkommen stehen. Dazu zählen eine echte ökosoziale Steuerreform, ein Energiespar-Programm, eine Mobilitätswende, ein naturverträglicher Ausbau erneuerbarer Energien und der Abbau von umweltschädlichen Subventionen in Milliardenhöhe“, sagt Lisa Plattner. „Wir können es uns nicht mehr leisten, noch mehr Zeit ohne entscheidende Weichenstellungen gegen die Klimakrise und gegen die Biodiversitätskrise verstreichen zu lassen. Das gilt für den Klimagipfel genauso wie für nationale Maßnahmen,“ so die WWF-Klimaexpertin.
Nähere Infos zur COP25: https://www.wwf.at/de/25-fragen-zur-cop25/
Rückfragehinweis:
Mag.a (FH) Julia Preinerstorfer, MA
WWF-Pressesprecherin
Mobil: +43 676 834 88 240
E-Mail: julia.preinerstorfer@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF: Hunderte Menschen setzen Zeichen für den Schutz des Platzertals
660 Meter Menschenkette in Innsbruck machte Ausmaß des geplanten Tiwag-Staudamms sichtbar – Initiative „Rettet das Platzertal“ fordert Stopp des Projekts und naturverträgliche Alternativen
WWF zu EABG-Einigung: Schutz der letzten Flussjuwele vor Aushebelung bewahrt
Untauglicher Entwurf der Koalition in parlamentarischen Verhandlungen entschärft, aber Druck auf Flüsse bleibt hoch – WWF fordert Energiewende mit naturverträglichen Standorten und mehr Effizienz
Budget: WWF kritisiert Kürzungen bei Umwelt und Klima
Umweltschutzorganisation ortet falsche Prioritäten: Umweltschädliche Subventionen bleiben großteils unangetastet, Biodiversität bleibt unterfinanziert, beim Klimaschutz wird gekürzt
WWF: Österreichs Luchsbestand auf nur mehr rund 30 Tiere geschrumpft
Tag des Luchses: Aktueller FFH-Bericht an die EU-Kommission zeigt weitere Verschlechterung der bislang größten Teilpopulation im Mühl- und Waldviertel – WWF fordert rasche Bestandsstützung
WWF: Neun von zehn Flusspegeln mit Niedrigwasser
90 Prozent der Pegelmessstellen mit niedrigen bis sehr niedrigen Abflüssen – Flüsse in Oberösterreich, Niederösterreich und Steiermark besonders betroffen – WWF fordert mehr Renaturierung und Schutz für Gewässer
Welttag der Ozeane: WWF fordert Verdreifachung der Schutzgebiete im Mittelmeer
Rund 90 Prozent der Meeresfläche im Mittelmeer derzeit nicht geschützt – Überfischung, Verschmutzung und Klimakrise bedrohen einzigartige Artenvielfalt
WWF-Check: Rund ein Drittel der Grillfleisch-Angebote ohne österreichische Herkunft
95 Prozent der Grillfleisch-Angebote aus konventioneller Tierhaltung, nur jedes 20. Angebot ist Bio – WWF fordert verpflichtende Kennzeichnung von Herkunft und Haltung
Neue Studie: Ökonomin Stagl warnt vor Budgetrisiken durch fehlende Klimapolitik
Analyse zeigt hohe finanzielle Risiken durch Extremwetter, fossile Preisschocks und fehlende Vorsorge – WWF fordert stärkere Berücksichtigung von Klimarisiken im Doppelbudget













