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WWF: Zwei Drittel der fossilen Energiereserven müssen im Boden bleiben
Wien, 13. November 2012 – Zwei Drittel der noch vorhandenen fossilen Energiereserven des Planeten müssen im Boden verbleiben. Das ist die Forderung der Internationalen Energieagentur (IEA) an die Staaten der Welt um die gefährlichen Folgen des Klimawandels zu verhindern. Der WWF unterstützt diese Forderung aus der neuen „World Energy Outlook“ Analyse der IEA, die gestern präsentiert wurde. „Wir können nicht Kohle, Öl und Gas weiter verbrennen ohne das Klima zu destabilisieren und Dürren, Hitzewellen und Superstürme zu verursachen“, so die Leiterin des globalen WWF-Energie- und Klimaprogramms Samantha Smith.
Die Analyse der IEA richtet sich an alle Staaten, Investoren und an die Öl- und Kohleindustrie. Der WWF fordert den Stopp für alle weiteren großen Explorationen von großen Öl- und Kohlevorkommen sowie die Schließung der weltweiten Infrastruktur, die diese schmutzigen Energien am Leben erhalten. „Die weltweite Energiewirtschaft braucht eine totale Wandlung, wenn wir die Klimakatastrophe verhindern wollen“, so Smith.
Vor drei Jahren beschloss die Staatengemeinschaft auf der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen die durchschnittliche Erderwärmung unter zwei Grad zu halten. Dies wurde als Obergrenze festgelegt um die negativen Auswirkungen auf die Artenvielfalt des Planeten zu begrenzen und die Ernährungssicherheit und die weltweite Stabilität aufrechtzuerhalten. Derzeit beträgt die globale Erderwärmung noch weniger als ein Grad. Trotzdem verursachen Superstürme wie Sandy bereits jetzt Schäden in Milliardenhöhe. Die heurigen Rekorddürren führten zu Ernteausfällen und einer Nahrungskrise. Das arktische Eis ist im Sommer 2012 so stark abgeschmolzen, dass es sich kaum mehr erholen kann. „Die Internationale Energieagentur zeigt, dass es noch nicht zu spät für die Energiewende ist. Aber wir müssen sofort handeln, bevor es zu spät ist“, so Smith. Der WWF ruft in seinem Weltenergiereport mit Ausblick bis zum Jahr 2050 dazu auf die globalen Investitionen in die Entwicklung erneuerbarer Energien umzuleiten und die Investitionen in die fossile Infrastruktur auslaufen zu lassen. Der WWF begrüßt besonders die energiepolitischen Strategien in Deutschland und Dänemark. Andere Staaten, die in ihrer Umstellung weiter zurück liegen, müssen rasch handeln, so die Umweltorganisation.
„Die Subventionen für fossile Energieträger müssen so schnell wie möglich zu den sauberen Energieformen und zu Energiesparprojekten umgeleitet werden“, fordert der WWF-Energiepolitikexperte Stephan Singer. Der WWF teilt die Besorgnis der Internationalen Energieagentur, dass die Versprechungen der mächtigsten Industrienationen G20, die schmutzigen Subventionen zu verringern, nur heiße Luft waren. Denn 2011 erhöhten sich diese Subventionen im Vergleich zum Vorjahr um 30 Prozent auf etwa 400 Milliarden Euro. Das entspricht mehr als dem Doppelten des Bruttonationalprodukts von Indonesien. „Wenn diese Summen in die Entwicklung von sauberen Energien umgeleitet werden, dann könnten es die Regierungen schaffen, die Erderwärmung unter zwei Grad zu halten“, so Singer.
Weiters könnte mit diesen Summen den drei Milliarden Menschen, die heute noch mit schmutzigen Energien leben müssen, Zugang zu nachhaltigen und sauberen Energieformen ermöglicht werden“, versichert WWF-Experte Singer. Wir brauchen eine solche neue Energiepolitik bis spätestens 2017, sonst werden diese Mittel von der jetzigen fossilen Infrastruktur verschluckt und sind für Jahre blockiert. Die Erderwärmung unter zwei Grad zu halten, wäre damit sehr schwer, so der WWF.
Die fossile Infrastruktur umfasst die bestehenden Kraftwerke sowie die Erforschung neuer Lagerstätten wie Ölschiefer, Schiefergas und Öl aus der Tiefsee. Zuletzt warnt der WWF auch vor der Verwendung von Süßwasser für die Produktion fossiler Brennstoffe. Bereits heute leiden manche Länder unter Dürren und Wasserknappheit. Sollte die Produktion von fossiler Energie und nicht nachhaltigen Agrotreibstoffen so weiter gehen wie bis jetzt würde sich der Wasserbedarf in den kommenden 20 Jahren verdoppeln.
Weitere Informationen:
MMag. Franko Petri, WWF-Pressesprecher, Tel. 01-48817-231, E-Mail: franko.petri@wwf.at.
Link zum WWF Energy Report 2050.
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