Geografische Verbreitung: Das Verbreitungsgebiet des Seeadlers reicht derzeit von Grönland, Island, Schottland und Skandinavien über Mittel- und Südosteuropa bis nach Ostsibirien und Japan. Die Vorkommensgebiete in Österreich liegen im Osten des Landes, an Donau, March und Thaya sowie im Neusiedler See-Gebiet. Außerdem brütet der Seeadler im Waldviertel.
Gefährdungsstatus:
- EU-Vogelschutzrichtlinie: Anhang I
- Europäische Artenschutzverordnung Anhang A
- Rote Liste Österreich: vom Aussterben bedroht
Bestandsgröße: Weltweit wird der Bestand auf 12.000 Brutpaare geschätzt, in Europa brüten 5.000-6.600 Paare. Der österreichische Brutbestand besteht derzeit aus 13 Paaren.
Steckbrief: Seeadler Der König der LüfteDer Seeadler ist Österreichs Wappentier und mit einer Flügelspannweite von bis zu 2,50 Metern der größte europäische Adler. Der Seeadler war einst ein Charaktervogel der europäischen Meeresküsten, aber auch der großen Flüsse, Seen und Feuchtgebiete im Binnenland. Im 19. und 20. Jahrhundert ist er durch gezielte Verfolgung, Lebensraum-zerstörung und Pestizideinsatz (DDT) an den Rand der Ausrottung gebracht worden. In Österreich galt die Art ab 1946 als ausgestorben. Dank intensiver Schutz-maßnahmen ist es gelungen, bei nord- und osteuropäischen Seeadlern eine Trend-umkehr herbeizuführen. Der Rückgang konnte gestoppt und ein rasches Wachstum der Bestände bewirkt werden. Dies hat den Seeadlern auch eine Rückkehr nach Österreich ermöglicht. 2001 kam es bei uns zur ersten erfolgreichen Brut seit über 50 Jahren! Zwischen 2001 und 2010 ist die Zahl der heimischen Brutpaare auf 13 angewachsen, mehr als 50 Jungadler sind in diesem Zeitraum flügge geworden. Zugleich ist die Zahl der in Österreich überwinternden, nord- bzw. osteuropäischen Seeadler von 40 auf 100-140 Stück angestiegen.
Die natürliche Wiederausbreitung des Seeadlers wird vom WWF seit 1999 aktiv begleitet. Im „Schutzprogramm Seeadler“ erfassen wir die Anzahl der Vögel, ihre Aufenthaltsgebiete und ihren Bruterfolg und identifizieren mögliche Gefahren für den kleinen und verletzlichen Bestand. In der Aktion „Vorsicht Gift!“ kämpft der WWF gemeinsam mit dem Lebensministerium, den Landesbehörden und der Jägerschaft gegen den illegalen Einsatz von Giftködern sowie gegen illegale Abschüsse. Weiters versuchen wir Bleivergiftungen bei Seeadlern und anderen Greifvögel zu thematisieren und an Lösungen für diese Problematik zu mitzuarbeiten. Bleivergiftungen entstehen durch die Aufnahme bleihältiger Jagdmunition – etwa in Form von Schrotkügelchen – über die Nahrungskette. Im Jahr 2010 starben bereits zwei Seeadler an den Folgen einer Bleivergiftung. In Deutschland ist dies die häufigste Todesursache bei Seeadlern.