Naturschutz

Bedrohungsfaktoren


Lebensraumverlust
Lebensraumzerstörung wie Abholzung der Wälder, die Ausweitung der landwirtschaftlichen Flächen und damit einhergehend der Rückgang der natürlichen Beutetiere gelten bisher als wesentliche Bedrohungsfaktoren der Eurasischen Luchse.
Die Alpen gelten heute wieder als gut geeigneter Lebensraum für den Luchs in denen neben Siedlungsraum, Weiden und alpinen Gipfeln auch ausgedehnte Waldflächen vorkommen.

Handel
Es gibt kaum Informationen. welchen Einfluss die gegenwärtige kommerzielle Jagd zur Pelzgewinnung auf den Eurasischen Luchs ausübt. Die direkte Nachstellung  des Luchses war und ist immer noch eine Ursache für den Rückang des Luchsbestandes.
Während der vergangenen Jahrhunderte wurde der Luchs gnadenlos bejagt und ist aus seinem ursprünglichen Verbreitungsgebiet in Europa weitgehend verschwunden. Die Art erreichte zwischen 1930 und 1950 mit ca. 700 Individuen ihren europäischen Tiefstand. Der Eurasische Luchs wurde aufgrund seines wertvoll gefleckten Fells, aber auch als Räuber von Nutztierherden gejagt. Um 1928 wurden allein in Russland 5.000 bis 6.000 Luchsfelle in den Handel gebracht. Zwischen 1950 und 1989 wurden jährlich immer noch 2.000 bis 5.800 Luchse zur Pelzgewinnung getötet. In China wurden 1986 sogar 12.000 Luchsfelle exportiert. 1993 legten China und Russland eine Exportquote für Luchsfelle fest. So durften in China noch 1.000 und Russland 2.800 Felle pro Jahr exportiert werden. Momentan liegen in beiden Ländern die Exportzahlen unter 1.000 Fellen pro Jahr.

Wilderei, Straßenverkehr
In der Schweiz wurden seit ihrer Wiederansiedelung um 1970 über 40 Tiere nachweislich illegal getötet, da sie immer noch als Gefahr für die Nutztierherden angesehen werden. Dabei sind Luchse, die sich ausschließlich von Schafen oder Ziegen ernähren, selten. Schlechtes Wetter, Blitz, Steinschlag, Lawinen, Hunde, Füchse, Krankheiten und schlechte Haltungsbedingungen fordern wesentlich mehr Opfer unter den Nutztieren. Luchsschäden hingegen sind insgesamt gesehen eher gering. In der Schweiz werden Landwirte entschädigt, wenn der Tod eines Nutztieres von einem Wildhüter oder einer anerkannten Institution dem Luchs zugeordnet werden kann.
Immer wieder fallen vor allem Jungluchse auch dem Straßenverkehr zum Opfer. Wilderei oder Verluste durch Verkehrsunfälle können insbesondere kleine Populationen stark beeinflussen.


WWF - Projekte


Der WWF Österreich engagiert sich für:
  • Den Schutz und die Förderung der letzten wilden Luchsvorkommen in Bayern und Österreich
  • Die aktive Förderung der Wiederbesiedelung durch den Luchs
  • Verstärkte Bewusstseinsbildung
  • Kontinuierliche und offene Kommunikation zwischen den beteiligten Interessensgruppen
  • Verminderung der Barrierewirkung und Schaffung möglicher Wanderwege (Grünbrücken)