20 Tiere, ein Nationalpark und ein großes Ziel: Die Natur wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Im Nationalpark Mae Wong wurden erfolgreich Sambars freigelassen.
1,1 Milliarden Tonnen CO-Einsparung durch Amazonas-Regenwaldprogramm
Wien/Bonn, 28. Mai 2008 – Eine heute im Rahmen der UN-Artenschutzkonferenz in Bonn (CBD) veröffentlichte Studie zeigt, dass durch das Amazon Region Protected Areas Programme (ARPA) in Brasilien 1,1 Milliarden Tonnen an Kohlenstoff-Emissionen bis 2050 eingespart werden könnten. „Die Regenwälder schützen ist billiger als nachher teure Klimareparaturen zu machen“, sagt WWF-Amazonassprecher Franko Petri und verweist auf den Stern-Report. Anlässlich der heute und morgen stattfindenden Ministerkonferenz in Bonn erneuert der WWF Österreich seine Forderung an die österreichische Bundesregierung, zehn Millionen Euro für das ARPA-Netzwerk in Brasilien zur Verfügung zu stellen. Der WWF Österreich fordert außerdem Umweltminister Josef Pröll auf, die WWF-Erklärung zum Stopp der Waldzerstörung bis 2020 heute Nachmittag in Bonn zu unterzeichnen. Mehrere Minister haben deren Unterschrift bereits angekündigt.
Die vom WWF Brasilien, dem Amazon Environmental Research Institute (IPAM) und der Federal University of Minas Gerais (UFMG) in Auftrag gegebene und vom Woods Hole Research Center in Massachusetts/USA, durchgeführte Studie maß die Menge an gespeichertem Kohlenstoff des in der durch ARPA geschützten Regionen und verglich diese mit der vermuteten Abholzung, wäre die Region nicht geschützt. Das Ergebnis zeigt, dass durch ARPA 4,6 Milliarden Tonnen CO2 in Form von Regenwald gespeichert werden. Diese Menge ist etwa ein Zehntel des CO2, das im brasilianischen Amazonas gespeichert ist. Das entspricht der 50fachen jährlichen CO2-Emission Österreichs.
„Der Amazonas spielt eine entscheidende Rolle in der globalen Klimaregulierung und ARPA ist ein starkes Werkzeug um Kohlenstoff-Emissionen durch Abholzungen zu verringern“ sagt Petri. „Der Bericht zeigt, dass es möglich ist, die Vorteile, die die geschützte Region durch die Reduktion der Abholzung in Brasilien bringt, klar zu messen und wie wichtig es ist, weiter an ARPA zu arbeiten und das Schutzgebiet auszuweiten.“
ARPA unterstützt die Schaffung neuer geschützter Gebiete und deren Verwaltung. Insgesamt sollen bis 2012 500.000 Quadratkilometer Amazonas-Regenwald unter dauerhaften Schutz gestellt werden. Wenn es ARPA gelingt die Abholzung in den geschützten Regionen im Amazonasgebiet bis 2050 auf Null zu halten, würde dies 1,1 Milliarden Tonnen Kohlenstoff verhindern (umgerechnet 4,6 Milliarden Tonnen CO2). Das wäre in etwa die Gesamtmenge an weltweiter CO2-Emission durch Regenwaldabholzung im Jahr 2007.
ARPA wird durch das Brasilianische Ministerium für Umwelt koordiniert und durch ICMBio (Chico Mendes Insitute for Biodiversity Conservation) zusammen mit sieben Staatsregierungen in der Amazonas-Region betreut. Das Programm wird durch die Global Environment Facility (GEF), die Weltbank, die German Development Bank (KfW) und den WWF finanziert und durch Fundo Brasileiro para Biodiversidade (FUNBIO) verwaltet. Die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) und der WWF unterstützten ARPA auch in technischen Belangen. Der WWF Österreich fordert nun, dass auch Österreich zehn Millionen Euro für das ARPA-Netzwerk zur Verfügung stellt.
Weitere Informationen:
MMag. Franko Petri, Amazonassprecher WWF, Tel. 01-48817-231.
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