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Wasserkrise in der Lobau: Eines der größten Gewässer erstmals im Frühjahr geteilt
Die anhaltende Trockenheit verschärft die Wasserkrise in der Unteren Lobau, warnt die Naturschutzorganisation WWF. Laut aktuellen Beobachtungen wurde das Eberschüttwasser, eines der größten Gewässer des Nationalparks Donau-Auen, erstmals in einem Frühjahr durch Wassermangel und Verlandung in zwei Teile getrennt. Ein vergleichbarer Fall war bislang nur während des außergewöhnlich kalten Jänners 2017 dokumentiert. Aus Sicht des WWF dürfte eine Kombination aus niedrigem Grundwasserstand, niedrigen Wasserständen der Donau und geringen Niederschlägen ausschlaggebend für die aktuelle Entwicklung sein. „Die außergewöhnliche Trockenheit wirkt wie ein Brandbeschleuniger für ein Problem, das seit Jahrzehnten bekannt ist. Ohne ausreichend Wasser verlieren wir nach und nach jene einzigartigen Gewässer- und Aulandschaften, die den Nationalpark Donau-Auen ausmachen“, sagt WWF-Experte Michael Stelzhammer.
Das rund zwei Kilometer lange Eberschüttwasser zählte bisher zu den größten zusammenhängenden Gewässern der Unteren Lobau. Aufgrund der extrem niedrigen Wasserstände wurde nun die durchgehende Verbindung unterbrochen, wodurch zwei voneinander getrennte Abschnitte mit viel zu wenig Wasser entstanden sind, wie dem WWF vorliegende Bilder zeigen. „Gerade im Frühjahr sollte der Wasserstand an diesen Stellen mehr als einen Meter hoch sein. Nur damit wären auch ausreichend Reserven für die trockenen Sommermonate gewährleistet“, sagt Stelzhammer.
Ökologisch besonders problematisch sei vor allem der extrem niedrige Wasserstand, die immer kleiner werdende Wasserfläche und das geringe Wasservolumen in den verbleibenden Bereichen. „Dadurch erwärmen sich die Gewässer schneller, der Sauerstoffgehalt sinkt und der Lebensraum für zahlreiche Fisch-, Amphibien-, Vogel- und Insektenarten geht zunehmend verloren. Für manche Fischarten können derartige Bedingungen sogar lebensbedrohlich sein“, sagt WWF-Experte Stelzhammer.
Stadt Wien und Umweltministerium gefordert
Der WWF fordert als Sofortmaßnahme von der Stadt Wien die rasche Dotierung der Unteren Lobau, also die gezielte Zufuhr von Wasser aus der Oberen Lobau. Denn beim neuralgischen Punkt, dem Staudigl-Wehr wäre Wasser vorhanden, das weitergeleitet werden könnte. Langfristig braucht es strukturelle Verbesserungen: eine stärkere Anbindung an die Donau im oberen Bereich, damit die Wasserversorgung verbessert und naturnahe Fließdynamiken in der Au wieder möglich sind.
Zusätzlich muss die Eintiefung der Donau flussab des Kraftwerks Freudenau endlich gestoppt werden. Dazu ist die gezielte Zugabe von Schotter ins Donaubett in ausreichenden Mengen notwendig. „Hier ist das Umweltministerium in der Verantwortung, jahrzehntelange Versäumnisse endlich nachzuholen und die dafür notwendigen Bescheide zu erwirken“, fordert WWF-Experte Michael Stelzhammer.
Aktuelle Bilder zum Zustand des Eberschüttwassers in der Unteren Lobau hier.
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