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Tiefseebergbau gefährdet globale Sicherheit, Klima und Artenvielfalt – WWF fordert Moratorium
Wien/Kingston, Jamaika, am 9. Juli 2026 – Im Vorfeld der 31. Konferenz der Internationalen Meeresbodenbehörde in Kingston, Jamaika, weist ein neuer, vom WWF unterstützter Report, auf die gravierenden Folgen eines Rohstoffabbaus am Meeresgrund hin. Demnach hätte der geplante Tiefseebergbau nicht nur verheerende Folgen für die Artenvielfalt und das Klima, sondern er birgt auch erhebliche Risiken für die globale Sicherheit und Wirtschaft. Für den WWF ein deutliches Zeichen, die zerstörerischen Pläne zu begraben: „Der Abbau von Rohstoffen am Meeresgrund setzt unsere Lebensgrundlagen aufs Spiel. Wir müssen diese Ergebnisse daher sehr ernst nehmen – damit im Meer nicht dieselben Fehler passieren, wie an Land”, sagt WWF-Meeresexperte Georg Scattolin.
Der WWF fordert daher ein wissenschaftlich fundiertes Moratorium bei der bevorstehenden Konferenz der internationalen Meeresbodenbehörde ein. Die Regierungen sind bei der Vollversammlung von 27. bis 31. Juli in Jamaika aufgefordert, das Vorsorgeprinzip zu wahren und irreversible Schäden in der Tiefsee zu verhindern. Denn die mangelnde Transparenz der rechtlichen Rahmenbedingungen in Verbindung mit den begrenzten wissenschaftlichen Kenntnissen über die Ökosysteme der Tiefsee macht die Fortsetzung des Tiefseebergbaus zu einem riskanten Unterfangen. „Die Tiefsee ist eines der letzten unberührten Ökosysteme der Erde und spielt eine entscheidende Rolle bei der Regulierung unseres Klimas und der Erhaltung des Lebens im Meer. Wir können es uns nicht leisten, sie für kurzfristige kommerzielle Interessen zu opfern”, sagt Georg Scattolin vom WWF Österreich.
Weitreichende Folgen für globale Sicherheit, Ökosysteme und Klima
Der Bericht zeigt: Ökologische Stabilität ist ein Sicherheitsfaktor. Umgekehrt birgt die Zerstörung von Tiefsee-Lebensräumen weitreichende soziale, politische und wirtschaftliche Risiken: So beeinträchtigt der Verlust der biologischen Vielfalt direkt die Fischerei und damit die Ernährungssicherheit sowie die Wirtschaft in Küstengebieten. Außerdem könnte dadurch die Rolle des Ozeans als größte Kohlenstoffsenke gestört und damit die Klimakrise verschärft werden. Das würde zur Ausweitung sozialer und wirtschaftlicher Ungleichheiten bei gleichzeitiger Gefährdung von Küstengemeinden führen und eine inklusive nachhaltige Entwicklung verhindern.
Der Rohstoffabbau in der Tiefe darf daher erst genehmigt werden, wenn bewiesen ist, dass er in einer Weise betrieben werden kann, die die Meeresumwelt nicht gefährdet. „Bis dahin ist ein weltweites Moratorium für den Tiefseebergbau erforderlich – die Politik muss daher rasch die Stopptaste drücken”, sagt Georg Scattolin vom WWF.
Der Report (Englisch) zum Download hier.
Weitere Infos zum Tiefseebergbau hier.
Bilder hier.
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