Hoffnung für eine stark bedrohte Art: Durch Schutzmaßnahmen leben wieder 6.487 Spitzmaulnashörner in Südafrika. Vor allem Lebensraumverlust und Wilderei sind eine große Gefahr.
WWF alarmiert: 40 Prozent des weltweiten Fischfangs weggeworfen
Wien / Gland, 15. April 2009 – Fast die Hälfte des weltweit gefangenen Fischs wird weggeworfen oder nicht verarbeitet. Dies ergab eine soeben veröffentlichte, wissenschaftliche Studie unter Mitwirkung des WWF, die auf Daten aus 46 Nationen beruht. Die Autoren der Studie – „Defining and estimating global marine fisheries bycatch“ – fanden heraus, dass jedes Jahr mindestens 38 Millionen Tonnen Fisch nicht verwendet oder verarbeitet werden – das sind mindestens 40 Prozent der gesamten Menge an gefangenem Fisch aus unseren Weltmeeren.
Wenn Fischerboote aufs Meer hinausfahren, suchen sie primär nach ihrem „Zielfang“. Oft werden riesige Schleppnetze verwendet, die großflächig am Meeresboden entlang gezogen werden. Durch derlei unselektive Fischerei-Methoden fangen Fischerflotten auch Millionen Tonnen anderen marinen Lebens, den so genannten Beifang. Die Fischer unterscheiden nicht, was in ihre Netze geht – erst im Nachhinein wird ausselektiert und der nutzlose Rest verletzt, sterbend oder tot wieder ins Meer zurückgeworfen. Auf diese Weise verenden Delfine, Wale, Schildkröten oder Seevögel.
Ergebnisse noch alarmierender als angenommen:
Die Ergebnisse der soeben veröffentlichten Studie liegen sogar noch weit über den vorherigen weltweiten Schätzungen.
Besonders dramatisch ist die Fischerei auf Haie: nur deren Flossen werden abgeschnitten und der Rest des Kadavers zurück ins Wasser geworfen. Dadurch werden 92 Prozent des eigentlichen Fangs wieder in den Ozean entsorgt. „Dies ist der alarmierenste Fall von verschwenderischem Fischfang“, so WWF-Meeresexperte Georg Scattolin. „Es gibt bereits simple, als wirksam erwiesene Methoden um sicherzustellen, dass alle Fischereiaktivitäten angemessen gehandhabt werden, um Beifang zu reduzieren, wie zum Beispiel eine selektivere Ausrüstung und Beobachter auf Fischerbooten“, fügt Scattolin hinzu. „Allerdings müssen diese Methoden zur Regel, als Teil von langfristigem, nachhaltigem Management unserer Meere werden. Noch sind sie eine Ausnahme.“
Beifang ist ein Wirtschaftsfaktor:
Der Beifang kostet den Fischern Zeit und Geld und trägt langfristig zur Überfischung unserer Weltmeere bei. Somit gefährdet er zum einen die zukünftigen Einkommen und Existenzen der Fischer selbst, zum anderen aber auch die Nahrungsversorgung weltweit. Viele Spezies sind bereits an den Rand des Aussterbens gedrängt, und auch in die sensible Balance des marinen Ökosystems wird durch die menschliche Ausbeutung drastisch eingegriffen.
„Die Gesundheit unserer Weltmeere kann nicht wiederhergestellt werden und die Fischerei nicht nachhaltig gehandhabt werden, wenn 40 Prozent des weltweiten Fischfangs nicht verwendet oder verarbeitet werden“, resümiert James P. Leape, Generaldirektor des WWF International. Der WWF setzt sich deshalb seit Jahren für eine nachhaltige Fischerei und eine sorgsame Verwaltung unsere Ozeane ein.
Was kann der Konsument tun:
Was als Fischmenü auf unseren Tellern landet, hat oft eine zerstörerische Vorgeschichte. Dies kann der Konsument nur umgehen, indem er beim Einkauf auf das blaue MSC-Gütesiegel auf der Fischverpackung achtet, dem weltweit einzig anerkannten Gütesiegel für nachhaltige Meeres-Fischerei. Produkte mit dem MSC-Siegel können bedenkenlos verzehrt werden.
Rückfragehinweis:
WWF Österreich, Mag. Georg Scattolin, Tel. 01- 48817-265
Studie zum Download unter
http://assets.panda.org/downloads/bycatch_paper.pdf
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