Aufnahmen von Wildtierkameras zeigen, wie thailändische Tigerfamilien durch die Wälder streifen. Und auch Zahlen bestätigen, dass sich die dortigen Tigerbestände erholen – in Thailand ist er seit 2024 um 16% angestiegen.
WWF: 2010 ist Halbzeit für die Rettung der March-Juwele
Wien, St. Pölten, am 28. Juni 2010 – Österreich ist als EU-Mitglied zur Erhaltung der biologischen Vielfalt seiner Arten und Lebensräume verpflichtet. Besonders, wenn es sich um Arten „von europäischer Bedeutung“ handelt. Alle sechs Jahre muss Österreich über den Zustand dieser Schutzgüter informieren. Der letzte derartige Bericht wurde im Jahr 2007 nach Brüssel geschickt und zeigte für das Bundesland Niederösterreich ein erschreckendes Bild: Viele Arten drohen zu verschwinden und die Roten Listen werden immer länger. Besonders dramatisch fällt der Befund nach einer aktuellen Studie der Universität für Bodenkultur für das Natura 2000-Gebiet March-Thaya-Auen aus. Drei Jahre vor dem nächsten Bericht hat sich der Zustand von 15 Arten weiter verschlechtert. „Der Countdown für eine Kurskorrektur bis 2013, wenn der nächste Bericht fällig ist, läuft“, erinnert Gerhard Egger vom WWF. „Landesrat Stephan Pernkopf muss den Naturschutz ernst nehmen und das schleichende Artensterben in den Marchauen sofort stoppen!“ Verschlechtert sich der Erhaltungszustand der Schutzgüter weiter, droht dem Land ein Vertragsverletzungsverfahren der EU.
Einer aktuellen Studie des Institutes für Landschaftsentwicklung zufolge hat sich in den Auen an March und Thaya in den letzten drei Jahren der Zustand seltener Vogelarten wie Seidenreiher und Flussseeschwalbe massiv verschlechtert. Beide Arten sind gemäß der EU-Vogelschutzrichtlinie (Anhang I) besonders zu schützen. Auch die Bestände der kleinen Rotbauchunke oder des drachenartigen Donau-Kammmolches, die noch stärker auf intakte Wasserlebensräume angewiesen sind, nahmen seit dem letzten Bericht an die EU-Kommission weiter ab.
Statt dem zunehmenden Artensterben entgegenzuwirken, investiert Niederösterreich derzeit vermehrt in Projekte wie die S8-Marchfeldschnellstraße oder riesige Gewerbegebiete, die das Naturparadies zerstückeln. Laufend gehen wertvolle Horte der Vielfalt, wie der Vogelschauplatz in Hohenau verloren. Tausende Graugänse hatten dort einen Rastplatz, bevor der ehemalige Kühlteich in einen Fischteich umgewandelt und das Verschwinden dieser international bedeutenden Wasservögel in Kauf genommen wurde.
Für seltene Arten einen „guten Erhaltungszustand“ zu bewahren oder wieder herzustellen, ist zentrales Ziel der Europäischen Union. Die entsprechenden Bestimmungen der Flora-Fauna-Habitatrichtlinie und der Vogelschutzrichtlinie sind im österreichischen Landesrecht verankert und müssen von den Landesregierungen koordiniert, finanziert und umgesetzt werden.
Noch beherbergen die Tieflandflüsse March und Thaya mit mehr als 500 gefährdeten Arten eine beeindruckende Lebewelt. Es fehlt jedoch ein langfristiges, überregionales Konzept und die entsprechenden finanziellen Mittel, um das Gebiet effektiv zu schützen.
Nur ein Nationalpark March-Thaya-Auen kann dafür garantieren, dass dieser Biodiversitäts-Hotspot Österreichs dauerhaft für die Nachwelt erhalten bleibt. Bereits 8.000 Österreicherinnen und Österreicher unterstützen das WWF-Manifest zur Rettung der Auen auf www.die-au.at
Rückfragehinweis:
Claudia Mohl, WWF-Pressesprecherin, Tel. 01/488 17-250, E-Mail: claudia.mohl@wwf.at
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