Es war der Start eines großen Abenteuers für 18 Wisente: Die Tiere konnten erfolgreich im Kaukasus ausgewildert werden und somit in ihre Heimat zurückkehren. Darunter auch Ina, eine selbstbewusste und forsche Kuh aus Innsbruck.
WWF-Report: Staudämme bedrohen Riesenfische im Mekong
Wien, 27. Juli 2010 – Der südostasiatische Mekong-Fluss beherbergt vier der zehn weltweit größten Süßwasserfische. Darunter den Riesen-Stachelrochen, der mit bis zu 600 Kilogramm Gewicht und bis zu fünf Metern Länge die Maße eines Kleintransporters besitzt und als der größte Süßwasserfisch der Welt gilt. Oder den 350 Kilogramm schweren Mekong-Riesenwels, der sich als reiner Vegetarier ausschließlich von Wasserpflanzen ernährt. „Der Mekong ist ein Fluss der Superlative. Hier leben mehr riesige Süßwasserfische als in jedem anderen Strom der Erde“, sagt Jutta Jahrl, Artenschutzexpertin des WWF-Österreich. Eine neue WWF-Untersuchung zeigt jedoch, dass die Giganten im Mekong durch den geplanten Bau von elf Staudämmen im Unteren Mekong extrem gefährdet sind. Fische dieser Größe seien schlichtweg nicht in der Lage große Flussbarrieren wie etwa Staudämme zu überwinden, so der WWF. Somit würden wichtige Wanderrouten unterbrochen und die Laichgründe wären nicht mehr erreichbar.
„Sollten die geplanten Dämme tatsächlich realisiert werden, könnte das mittel- bis langfristig zum Kollaps der Populationen führen”, warnt Jahrl. Dabei stehen die Mekong-Giganten stellvertretend für ein ganzes Ökosystem. Auch zahlreiche wandernde Fischarten und die seltenen Irawadi-Flussdelfine sind von den geplanten Wasserkraftwerken bedroht. Solange nicht geklärt ist, wie sich die geplanten Staudämme auf die Vorkommen der Fisch-Giganten und das gesamte Mekong-Ökosystem auswirken, fordert der WWF deshalb ein Bau-Moratorium. Davon würden nach Angaben der Umweltschutzorganisation nicht nur die Riesenfische profitieren, sondern auch 320 Millionen Menschen, die entlang des Mekongs leben. Denn die lokale Landwirtschaft und Fischerei sind maßgeblich auf einen vitalen und fruchtbaren Mekong angewiesen.
Geplante Dämme

Insbesondere den Damm in der Sayabouly Provinz in Laos, dessen Planungsverfahren am weitesten voran geschritten ist, bewertet der WWF kritisch. „Sollte der Damm tatsächlich gebaut werden, wäre dies für den Mekong-Riesenwels eine Katastrophe“, so Jahrl. „Die Fischart steht bereits heute auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion und gilt als vom Aussterben bedroht. Ebenfalls in ihren Beständen gefährdet wären der Vielfrass-Haiwels und der Siamesische Riesenkarpfen.
HQ-Videomaterial des Mekong steht hier zum Download.
Weitere Informationen:
Mag.(FH) Lisa Simon, WWF Pressesprecherin, Tel.: +43-48817-215, E-Mail: lisa.simon@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF-Auswilderungsprojekt: Tiroler Wisent-Kuh „Ina” erfolgreich im Kaukasus freigelassen
Naturschutzorganisation siedelt Wildrinder in ihrer Heimat Aserbaidschan an – Kuh „Ina” aus Innsbruck ist eines von 18 Tieren – WWF: „Paradebeispiel für internationalen Artenschutz”
Stromanbieter-Check: TIWAG fällt bei Stromanbieter-Check durch
129 heimische Stromanbieter von WWF und GLOBAL 2000 analysiert – TIWAG aufgrund von mangelnder Transparenz und fehlender naturverträglicher Strategie nur auf Platz 116
Stromanbieter-Check: Wenige Vorreiter, viel Intransparenz
WWF und GLOBAL 2000 analysieren 129 heimische Stromanbieter: Nur drei Vorreiter gekürt, schlechtes Zeugnis für viele Landesenergieversorger
Tiwag-Talschaftsverträge: WWF fordert Reformen statt heimlicher Absprachen
Geheime Vereinbarungen erst nach Gerichtsbeschluss offengelegt – WWF fordert volle Transparenz, unabhängige Kontrolle und neue Spielregeln für künftige Verträge
Good News: Neues Jahr bringt Fangverbot für Störe in Bulgarien
Bulgarien hat ein dauerhaftes Fangverbot für Störe in der Donau und im Schwarzen Meer eingeführt. Der WWF Bulgarien spielte dabei eine Schlüsselrolle.
Treibhausgas-Bilanz: WWF warnt vor drohendem Verfehlen der Klimaziele
Ausblick negativ, Österreich nicht auf Kurs für 2030 und 2040 – Verfehlen der Klimaziele wäre „politisches Debakel der Sonderklasse“
WWF zum Ableben von Andreas Pataki
Früherer Bürgermeister von Marchegg und langjähriger Partner im WWF-Auenreservat Marchegg verstorben – WWF würdigt Lebenswerk und Einsatz für Natur
Good News: Abkommen als Meilenstein für Meeresschutz
Das neue Jahr läutet eine neue Ära der Meerespolitik ein: Durch das internationale Abkommen zum Schutz der Hohen See gibt es nun endlich Regeln für zwei Drittel der globalen Meeresfläche.












