Der 5-jährige Rüde hilft mit seiner Spürnase dabei, Fälle von Wildtierkriminalität aufzudecken. Er gilt als besonders ausgeglichen und arbeitsfreudig.
Land NÖ ignoriert für EVN die Bundesverordnung zum Kraftwerksbau
Wien, am 19. Oktober 2012 – Heute endet die Berufungsfrist zum positiven Wasserrechtsbescheid des Landes Niederösterreich für das umstrittene Ybbs-Kraftwerk Ferschnitz. Das EVN-Projekt liegt mitten im Natura 2000 – Gebiet „Niederösterreichische Alpenvorlandflüsse“. Das Kraftwerk ist in sechs von 12 ökologischen Kriterien des Bundes als höchst sensibel einzustufen und verstößt somit gegen den „Bundeskriterienkatalog Wasserkraft“. „Es ist ziemlich dreist, dass das Land Niederösterreich die Verordnung von Umweltminister Berlakovich einfach ignoriert“, sagt Christoph Litschauer vom WWF und fordert die sofortige Aufhebung des Bescheides durch den Umweltminister.
Das Ziel des im Frühjahr 2012 vom Umweltminister verordneten Österreichischen Wasserkataloges ist es, anhand von ökologischen, sowie energie- und wasserwirtschaftlichen Kriterien zu beurteilen, ob ein Wasserkraftprojekt machbar ist. Der Katalog ist eine rechtlich verbindliche Vorgabe des Ministers an alle Landesbehörden und muss in jedem Kraftwerksverfahren angewendet werden.
Im Falle des EVN-Kraftwerks hat die Behörde ihr Versäumnis damit begründet, dass das Projekt würde keine Ausnahmebewilligung brauche – und es den Kriterienkatalog deshalb nicht durchlaufen müsse. Das ist laut Litschauer vom WWF falsch: Wie im Kapitel zwei des Kriterienkataloges Wasserkraft nachzulesen ist, ist jedes Kraftwerk dieser Prüfung zu unterziehen. „Umweltminister Berlakovich muss dafür sorgen, dass seine eigenen Verordnungen eingehalten werden und diesen unvollständigen, für die Natur nachteiligen Bescheid sofort aufheben!“, fordert Litschauer. „Solange das Projekt nicht nach den Bundeskriterien geprüft worden ist, darf Berlakovich nicht zustimmen.“
Der WWF stellt dem EVN-Kraftwerk Ferschnitz ein vernichtendes Zeugnis aus. Seine Errichtung gefährdet den Lebensraum des europarechtlich geschützten Huchens, zerstört die letzte lange freie Fließstrecke an der Unteren Ybbs und greift somit tief in das Schutzgebiet ein. Dabei erzeugt es so wenig Energie wie ein einziges Windrad. Bereits 20 Wasserkraftwerke durchschneiden den Voralpenfluss Ybbs; zwei weitere sind neben dem Ferschnitz-Projekt geplant.
Die Ybbs zählt zu den wichtigsten Flüssen Österreichs. 1998 wurde sie von Lebensministerium, Wirtschaftsministerium und WWF zum „Flussheiligtum“ erklärt, das in seiner Ursprünglichkeit für die Nachwelt erhalten bleiben soll. Neben dem stark gefährdeten Huchen finden auch andere seltene Tier- und Pflanzenarten wie der Fischotter oder der Schwarzstorch, an der Ybbs letzte Rückzugsräume.
Rückfragehinweis:
Claudia Mohl, WWF-Pressesprecherin, Tel. 01/488 17 250, E-Mail: claudia.mohl@wwf.at
Christoph Litschauer, WWF-Flussexperte, Tel. 0676/83 488 213, E-Mail: christoph.litschauer@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Neuer WWF-Spürhund Finn soll illegale Wildtiertötungen aufdecken
Schäferhund-Mischling unterstützt Polizei-Ermittlungen durch Suche nach Tierkadavern und Giftködern – Einsätze vor allem in Niederösterreich, Oberösterreich und der Steiermark
WWF-Analyse: Zu wenig Bodenschutz bei neuen Betriebsgebieten
Bodenschutz bei Betriebsgebieten: Alle neun Bundesländer fallen im WWF-Check durch – Täglich fast zwei Fußballfelder zusätzlich beansprucht – WWF fordert Ende des Wildwuchses – LÄNDER-ZEUGNIS im Detail
Weltnaturkonferenz: WWF warnt vor Verfehlen der 2030-Ziele
Globale Halbzeitbilanz zeigt unzureichende Umsetzung – WWF fordert wirksame Maßnahmen und gesicherte Finanzierung, auch in Österreich – COP17-Konferenz startet am Montag
Klimastreik: WWF fordert Notfall-Programm für Klima und Natur
Umweltschutzorganisation verlangt verbindliches Klimagesetz und wirksamen Renaturierungsplan – Natürliche Schutzmaßnahmen stärken, fossile Großprojekte stoppen
Sanierungsoffensive: WWF sieht zu wenig Schub für die Wärmewende
Umweltschutzorganisation bewertet Regierungspaket als „sinnvollen, aber zu schwachen Impuls“ – WWF fordert mehrjährige Sanierungsförderung und verbindlichen Zeitplan für fossilen Heizungsausstieg
WWF: Nationaler Renaturierungsplan lückenhaft und ambitionslos
Zum Ende der Begutachtung: Zentrale Maßnahmen fehlen, Finanzierung ungeklärt – Weitreichende Ausnahmen bei Stadtbegrünung – WWF fordert grundlegende Überarbeitung
WWF-Städtecheck: Große Lücken bei Stadtbegrünungsplänen
14 Städte untersucht: Planungslücken bei Maßnahmen, Finanzierung und Erfolgskontrolle – WWF fordert langfristige Begrünungsplanung und mehr Unterstützung durch Bund und Länder
WWF Living Planet Report: Wildtierbestände weltweit massiv eingebrochen
Erfasste Populationen seit 1970 um durchschnittlich 73 Prozent geschrumpft – Lebensraumzerstörung größte Bedrohung – Schutzmaßnahmen ermöglichen Erholung einzelner Arten + BILDER und VIDEOS












