Globale Halbzeitbilanz zeigt unzureichende Umsetzung – WWF fordert wirksame Maßnahmen und gesicherte Finanzierung, auch in Österreich – COP17-Konferenz startet am Montag
Solarpower für die vogel.schau.plätze in Hohenau a.d. March
Hohenau, 17. Juni 2014 – Die brandneue Photovoltaikanlage am Dach des Vereinshaus Auring in Hohenau an der March wurde dieser Tage in Betrieb genommen. Seit Anfang Juni kann die Energie für die Versorgung des Standortes und die Wasserversorgung der Becken- und Verlandungszonen der vogel.schau.plätze umweltfreundlich erzeugt werden. Das erhöht nicht nur deren naturschutzfachlichen Wert sondern ist auch ein weiterer Schritt für die langfristige Sicherung dieses Naturjuwels. Gesponsert wurde das Kooperationsprojekt von WWF und Auring von der Firma Fronius.
Die vogel.schau.plätze in Hohenau sind der Energieautarkie ein großes Stück näher. Die Becken- und Verlandungszonen der ehemaligen Zuckerfabrik werden mit Hilfe von zwei elektrisch betriebenen Pumpanlagen vom Verein Auring regelmäßig mit Marchwasser geflutet. Den benötigten Strom erzeugt nun eine eigene Photovoltaikanlage am Dach des Vereinshauses – direkt vor Ort und umweltfreundlich aus Sonnenenergie. Je nach Wetterlage produziert die Anlage bis zu 5.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr – das entspricht in etwa dem durchschnittlichen Jahresstromverbrauch einer vierköpfigen Familie. Ursprünglich für die Klärung der Abwässer genutzt, entstand aus einer Industrielandschaft wertvoller Lebensraum für zahllose Tier- und Pflanzenarten. Obmann des Vereins Auring, Rainhard Brandstetter, dazu: „Wir freuen uns, dass wir dank Fronius nun unseren eigenen umweltfreundlichen Strom produzieren können. Das ist nicht nur ein wichtiger Schritt für die langfristige Sicherungen der vogel.schau.plätze, sondern auch ein Aushängeschild für das Hand-in-Hand Gehen von Umwelt- und Naturschutz.“
Im dem 38 ha großen Feuchtgebiet wurden schon über 210 Vogelarten festgestellt und auch eine Reihe streng geschützter Arten, wie etwas das Blaukehlchen, nutzen das Areal als Brutgebiet. Auch für eine Vielzahl an Amphiben dienen die einst künstlich angelegten Becken als Lebensraum. Donau-Kammmolch, Rotbauchunke und Wasserfrösche beziehen im Frühjahr hier ihre Fortpflanzungsgewässer. Viele Zugvögel, wie etwa Sumpf- und Schilfrohrsänger, finden in den Verlandungszonen reichlich Nahrung für ihre weite Reise in ihre Winterquartiere in Afrika.
Die March-Thaya-Auen sind eine der bedeutendsten Flusslandschaften Mitteleuropas. Mit Tschechien und der Slowakei teilt sich Österreich ein 60.000 Hektar großes Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung. Durch die Regulierungen der großen Fließgewässer in Europa im 19. und 20. Jahrhundert sind ausgedehnte Aulandschaften heute eine Seltenheit. Auch an der March sind durch die Regulierungen Rückzugsräume für gefährdete Tier- und Pflanzenarten verloren gegangen. Umso wertvoller sind Ersatzstandorte – wie die vogel.schau.plätze in Hohenau-Ringelsdorf.
Rückfragehinweis:
Theresa Gral MA, Pressesprecherin WWF Österreich
Tel.: +43-1-48817-216, E-Mail: theresa.gral@wwf.at.
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