Umweltprüfbericht kritisiert fehlende Verbindlichkeit, unklare Zuständigkeiten und umweltschädliche Fehlanreize – Ausbau von Schutzgebieten und bessere Naturschutz-Finanzierung empfohlen – OECD warnt vor Bodenversiegelung und Verfehlen der Klimaziele
WWF an Landesjägermeister Pröll: Schluss mit dem Jägerlatein
Wien,24. April 2017. Nach den jüngsten Äußerungen des Niederösterreichischen Landesjägermeisters, Josef Pröll, zum Thema Wolf rückt die Umweltorganisation WWF die Fakten in den Mittelpunkt der Diskussion: „Die von Pröll kommunizierten Zahlen laufen ausschließlich unter dem Begriff ‚Jägerlatein‘. Tatsächlich leben aktuell sieben Wölfe in Niederösterreich, in ganz Österreich sind es zehn Tiere“, so Christian Pichler, Artenschutzexperte beim WWF.
Aus der Sicht des WWF sollte der oberste Vertreter der niederösterreichischen Jägerschaft wissen, wie viele Wölfe sich derzeit in Niederösterreich aufhalten: „Pröll spricht von 50 Tieren, diese Zahl entbehrt jeglicher Grundlage und ist somit nichts weiter als billige Polemik, um Stimmung gegen den Wolf zu machen“, kritisiert Pichler und ergänzt: „Auch die Behauptung vom gezielten Aussetzen und Ansiedeln ist unter der Kategorie ‚Jägerlatein‘ abzuhaken.“
Die erholten Bestände von ehemals ausgerotteten Arten gehen „vielmehr auf die jahrzehntelangen Bemühungen von Naturschützern – aber auch von Jägern, Landwirten und Verwaltung zurück“, so Pichler. Nicht zuletzt auch durch die Arbeit des Umweltministeriums, dem Pröll viele Jahre als verantwortlicher Minister vorstand, konnten wichtige Maßnahmen für ein konfliktfreies Zusammenleben von Mensch und Tier geschaffen werden. „Die Etablierung des Herdenschutzes und die Erarbeitung von verschiedenen Managementplänen sind etwa Beispiele dafür“, so Pichler.
Die Tatsache, dass sich ehemals ausgestorbene Tierarten wieder verstärkt bei uns angesiedelt haben, ist somit auch das Resultat einer Umsetzung von nationalen, europäischen und internationalen Gesetze und Richtlinien. „Wir wehren uns kategorisch gegen jeglichen latenten Vorwurf, Arten wie Fischotter oder Wolf in Österreich angesiedelt zu haben. Die Tiere sind von selbst in ihren ehemals angestammten Lebensraum zurückgekehrt, das ist Tatsache und nichts anderes ist hier an die Bevölkerung zu vermitteln“, so Pichler.
Wiederansiedelungen wurden etwa beim Bartgeier und auch beim Steinbock durchgeführt. „Aktive Ansiedelungen sind nur unter strengsten Kriterien und Voraussetzungen möglich. So wäre auch der Steinbock heute im Alpenraum ausgestorben, wenn nicht durch das Engagement der Jäger diese Tierart aktiv angesiedelt worden wäre“, so Pichler und weiter: „Die Jägerschaft trägt für alle Wildtiere die Verantwortung und muss sich dafür einsetzen, dass die Bestände erhalten und gefördert werden.“
Der WWF fordert Pröll auf, nicht Öl ins Feuer zu gießen sondern seine Rolle vielmehr darin zu sehen, um für ein erfolgreiches Zusammenleben von Wildtieren und Mensch zu sorgen. „Was beim Thema Fischotter passiert ist, sollte wohl ausreichend sein. Beim Wolf darf das nicht ein weiteres Mal passieren“, so Pichler abschließend.
Rückfragehinweis:
Mag. Gerhard Auer, WWF Pressesprecher, 0676 83488231, gerhard.auer@wwf.at
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