Aufnahmen von Wildtierkameras zeigen, wie thailändische Tigerfamilien durch die Wälder streifen. Und auch Zahlen bestätigen, dass sich die dortigen Tigerbestände erholen – in Thailand ist er seit 2024 um 16% angestiegen.
WWF zur Rückkehr des Wolfs: Politik muss Landwirte besser unterstützen
Wien, am 22. Jänner 2017 – Anlässlich der heutigen Tagung der Landwirtschaftskammer zum Thema „Der Wolf im Alpenbogen“ fordert der WWF Österreich ein besseres Management mit höheren Entschädigungen und Herdenschutzmaßnahmen. „Der Erhalt von artenreichen, extensiv bewirtschafteten Almen und die Rückkehr des Wolfes sind zwei Seiten derselben Medaille. Im Interesse des Artenschutzes und der Almbauern ist es daher höchste Zeit, dass die Politik die Viehhalter aktiv unterstützt“, sagt Christian Pichler, Wolfsexperte beim WWF, der sich für einen konstruktiven Dialog ausspricht. “ Forderungen nach Abschussquoten und einem niedrigeren Schutzstatus ignorieren nicht nur geltendes Recht, sondern auch die große Mehrheit der Bevölkerung, die eine Rückkehr des Wolfs befürwortet. Daher erwarten die Österreicher von der Politik, dass erprobte Lösungen in der Prävention zur Anwendung kommen.“
Nicht nachvollziehbar ist die Forderung von Landwirtschaftskammer-Präsident Hermann Schultes nach einem Herabsenken des Schutzstatus, um Wolfsabschüsse zu erleichtern. „Im Einklang mit der aktuellen Rechtslage sieht der Österreichische Managementplan schon jetzt für den Ernstfall Entnahmen vor – etwa bei Gefahr im Verzug“, stellt Pichler klar. Wünsche in Richtung „Kernzonen“, „Korridorzonen“ und „Freizonen“ ignorieren zudem die Biologie des Wolfes, der seinen Bestand gemäß der Verfügbarkeit von Nahrung und Rückzugsräumen selbst regelt und sich dabei naturgemäß nicht an vom Menschen festgelegten Grenzen orientiert.
Begrüßenswert ist der Appell für ein bundesweit einheitliches Wolfsmanagement, einer langjährigen Forderung des WWF. Jedoch widerspricht WWF-Experte Pichler der Schultes-Behauptung, dies sei unfinanzierbar: „Aus rein monetärer Sicht sind Wolfsschäden überschaubar. In Deutschland betrugen die Entschädigungszahlungen in 17 Jahren Wolfsanwesenheit 500.000 Euro. Im Vorjahr wurden Österreich weit nachweislich 17 Schafe vom Wolf gerissen, wohingegen die Schälschäden durch das Schalenwild in Österreich alleine 218 Millionen jedes Jahr ausmachen.
Werden Herdenschutzmaßnahmen richtig und konsequent angewendet, funktionieren sie auch. Das zeigt unter anderem der Blick nach Deutschland oder in die Schweiz. Im Kanton Graubünden werden 400 Schafe in direkter Nachbarschaft zu einem Wolfsrudel mit durchschnittlich fünf bis zehn Wölfen gehalten. Seit die Herdenschutzmaßnahmen professionell umgesetzt werden, hat es keinen einzigen Wolfsriss mehr gegeben. Denn als intelligente und lernfähige Tiere erkennen Wölfe, dass diese Nutztiere keine leichte Beute darstellen.
Auf den Erfolg seriöser Managementkonzepte verweist auch der Geschäftsführer der European Wilderness Society (EWS), Max Rossberg: „Die langjährigen Erfahrungen der Schweiz zeigen, dass ein Nebeneinander zwischen Mensch und Wolf nicht nur machbar ist, sondern auch große Vorteile bringt. So trägt der Wolf dazu bei, die hohen Wildbestände in Schach zu halten, bewirkt eine gleichmäßigere Verteilung von Reh und Hirsch im Gelände und verbessert somit die natürliche Verjüngung der wichtigen Schutzwälder.
Rückfragehinweis:
Claudia Mohl, WWF-Pressesprecherin, Tel. 0676/83488203, E-Mail: claudia.mohl@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF-Flüssereport: Drei Viertel der ökologisch wertvollen Flussstrecken ungeschützt
77 Prozent der wertvollen Flussstrecken ohne verbindlichen Schutz vor weiterem Wasserkraftausbau – Hitze und Dürre machen Schutz und Renaturierung dringlicher – WWF legt Zeugnisse für alle neun Bundesländer vor
UNO-Artenschutzkonferenz: WWF bewertet Ergebnis als „verpasste Chance“
Staaten bleiben bei Naturschutz-Finanzierung und Abbau umweltschädlicher Subventionen hinter notwendiger Ambition zurück – WWF fordert Konsequenzen auch in Österreich
CITES-Meeting: WWF warnt vor Tigerfarmen als Deckmantel für illegalen Wildtierhandel
Große Datenlücken erschweren Kontrolle des Handels mit Tigern – WWF fordert strengere Aufsicht und ein Ende der Zucht für den Handel mit Körperteilen – Artenschutzgremium CITES tagt in Genf
WWF und Ozeanforscherin Sylvia Earle legen Grundstein für besseren Schutz des Mittelmeers
Neue Hoffnungs-Zone für den Artenschutz im Mittelmeer – Basis für grenzüberschreitenden Schutz seltener Hai- und Rochenarten, Wale, Delfine und Meeresschildkröten – WWF fordert politische Zusagen
Weltnaturkonferenz: WWF fordert Kurskorrektur bei Milliarden-Subventionen
UNO-Konferenz vor Abschluss – Reform umweltschädlicher Subventionen stark umkämpft – Naturschutzorganisation fordert verbindlichen Finanzierungsplan
WWF zum Klimagesetz: Ohne verbindliche Pflichten droht Mogelpackung
Begutachtungsfrist endet am Freitag: Verbindliche Sektorziele und Rechtsschutz fehlen, Standortklausel ermöglicht Rückzieher – Bundesregierung und Nationalrat müssen Entwurf nachschärfen
WWF: 20 Spitzmaulnashörner zum Schutz vor Wilderern evakuiert
Nashorn-Wilderei in Südafrika bedroht Arterhalt – Umsiedlung von Tieren nach Botswana zum Aufbau neuer Populationen – WWF vor Ort im Einsatz gegen illegale Jagd und Handel mit Nashorn-Horn
Weltnaturkonferenz: WWF warnt vor Scheitern zentraler Verhandlungen
Zum Start des Ministersegments stocken Verhandlungen über Naturschutz-Finanzierung – WWF fordert verbindliche Finanzierungszusagen und Abbau umweltschädlicher Subventionen












