Es war der Start eines großen Abenteuers für 18 Wisente: Die Tiere konnten erfolgreich im Kaukasus ausgewildert werden und somit in ihre Heimat zurückkehren. Darunter auch Ina, eine selbstbewusste und forsche Kuh aus Innsbruck.
WWF Österreich kritisiert Schönfärben des Standortgesetzes
Wien, am 11. Dezember 2019. Die Umweltschutzorganisation WWF Österreich kritisiert das Schönfärben des umweltfeindlichen „Standort-Entwicklungsgesetzes“ durch die Bundesregierung, obwohl die EU-Kommission in ihrer ausführlichen Bewertung mehrere Verstöße gegen EU-Recht festgestellt hatte. "Selbstverständlich drängt dieses Gesetz die Behörde nach dem Ablauf von zwölf Monaten dazu, das Projekt zu genehmigen. Genau das war ja Sinn und Zweck der ganzen Aktion. Aus kurzsichtigen Profitinteressen sollten Umwelt- und Beteiligungsstandards ausgehöhlt werden, um große Verbauungen durchboxen zu können“, sagt Hanna Simons, Leiterin der Abteilung für Natur- und Umweltschutz beim WWF Österreich, zum heute veröffentlichten Rechtfertigungsschreiben der Bundesregierung. Gerade die größten Projekte werden mehrfach privilegiert. Die Verfahren sollen abgekürzt werden, auch wenn noch keine Entscheidungsreife besteht. Zudem fehlt ein effektiver Rechtsschutz gemäß Unionsrecht. „Diese Holzhammer-Methode ist weder mit der UVP-Richtlinie noch mit dem Vorsorgegrundsatz vereinbar. Die Bundesregierung sollte endlich die Notbremse ziehen anstatt an einem verpfuschten Gesetz festzuhalten“, sagt Simons unter Verweis auf die Kritik der EU-Kommission.
Statt auf eine mögliche Verurteilung durch den Europäischen Gerichtshof zu warten, schlägt der WWF der Politik vor, die wichtigen Umweltprüfungen qualitativ zu verbessern. „Österreich braucht keinen Freibrief für Husch-Pfusch-Vorhaben, sondern ordentlich ausgestattete Behörden und bessere Planungen", fordert Hanna Simons. Konkret benötigen die UVP-Behörden mehr Amtssachverständige und eine höhere Qualität der Einreichungen, wofür die Projektwerbenden in die Pflicht genommen werden müssen. Genauso wichtig sind moderne Materiengesetze und eine naturverträgliche Energiewende samt einer ökologischen Raumplanung. Parallel dazu müssen Föderalismusreformen für eine bessere Vollziehung und Kooperation der unterschiedlichen Stellen sorgen. Zudem sollten Politik und Verwaltung am Runden Tisch enger mit der betroffenen Bevölkerung zusammenarbeiten, um Konflikte frühzeitig zu entschärfen.
Im Oktober 2019 leitete die EU-Kommission wegen des „Standortentwicklungsgesetzes“ den Prozess eines Vertragsverletzungsverfahrens ein, weil sie mehrere Verstöße gegen die UVP-Richtlinie und den Vorsorgegrundsatz festgestellt hatte. Die Kritik bezog sich insbesondere auf den eingeschränkten Rechtsschutz und den starken Drang zur Genehmigung auch wenn das Verfahren noch nicht entscheidungsreif ist. So ist es Behörden zwar theoretisch noch möglich, ein Projekt abzulehnen, diese Möglichkeit wird aber durch das Gesetz stark eingeschränkt.
Rückfragehinweis:
Mag. Volker Hollenstein
Leiter Politik & Kommunikation WWF Österreich
Mobil: +43664 501 31 58
E-Mail: volker.hollenstein@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF-Auswilderungsprojekt: Tiroler Wisent-Kuh „Ina” erfolgreich im Kaukasus freigelassen
Naturschutzorganisation siedelt Wildrinder in ihrer Heimat Aserbaidschan an – Kuh „Ina” aus Innsbruck ist eines von 18 Tieren – WWF: „Paradebeispiel für internationalen Artenschutz”
Stromanbieter-Check: TIWAG fällt bei Stromanbieter-Check durch
129 heimische Stromanbieter von WWF und GLOBAL 2000 analysiert – TIWAG aufgrund von mangelnder Transparenz und fehlender naturverträglicher Strategie nur auf Platz 116
Stromanbieter-Check: Wenige Vorreiter, viel Intransparenz
WWF und GLOBAL 2000 analysieren 129 heimische Stromanbieter: Nur drei Vorreiter gekürt, schlechtes Zeugnis für viele Landesenergieversorger
Tiwag-Talschaftsverträge: WWF fordert Reformen statt heimlicher Absprachen
Geheime Vereinbarungen erst nach Gerichtsbeschluss offengelegt – WWF fordert volle Transparenz, unabhängige Kontrolle und neue Spielregeln für künftige Verträge
Good News: Neues Jahr bringt Fangverbot für Störe in Bulgarien
Bulgarien hat ein dauerhaftes Fangverbot für Störe in der Donau und im Schwarzen Meer eingeführt. Der WWF Bulgarien spielte dabei eine Schlüsselrolle.
Treibhausgas-Bilanz: WWF warnt vor drohendem Verfehlen der Klimaziele
Ausblick negativ, Österreich nicht auf Kurs für 2030 und 2040 – Verfehlen der Klimaziele wäre „politisches Debakel der Sonderklasse“
WWF zum Ableben von Andreas Pataki
Früherer Bürgermeister von Marchegg und langjähriger Partner im WWF-Auenreservat Marchegg verstorben – WWF würdigt Lebenswerk und Einsatz für Natur
Good News: Abkommen als Meilenstein für Meeresschutz
Das neue Jahr läutet eine neue Ära der Meerespolitik ein: Durch das internationale Abkommen zum Schutz der Hohen See gibt es nun endlich Regeln für zwei Drittel der globalen Meeresfläche.












