Spektakuläre Aufnahmen zeigen Leopardensprung über Grenzzaun – Hoffnung für eine bedrohte Art – WWF Österreich setzt sich zum Arterhalt im Kaukasus ein – Internationaler Tag des Leoparden am 3. Mai
A1 Grünbrücke „Bergland“ bei Ybbs vor Fertigstellung
Wien, 21. Oktober 2015 – Bis 2027 errichtet die ASFINAG insgesamt 16 Grünbrücken auf bereits bestehenden Streckenabschnitten. Eine davon, die Grünbrücke auf der A 1 West Autobahn bei Ybbs, wird im November fertig gestellt. Mit dieser 60 Meter breiten Brücke öffnet die ASFINAG den Hauptkorridor Kalkalpen-Tschechien wieder für die Wildtier-Wanderung.
Denn für die ASFINAG gilt: Gut und vor allem sicher ausgebaute Autobahnen und Schnellstraßen, schließen Umwelt- und Artenschutz nicht aus. Um dem hohen Sicherheitsanspruch allerdings gerecht zu werden, ist das rund 2.183 Kilometer lange hochrangige Straßennetz in Österreich umfassend mit Wildschutzzäunen gesichert. Die Folge daraus: Jahrtausende alte Tier-Wander-Wege werden durchschnitten und dafür gilt es Ersatzwege zu schaffen. „Mit dem Bau von Grünbrücken setzt die ASFINAG wichtige ökologische Projekte um, und kommt damit ihrer Verantwortung gegenüber der Umwelt nach“, sagt Rainer Kienreich, Geschäftsführer der ASFINAG Service GmbH, „Umwelt- und Arten-Schutz muss uns etwas wert sein – daher investieren wir in jede neue Grünbrücke rund 4,5 Millionen Euro.“
Damit die ASFINAG Investitionen in neue Wildquerungshilfen wirtschaftlich sinnvoll und dennoch artenschützend umsetzen kann, besteht seit 2005 eine enge Zusammenarbeit mit dem World Wide Fund for Nature – WWF. In einer Studie wurden vom WWF anhand der bekannten Wander-Korridore insgesamt 19 mögliche Standorte für Grünbrücken auf dem Bestandsnetz erarbeitet. Rainer Kienreich: „Wir stehen zu unserer Verantwortung dem Umwelt- und Artenschutz gegenüber. Aber für uns steht fest: wir wollen wirtschaftlich sinnvoll handeln und Grünbrücken nur dort errichten, wo sie auch Sinn machen. Deshalb ist uns die Zusammenarbeit mit den Experten des WWF sehr wichtig.“ Seit Bestehen der Kooperation hat die ASFINAG bereits drei Grünbrücken-Projekte umgesetzt.
Christian Pichler, Leiter des WWF-Schutzprogramms für Bär, Luchs und Wolf, ist überzeugt von der Wichtigkeit der Kooperation: „Autobahnen und Schnellstraßen sind für Wildtiere ein unüberwindbares Hindernis. Deshalb ist es wichtig natürliche Landschaftsbrücken zu erhalten. Auf Bestandsstrecken geht das nicht – da sind Grünbrücken eine gute Möglichkeit, naturgegebene Wild-Wander-Wege wieder herzustellen.“ Dass das Konzept der Grünbrücken funktioniert, zeigen die Foto-Monitorings. WWF-Experte Pichler: „Die Ergebnisse sind erfreulich, denn sie beweisen ganz deutlich, dass durch diese „grüne Infrastruktur“ der Landschaftsverbund effektiv wieder hergestellt werden kann. Im Vergleich zu einer unzerschnittenen Landschaft ist eine Grünbrücke natürlich trotzdem ein Nadelöhr, durch das nur ein begrenzter Wechsel erfolgt, aber dennoch von enormer Bedeutung!“
Rückfragehinweis:
Claudia Mohl, WWF-Pressesprecherin, Tel. 01/488 17-250, E-Mail: claudia.mohl@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF fordert „Schwammwald-Paket“ gegen zunehmende Trockenheit
Wasserspeicher-Funktion der heimischen Wälder stark belastet – Folgen der Klimakrise machen sich immer stärker bemerkbar
Neuer Bericht: Waldzerstörung trotz Rückgang auf alarmierendem Niveau
2030-Ziel außer Reichweite – WWF fordert Waldschutzpaket und entwaldungsfreie Lieferketten
WWF: Bodenverbrauch in Österreich 2025 gestiegen
7,7 Hektar pro Tag – Politisches Ziel deutlich überschritten – „Boden-Budget“ bereits Ende April erschöpft – WWF fordert Maßnahmen gegen fortschreitende Verbauung
Budget: WWF fordert Wasserzins nach Schweizer Vorbild
Österreichisches Modell könnte rund 685 Millionen Euro jährlich für Budget bringen – Einnahmen sollen zweckgebunden in Gewässerschutz, Renaturierung und Energiesparmaßnahmen fließen
WWF: Salzburger Wolf-Verordnung verstößt gegen EU-Recht
Naturschutzorganisation warnt vor Gefährdung des Artenschutzes und erheblichem Tierleid – Rückzug der Verordnung aufgrund zahlreicher Mängel gefordert
WWF-Analyse zeigt dramatische Unterfinanzierung des Naturschutzes
Finanzierungslücke von fast einer Milliarde Euro beim Schutz der Biodiversität – Nur 30 Prozent des Bedarfs gedeckt – WWF und Wissenschaft fordern Kurswechsel bei Budget-Entscheidungen
WWF-Erfolg: Durchbruch bei Renaturierung an der Mur
Der WWF hat drei große Renaturierungsmaßnahmen in Slowenien erfolgreich abgeschlossen – mit spürbaren Effekten bis nach Österreich. Davon profitieren zahlreiche Arten wie Eisvögel und Uferschwalben.
WWF kritisiert Österreich-Vorstoß zur Lockerung von EU-Umweltauflagen
Kritik an Vorpreschen der Bundesregierung bei Deregulierung – Natur- und Artenschutz-Richtlinien wichtiges Schutzschild für Biodiversität und Klima













