2026 bereits zehn Wölfe in Tirol getötet – Naturschutzorganisation fordert Ende von Abschüssen als Standardlösung: „Wild sein ist kein Verbrechen“
Aktueller Report: Steuerzahler finanzieren Walfang
Gland, Schweiz / Wien, 19. Juni 2009 – Die Regierungen von Norwegen und Japan verwenden Steuergelder zur Subventionierung des unprofitablen Walfangs. Dies ergab die aktuelle Studie „Economics and Subsidies to Whaling“, gemäß der Norwegen und Japan kommerziellen Walfängern gigantische Summen staatlicher Fördermittel zukommen lassen, obwohl das Jagen und Töten von Walen ohne staatliche Subventionen unprofitabel wäre. „In Zeiten der globalen Wirtschaftskrise ist es weder strategisch klug, noch nachhaltig oder angemessen, wertvolle Steuergelder dafür zu verwenden, eine Industrie zu unterstützen, die grundsätzlich wirtschaftlich nicht überlebensfähig ist,“ sagt WWF Meeresexperte Georg Scattolin. Aus Naturschutzsicht ist der unkontrollierte kommerzielle Walfang unbedingt zu stoppen.
Trotz des Moratoriums und somit dem weitgehenden Verbot von kommerziellem Walfang der Internationalen Walfangkommission (IWC) nützen Japan und Norwegen Gesetzeslücken im IWC Gründungsabkommen aus – und töten bis zu 2000 Wale pro Jahr. Norwegen hat Einspruch gegen das Moratorium erhoben und Japan argumentiert mit „Walfang zu wissenschaftlichen Forschungszwecken“.
Die Studie des unabhängigen Wirtschaftsinstituts „eftec“ im Auftrag des WWF und der WDCS (Whale and Dolphin Conservation Society) analysierte zahlreiche direkte und indirekte Kosten, die mit dem Walfang, der Verarbeitung und der Vermarktung von Walprodukten, wie Walfleisch, in Verbindung stehen. Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass das Vorgehen der beiden Länder äußerst bedenklich ist: Die enormen Kosten kombiniert mit der sinkenden Nachfrage nach Walfleisch und dem Risiko der negativen Auswirkungen für Japan und Norwegen, wie z.B. Handelsboykotten oder rückläufigem Tourismus (z.B. Schaden für Whale-Watching Veranstalter), machen die Erwirtschaftung von Erträgen für beide Länder unwahrscheinlich. Dem Bericht zufolge hat die Regierung Norwegens seit 1992 fast fünf Millionen US-Dollar für Öffentlichkeitsarbeit und Werbekampagnen ausgegeben, um Unterstützung für ihre Walfang- und Robbenjagdindustrie zu bekommen. Zusätzlich entsprachen die staatlichen Förderungen fast der Hälfte des Bruttowerts, den die Norwegische Fischerei-Handelsorganisation Rafisklaget durch den Absatz von Walfleisch erwirtschaftet hat. Ganz ähnlich werden Steuergelder in Japan verwendet: Während der Saison 2008/2009 benötigte die japanische Walfang Industrie 12 Millionen US-Dollar an Steuergeldern, allein um ihre Kosten zu decken. Insgesamt beliefen sich die Subventionen seit 1988 auf 164 Millionen US-Dollar.
„Norwegen und Japan schaden dem Tourismus, der in beiden Ländern eine potenzielle Wachstumsbranche ist. Sie geben Millionen aus um Walfleisch zu bekommen, dessen Verkauf sich nicht rentiert“, so Nicolaus Entrup, Sprecher für WDCS Österreich und Deutschland. „Wie lange werden sie noch das Geld des Steuerzahlers verschwenden?“
Weitere Informationen:
Elke Mühlbachler, WWF Pressesprecherin, Tel. 01-48817-210 od. 0676-83488210, em@wwf.at
Thomas Schweiger, WDCS Österreich + Deutschland, 0049-15777983500, thomas.schweiger@wdcs.org
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