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Artenschutz mit Gewicht: WWF schickt Panzernashörner auf Reisen
Kathmandu, Wien, 19. April 2017 – Dieser Tage haben die Naturschützer des WWF Nepal eine nicht ganz alltägliche Maßnahme für die Rettung seltener Arten durchgeführt: Ein 12jähriges männliches Panzernashorn wurde vom Chitwan-Nationalpark in den im März 2017 neu geschaffenen Shuklaphanta-Nationalpark übersiedelt. Vier weitere Nashörner sollen im Laufe des Aprils folgen und in Nepals jüngstem Nationalpark eine neue Heimat finden. Georg Scattolin vom WWF Österreich erklärt: „Solch ein ‚Nashorn-Umzug‘ ist eine gewaltige Aktion, an der ein Team von 250 Helfern und über 30 Elefanten beteiligt ist.“
Die Nashörner entdeckt man am besten per Elefant. Geeignete Exemplare werden ausgewählt und vom Tierarzt betäubt. Vor der Verfrachtung in Transport-LKWs erhalten die tonnenschweren Rhinozerosse noch ein GPS-Halsband, das den Wissenschaftlern wertvolle Informationen liefern soll. Die Veterinärmediziner und Naturschutzexperten des WWF begleiten die Tiere danach sicher ans oft mehrere hundert Kilometer entfernte Ziel.
Auch ein zweites Schutzgebiet bekommt bald Nachschub: Fünf weitere Nashörner aus Chitwan, werden in den Bardia-Nationalpark gebracht. „Bis zum nächsten Jahr sollen insgesamt 30 Rhinos übersiedelt werden, damit sich in Nepals Schutzgebieten wieder überlebensfähige Populationen entwickeln können“, erklärt Scattolin. Der Himalaya-Staat hat sich dabei ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: 800 Nashörner sollen wieder in Nepal leben – so viele, wie es ursprünglich einmal waren. Derzeit liegt der Bestand bei 645 Tieren. 600 davon leben im Chitwan-Nationalpark. Dort konnte die Population nach konsequenter Antiwilderei-Arbeit von Gemeinden, Naturschützern und der Regierung stabilisiert werden.
Ursprünglich am gesamten Norden des indischen Subkontinents verbreitet, hat die Art nur in wenigen Rückzugsgebieten überdauert. Anfang des 20. Jahrhunderts gab es in Indien und Nepal nur noch höchstens 100 Nashörner, sodass sie kurz vor der Ausrottung standen.
Der WWF verstärkt seit 1998 seinen Einsatz gegen die Wilderei und für den Schutz der Panzernashorn-Lebensräume durch Patrouillen und unterstützt die Überwachung des Handelsverbots von Nashornprodukten. „Nachdem Nepal die Wilderei erfolgreich bekämpft hat, liegt nun der Fokus darin, die Lebensräume für die Nashornpopulationen zu erweitern“, unterstreicht Scattolin. „Die Schutzgebiete liegen im Terai, einer fruchtbaren Tiefebene südlich des Himalayas, die sich entlang der etwa 800 Kilometer langen Grenze zu Indien zieht“, so Scattolin.
2005 startete der WWF gemeinsam mit der International Rhino Foundation ein Projekt, welches vorsieht, das Verbreitungsgebiet des Panzernashorns sukzessive zu erweitern und die Gesamtpopulation zu festigen. Dafür werden Tiere aus stabilen Beständen eingefangen und in anderen Schutzgebieten angesiedelt.
Das Panzernashorn (Rhinoceros unicornis, wörtlich einhörniges Nashorn) ist mit einer Schulterhöhe bis zu 185 Zentimetern und einem Gewicht von mehr als 2.000 Kilogramm das größte unter den drei asiatischen Nashornarten. Im Gegensatz zu seinen beiden afrikanischen Verwandten und dem Sumatranashorn trägt es nur ein Nasenhorn, das eine Länge von 20 Zentimetern erreichen kann.
Rückfragehinweis:
Claudia Mohl, WWF-Pressesprecherin, Tel. 01/48 17-250, E-Mail: claudia.mohl@wwf.at
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