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Fotostrecke: Die tierischen Gewinner und Verlierer 2025

Für 2025 ziehen wir eine durchwachsene Jahresbilanz für den weltweiten Artenschutz. Die guten Nachrichten: Wir konnten uns über zahlreiche Lichtblicke freuen! Für Grüne Meeresschildkröten, Koalas in Australien und Schneeleoparden in Nepal war es ein gutes Jahr. Und auch die Seeadler in Österreich befinden sich im Aufwand. Doch gleichzeitig geraten arktische Robben, tropische Korallenriffe und Nashörner in Afrika weiter unter Druck. Wir präsentieren die tierischen Gewinner und Verlierer aus dem Jahr 2025.

 

Gewinner: Grüne Meeresschildkröte

Einen buchstäblich großen Sprung machte 2025 die Grüne Meeresschildkröte: Auf der Roten Liste wurde sie von „stark gefährdet“ auf „nicht gefährdet“ herabgestuft – ein Sprung um drei Kategorien. Seit den 1970er-Jahren ist der Bestand um rund 28% gestiegen. Gründe für diesen Erfolg sind unter anderem Schutzprogramme für Niststrände, Projekte gegen die Entnahme von Schildkröten und ihren Eiern sowie die Eindämmung des internationalen Handels. Trotzdem gilt die Mehrheit der Meeresschildkrötenarten weiterhin als bedroht.

Gewinner: Haie und Rochen

2025 konnten wir uns auch über einen historischer Etappensieg für Haie und Rochen freuen: Bei der Artenschutzkonferenz (CITES COP) in Usbekistan, wurden erstmals internationale Handelsverbote für zahlreiche Hai- und Rochenarten beschlossen. Ein besonderer Durchbruch ist das internationale Handelsverbot für Manta- und Teufelsrochen, Walhaie, Weißspitzen-Hochseehaie und 18 Arten von Geigenrochen. Strengere Maßnahmen wurden auch für den Handel mit Tiefsee-, Hunds- und Glatthaien beschlossen. Doch der Schutz am Papier ist nur der Anfang. Jetzt müssen die einzelnen Staaten eine lückenlose Umsetzung und strenge Kontrollen für Handel und Fischerei sicherstellen.

Gewinner: Seeadler

Zum Start der Seeadler-Brutsaison gab es 2025 gute Nachrichten: Bereits rund 90 Seeadler-Paare leben in Österreich und haben ein eigenes Territorium. Dank strenger Schutzgesetze und Artenschutzmaßnahmen sind Seeadler hierzulande wieder im Aufwind. Ein wichtiger Teil davon ist das Forschungs- und Schutzprogramm des WWF Österreich. In diesem Rahmen werden Seeadler regelmäßig mit Sendern ausgestattet. Dafür werden solarbetriebene GPS-Sender am Rücken der Seeadler befestigt. Der WWF kann dadurch ihre Flugrouten genau nachvollziehen und mehr darüber lernen, wie man die ehemals ausgerottete Art bestens schützen kann. So haben die Sender beispielsweise gezeigt, dass sich Seeadler besonders häufig in Natura 2000-Schutzgebieten aufhalten.

Gewinner: Schneeleoparden

Tolle Neuigkeiten gab es 2025 auch aus dem Himalaja: Nepal hat erstmals eine nationale Bestandsaufnahme der Schneeleoparden abgeschlossen. Knapp 400 Schneeleoparden streifen demnach durch Nepals Berge – das sind mehr als gedacht. Mit ihrem dichten, grau gefleckten Fell sind die Tiere Meister der Tarnung und zählen zu den am wenigsten erforschten Großkatzen der Welt. Die Erhebung in Nepal lieferte wichtige Daten zu Verbreitung, Bestand und Lebensräumen der bedrohten Großkatze. Für uns ist das die Grundlage für wirksame Schutzstrategien und ein Signal an andere Verbreitungsländer wie China, ihre Bestände ebenfalls systematisch zu erfassen.

Gewinner: Koalas

Große Hoffnung für Koalas brachte die Einrichtung des Great Koala National Park in Australien. Mit ihm wurde 2025 ein entscheidender Schritt zum Schutz der Koalas gesetzt. Rund 176.000 Hektar Staatsforste werden mit bestehenden Nationalparks verknüpft und bilden ein großflächiges Schutzgebiet im Bundesstaat New South Wales. Dort ist der Koalabestand zwischen 2000 und 2020 durch Abholzung, Dürren, Krankheiten und Buschbrände um mehr als die Hälfte eingebrochen. Der neue Nationalpark ist nun eine große Chance, um diese Entwicklung zu stoppen und langfristig umzukehren.

Gewinner: Wisente

In den rumänischen Karpaten wurden 2025 erneut Wisente in freier Wildbahn geboren – ein Symbol für erfolgreiche Wiederansiedelungsprogramme nach ihrer Ausrottung. Die Rückkehr der Wisente ist jedoch mehr als nur die Rettung einer Art. Sie ist auch ein Symbol für die Erneuerung ganzer Ökosysteme. Wisente sind die größten Landsäugetiere und werden oft als „Architekten des Waldes“ bezeichnet. Während sie grasen, die Vegetation niedertrampeln und den Boden düngen, helfen sie Grasland und Wäldern, sich zu regenerieren. So profitieren unzählige Pflanzen- und Tierarten von ihrer Rückkehr.

Gewinner: Flussdelfine

In Peru gibt es erste Hinweise auf eine leichte Erholung der seltenen Flussdelfine, unter anderem durch lokale Schutzprogramme und Projekte in der Fischerei. Flussdelfine gehören zu den bedrohtesten Säugetieren der Erde. Immer wieder verfangen sie sich in Fischernetzen, was für die Tiere oft tödlich endet. Das führt zudem zu Konflikten mit lokalen Fischer:innen, da die Netze beschädigt werden. Durch kleine Schallgeräte, sogenannte „Pinger“, die an Fischernetzen befestigt werden und akustische Signale aussenden, gingen die Netzschäden um 40% zurück und kein Tier verfing sich mehr.

Gewinner: Störe

Kleine, aber umso erfreulichere Artenschutz-Erfolge gibt es hierzulande bei der weltweit am stärksten gefährdeten Tiergruppe: den Stören. In den March-Auen und entlang der Mur wurden heuer wieder erfolgreich Sterlet-Jungfische ausgesetzt. Das ist ein wichtiger Baustein, um die Art in ihren ursprünglichen Lebensraum zurückzubringen. Der Sensationsfund eines Glattdick-Störs an der kroatischen Drau sorgte darüber hinaus für Hoffnung auf das Überleben einer bereits ausgestorben geglaubten Störart. Zwar sind alle Störarten im Donauraum weiterhin höchst gefährdet, aber wenn wir die letzten frei fließenden Flüsse erhalten und renaturieren sowie die Wilderei bekämpfen, haben sie eine Chance.

Verlierer: Arktische Robben & Walrosse

Für arktische Robben war 2025 ein schlechtes Jahr: Gleich drei arktische Robbenarten wurden auf der Roten Liste hochgestuft. Die Klappmütze gilt nun als „stark gefährdet“, nachdem ihr Bestand stark gesunken ist. Auch Bartrobbe und Sattelrobbe wurden neu als „gering gefährdet“ eingestuft, vorher galten sie als „nicht gefährdet“. Die erneute Bewertung der Walrosse bestätigt ihren Status als „gefährdet“ und den enormen Druck auf die Art. Hauptursache ist der Verlust von Meereis durch die Erderhitzung: Ohne stabile Eisflächen fehlen Rückzugsorte zur Jungenaufzucht, Nahrungssuche und Erholung. Gleichzeitig nimmt der Druck durch Schifffahrt, Unterwasserlärm, Rohstoffabbau, Jagd und Fischerei zu.

Verlierer: Nashörner

Die Lage der afrikanischen Nashörner bleibt 2025 leider kritisch: Die Tiere werden nach wie vor massiv illegal gejagt, um ihre Hörner auf dem Schwarzmarkt zu verkaufen. Laut aktuellen Zahlen der IUCN wurden 2025 in Afrika rund 22.540 Tiere gezählt: davon 6.788 Spitzmaulnashörner, die als „vom Aussterben bedroht“ gelten, und 15.752 Breitmaulnashörner, eingestuft als „potenziell gefährdet“. Während die Bestände des Spitzmaulnashorns um rund 5% zugenommen haben, sind die der Breitmaulnashörner im gleichen Zeitraum um 11% zurückgegangen. Zwar war die Wilderei-Quote 2024 relativ niedrig, doch in den ersten Monaten 2025 wurden wieder deutlich mehr Nashörner gewildert – etwa im Tschad und in Südafrika. Der WWF warnt davor, Schutzmaßnahmen zu lockern, solange die Bestände noch so verwundbar sind

Verlierer: Wolf

Der Wolf ist ein natürlicher und damit unverzichtbarer Bestandteil unserer heimischen Natur. Deshalb arbeitet der WWF daran, den Wolf zu schützen. Doch leider war der Wolf 2025 ein Verlierer: In Europa wurde sein Schutzstatus politisch abgeschwächt – ein klarer Rückschritt für den Artenschutz. Bisher war der Abschuss streng reguliert und nur in Ausnahmefällen erlaubt. Die Schwächung des Schutzes gefährdet nun Jahrzehnte an Erfolgen beim Wiederaufbau der Wolfspopulationen in Europa. In Österreich wurde heuer bereits jeder fünfte nachgewiesene Wolf getötet.

Verlierer: Moorfrosch

Besonders dramatisch in Österreich ist die Situation des Moorfrosches. Er kommt vor allem an der March sowie im Gebiet des Neusiedler Sees bzw. im Seewinkel vor. In den letzten Jahren sind die Bestände aufgrund der zunehmenden Austrocknung der Landschaft stark zurückgegangen. Wir sehen deshalb dringenden Handlungsbedarf für die Revitalisierung von Feuchtgebieten!

Verlierer: Korallen

Auch wenn sie wunderschön sind – zu den großen Verlierern zählten 2025 die Korallenriffe. Nach massiven Korallenbleichen in der Karibik 2023 und einer der stärksten je dokumentierten Bleichen am Great Barrier Reef 2024 nahm die vierte globale Massenbleiche an der Westküste Australiens beispiellose Ausmaße an. Eine im Herbst 2025 veröffentlichte Studie zu Kipppunkten zeigt, dass der kritische Schwellenwert für Warmwasser-Korallen bei etwa 1,2 Grad Erderhitzung gegenüber vorindustrieller Zeit liegt – ein Wert, der bereits erreicht oder überschritten ist. Damit droht der dauerhafte Verlust vieler Riffe. Mit ihnen gingen nicht nur einzigartige Lebensräume verloren, sondern auch die Lebensgrundlage für Millionen Menschen, die von Fischerei und Tourismus abhängig sind.

Verlierer: Vögel

Die Aktualisierung der Roten Liste 2025 zeigte bei Vögeln eine alarmierende Entwicklung: 61% aller Vogelarten weltweit nehmen in ihrem Bestand ab – deutlich mehr als bei der letzten umfassenden Bewertung im Jahr 2016, als es 44% waren. Betroffen sind auch Arten in Österreich wie das Braunkehlchen und das Rebhuhn. Hauptursachen sind die Zerstörung und Zerschneidung von Lebensräumen durch die Ausweitung und Intensivierung der Landwirtschaft, Flächenversiegelung und Abholzung. Damit gehen auch wichtige Funktionen verloren, denn Vögel sind unverzichtbar als Bestäuber, Samenverbreiter, natürliche Schädlingsbekämpfer und Aasfresser.