Geplante Erweiterung in Kronstorf verschärft Druck auf Böden und Wasser der Region – WWF verlangt volle Transparenz und verbindliche Auflagen von Landesregierung
Aschermittwoch: Welchen Fisch auf den Tisch?
Wien, am 12. Februar 2018 – Der Heringsschmaus läutet traditionell die Fastenzeit ein. Wer angesichts überfischter Ozeane mit gutem Gewissen zu Fisch greifen möchte, dem empfiehlt der WWF: Forelle, Saibling oder Karpfen aus heimischen Gewässern sind erste Wahl. Fisch aus Österreich entlastet die Meere und ist hinsichtlich Frische, Qualität und kurzer Transportwege unschlagbar, sagt WWF-Meeresexperte Axel Hein. Konsumentinnen und Konsumenten empfiehlt der WWF zudem einen Blick in den WWF Fischratgeber, der online unter www.wwf.at/fischratgeber abrufbar ist. Ein einfaches Ampel-System unterstützt beim möglichst nachhaltigen Einkauf.
Fisch ist eine gesunde Delikatesse, sollte bewusst und nicht täglich konsumiert werden. Denn 90 Prozent der Meeres-Fischbestände sind überfischt oder bis an ihre Grenzen befischt. Zugleich importiert Österreich 95 Prozent des konsumierten Fischs – der Bedarf kann derzeit also nur zu fünf Prozent aus heimischer Produktion gedeckt werden, weshalb es auch internationale Alternativen braucht. „MSC-zertifizierte Produkte gewährleisten immerhin einen Mindeststandard und sind ganz klar konventionellen Produkten vorzuziehen“, betont Hein. Gleiches gilt für ASC-zertifizierte Zucht von Fisch und Meeresfrüchten – besonders beliebt sind Lachs oder Garnelen –, deren Zuchtkriterien die konventionelle Aquakultur schrittweise ökologisch und sozial nachhaltiger gestalten sollen.
Zugleich fordert der WWF von MSC höhere Standards und schärfere Kontrollen und hat seine Forderungen gegenüber MSC zuletzt im Jänner 2018 international eingebracht, um Verbesserungen voranzutreiben. Bei allem Reformbedarf bleibt MSC das weltweit strengste Wildfang-Siegel für Meeresfisch und ist bis heute alternativlos. „Denn vor allem jene 90 Prozent nicht-zertifizierte Fischereien sind es, die den größten Raubbau an unseren Meeren zu verantworen haben“, warnt Hein.
„Die Politik war und ist säumig, daher braucht es global anwendbare Richtlinien und Grenzwerte, um Produktionsbedingungen zu verbessern. Fischereiquoten, die auf wissenschaftlichen Kriterien basieren, elektronische Überwachung von Fischereiaktivitäten und eine lückenlose Umsetzung der Richtlinien der gemeinsamen Fischereipolitik sind das Gebot der Stunde. Je verbindlicher und ambitionierter, desto besser für Meere und Menschen“, bekräftigt WWF-Experte Hein. Schließlich sichert Fisch Einkommen und Nahrung von über 800 Millionen Menschen weltweit.
Rückfragehinweis:
Mag. Florian Kozák, WWF Pressesprecher+43 676 83 488 276 florian.kozak@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF zur Roten Liste: Artensterben reicht von der Tiefsee bis in die Wüste
Neue Daten zeigen Bedrohung durch Tiefseebergbau, Industrieprojekte und invasive Arten – WWF fordert mehr Schutzgebiete und Stopp für riskante Naturzerstörung
Tiefseebergbau gefährdet globale Sicherheit, Klima und Artenvielfalt – WWF fordert Moratorium
Internationale Konferenz berät über Abbau von seltenen Rohstoffen in der Tiefsee Ende Juli – Neue Studie beschreibt globale Negativ-Folgen durch Zerstörung artenreicher Tiefsee-Lebensräume – WWF fordert Stopp der Abbaupläne
WWF warnt: Viele Flüsse gehen mit Niedrigwasser in den Hochsommer
An rund 85 Prozent der Pegel lagen die Juni-Abflüsse unter dem langjährigen Mittel – Hohe Wassertemperaturen verschärfen Lage für Fische und Gewässerlebensräume
WWF warnt vor Tabubruch im Lech-Schutzgebiet
Wasser aus intaktem Namloserbach im Natura-2000-Gebiet soll großteils abgeleitet werden – WWF sieht Genehmigungsfähigkeit höchst fraglich und fordert E-Werke Reutte zum Abbruch der Planungen auf
Tiwag-Gehälter: WWF fordert neue Strategie für Landeskonzern
Debatte über millionenschwere Vorstandsbezüge zeigt großen Reformbedarf bei Transparenz, Gemeinwohl und Naturverträglichkeit
Invasive Arten im Mittelmeer: WWF warnt vor Folgen für Artenvielfalt, Fischerei und Tourismus
Hasenkopf-Kugelfisch, Rotfeuerfisch, blaue Schwimmkrabbe & Co. bedrohen Mittelmeer-Lebensraum – WWF fordert: Natürliche Feinde wie Haie, Rochen und Oktopusse besser schützen; Überfischung stoppen; Meeresschutz ausweiten
WWF-Analyse: Untere Lobau fehlt im Renaturierungsatlas für Gewässer
Ausgerechnet eines der wichtigsten Sanierungsgebiete im Nationalpark Donau-Auen ist bisher nicht ausgewiesen – WWF sieht kritische Lücke und fordert Nachmeldung durch Wien und Niederösterreich beim Umweltministerium
Rekordtemperaturen, Massentourismus, Überfischung: WWF fordert 5-Punkte-Schutzpaket für das Mittelmeer
Umweltschutzorganisation macht auf dramatischen Zustand des Mittelmeers aufmerksam – Konkrete Maßnahmen gegen Plastikverschmutzung, Überfischung, intensive Schifffahrt und Artensterben gefordert













