Aktuelle FFH-Datensätze: 81 Prozent der geschützten Arten und 77 Prozent der Lebensräume in keinem günstigen Zustand – WWF fordert größere und bessere Schutzgebiete
Auf den Zahn gefühlt
Berlin/Bangkok, 07.03.2013 – Tausende von Elefanten werden derzeit jährlich für ihr Elfenbein getötet. Doch nicht alles Elfenbein, was sich im Umlauf befindet stammt aus illegalen Quellen. Es kann etwa aus historischen Beständen oder aus den sogenannten „Einmal-Verkäufen“ nach China und Japan stammen. Bisher helfen Herkunftszertifikate, dessen Ursprung zu belegen. Doch diese Nachweise lassen sich fälschen. Zudem nutzen sie nichts, wenn Zollbehörden konfisziertes Material zuordnen müssen. Zur eindeutigen Unterscheidung kann nun eine neue Isotopen Methode beitragen, die am Donnerstag vom WWF Deutschland und dem Bundesamt für Naturschutz auf der Artenschutzkonferenz CITES vorgestellt wurde.
Durch chemischen Nachweis bestimmter Elemente in den Stoßzähnen lassen sich genaue Rückschlüsse über ihre einstige Nahrung und deren genaue Zusammensetzung ziehen und damit auf ihre Herkunftsregion schließen. „Die Ergebnisse dieser sehr valide arbeitenden Methode sollen helfen, den Ursprung von konfisziertem Elfenbein eindeutig zu bestimmen, Schmuggelrouten zu identifizieren und so den illegalen Elfenbeinhandel zu bekämpfen“, sagte Stefan Ziegler, Elefanten-Experte beim WWF.
Der WWF Deutschland und die Johannes Gutenberg-Universität Mainz haben im Auftrag des Bundesamt für Naturschutz mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit seit Juli 2010 damit begonnen, über 600 Elfenbeinproben aus 24 afrikanischen und 6 asiatischen Herkunftsländern zu untersuchen, die ihnen unter anderem von deutschen und chinesischen Zollbehörden, europäischen Museen und Sammlern sowie Trophäenjägern zur Verfügung gestellt wurden. 30 mg Probenmaterial wurden auf die Elemente Strontium, Kohlenstoff, Stickstoff, Sauerstoff, Wasserstoff und Schwefel untersucht, deren Häufigkeit Rückschlüsse auf die typische Pflanzenwelt, den Boden und das Klima zulassen, in der der Elefant sich zu Lebzeiten bewegt hat.
Die Ergebnisse der Analyse werden für den Aufbau einer Referenzdatenbank genutzt, mit deren Hilfe zukünftig Elfenbein unbekannter Herkunft einem bestimmten Land oder einer bestimmten Region zugeordnet werden kann. Laufzeit des Projekts ist bis Ende 2014. Im Rahmen eines Schwesterprojekts wurde von der Universität Regensburg zudem die Altersbestimmung von Elfenbein unbekannten Ursprungs erforscht. Beide Methoden können in Zukunft in der Strafverfolgung eingesetzt werden und so den Kampf gegen illegalen Elfenbeinhandel unterstützten.
Für den WWF vor Ort in Bangkok und Experte Isotopen-Methode
Stefan Ziegler, Artenschutz-Referent, WWF Deutschland, Tel. +49 (151) 1885 4993, stefan.ziegler@wwf.de
Pressekontakt WWF Deutschland
Sylvia Ratzlaff, Pressestelle WWF Deutschland, Tel. +49 30-311 777 467, Mobil + 49 151-18 85 48 46, Sylvia.Ratzlaff@wwf.de
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF zur Inflation: Fossile Energien sind zentraler Preistreiber
Ein Drittel der Teuerung geht auf höhere Treibstoff- und Heizölpreise zurück – WWF fordert mehr Energieeffizienz, Abbau umweltschädlicher Subventionen und naturverträglichen Ausbau erneuerbarer Energien – Spritpreisbremse nahezu wirkungslos
WWF zu EABG-Verhandlungen: Regierung muss ihren Entwurf grundlegend verbessern
Naturschutzorganisation kritisiert mangelnde Kompromissbereitschaft der Koalition und fordert klare Verbesserungen bei Naturverträglichkeit
WWF: Mehr als 1.300 geschützte Tiere seit 2020 in Österreich getötet
Abschüsse von Bibern, Fischottern, Wölfen und Greifvögeln nehmen deutlich zu – WWF warnt vor „Normalisierung“ der Tötung geschützter Arten – Neue Kampagne gestartet
Almauftrieb am Hundsheimer-und Spitzerberg: Erste Beweidung seit 60 Jahren stärkt Biodiversität
Grasende Rinder sichern Lebensraum für seltene Arten – Vorzeigemodell: WWF fordert Ausweitung naturnaher Beweidungsprojekte in ganz Österreich
WWF: Wasserkrise erfordert Schutz der Natur statt rein technischer Reparaturmaßnahmen
Naturschutzorganisation unterstützt ÖVGW-Forderung nach Register für Wasserentnahmen, warnt aber vor zu starkem Fokus auf technische Lösungen – Renaturierung, Bodenschutz und Wassersparen zentral für Versorgungssicherheit
WWF: Landesrechnungshof zeigt massiven Nachholbedarf bei Renaturierung
Naturschutzorganisation fordert mehr Budget, Personal und Tempo bei der Umsetzung der EU-Renaturierungsverordnung – Alle Länder sowie Bundesregierung massiv in der Pflicht
Trockenheit in Österreich: BOKU-Studie zeigt Wirkung natürlicher Schutzmaßnahmen
March-Einzugsgebiet im Weinviertel untersucht: Naturbasierte Lösungen sorgen für mehr Bodenwasser, senken Dürre-Risiken und sichern Erträge der Landwirtschaft – WWF fordert „grünes Sicherheitsnetz“ für Österreich
Dürre spitzt Lage zu: WWF warnt vor Austrocknung der Unteren Lobau
Anhaltende Trockenheit verschärft Wassermangel im Nationalpark und gefährdet Biodiversität – WWF fordert Stadt Wien zum Handeln auf













