Neuer Landesbefund legt nahe, dass getöteter Wolf für Ziegenrisse nicht verantwortlich war – WWF fordert Aufklärung und Ende voreiliger Abschussfreigaben
Aus für Skiverbindung Kaunertal-Langtaufers. WWF fordert flächendeckenden Gletscherschutz in Tirol.
Bozen / Innsbruck, am 16. April 2020. Die umstrittene skitechnische Verbindung zwischen dem Langtauferer Tal in Südtirol und dem Kaunertal in Nordtirol wurde laut Angaben der Südtiroler Landesregierung abgelehnt. Die Naturschutzorganisation WWF Österreich begrüßt die Absage des naturzerstörerischen Infrastrukturprojekts. „Auch auf Nordtiroler Seite muss die Politik die Zeichen der Zeit erkennen und ursprüngliche Naturlandschaften konsequent vor Verbauung schützen“, sagt Josef Schrank, Landschaftsökologe vom WWF Österreich. Denn so wie bei der geplanten Gletscherverbauung Pitztal-Ötztal hat das Land Tirol im Kaunertal unberührte Gletscherflächen der Verbauung und dauerhaften Zerstörung Preis gegeben. „Der umfassende Gletscherschutz wurde auf Druck der Seilbahnlobby ausgehebelt. Die Landesregierung muss diesen Irrweg rasch verlassen, damit unsere Gletscherlandschaften wieder ohne Ausnahme geschützt werden“, fordert Josef Schrank. „Es ist höchste Zeit, dass die Politik den Erhalt von Natur und Landschaft für die Allgemeinheit vor die betriebswirtschaftlichen Interessen von einigen wenigen Seilbahnunternehmen stellt. Wir brauchen echte Ausbaugrenzen für die völlig aus dem Ruder gelaufene skitechnische Erschließung.“
Das Bauprojekt Langtaufers-Kaunertal wurde seit Jahren von österreichischen Touristikern stark forciert, aber vom Alpenverein Südtirol, mehreren Umweltverbänden sowie von großen Teilen der lokalen Bevölkerung und Politik abgelehnt und bekämpft. Mit dem Melagtal wäre ein weitgehend naturbelassenes Seitental des Langtauferer Tals skitechnisch verbaut worden und eine neue Verbindung in das Kaunertaler Gletscherskigebiet entstanden.
WWF fordert touristische Trendwende
Auf Nordtiroler Seite wurde 2005 eine rund 300 Hektar große unberührte Gletscherfläche des Gepatschferners durch das Tiroler Raumordnungsprogramm zum „Schutz der Gletscher“ sogar vom Gletscherschutz ausgenommen und damit eine Verbauung grundsätzlich erst ermöglicht. „Die Tiroler Landesregierung muss dringend eine Trendwende einleiten und auf einen naturverträglichen und nachhaltigen Tourismus setzen“, fordert WWF-Experte Josef Schrank. „Intakte, ursprüngliche Landschaften sind die Grundlage des alpinen Tourismus. Daher müssen die Konzepte der Zukunft wieder mehr mit der Natur arbeiten anstatt gegen sie.“
Rückfragen und Kontakt:
Vincent Sufiyan, WWF-Pressesprecher, Tel.: +43 676 834 88 308, E-Mail: vincent.sufiyan@wwf.at
Josef Schrank, WWF-Landschaftsökologe, Tel.: +43 676 834 88 299, E-Mail: josef.schrank@wwf.at
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