Mehr als 3.000 Tonnen pro Tag – WWF fordert zum Internationalen Tag gegen Lebensmittelverschwendung verbindliche Reduktionsziele und erleichterte Lebensmittelspenden
Baggern für die Au: Moorfrosch & Co atmen auf
Wien, Marchegg, 21. Okober 2009 – Nur noch an wenigen Stellen kann sich die regulierte March nach Hochwassern so ungehindert ausbreiten, wie an der „Langen Luss“ bei Marchegg. Diese Aulandschaft bietet 13 verschiedenen Amphibienarten Lebensraum. Damit das so bleibt, muss der Mensch nachhelfen, das wurde kürzlich im Zuge einer Untersuchung der Universität Wien festgestellt. „Die March ist eine wahre Schatzkammer der Artenvielfalt. Hier zeigt sich besonders deutlich, wie wichtig jeder einzelne Beitrag für unser großes gemeinsames Ziel, die Biodiversität zu fördern, ist. Ich wünsche mir, dass diesem positiven Beispiel viele weitere Gemeinden folgen“, so der Initiator der vielfaltleben-Kampagne Umweltminister Niki Berlakovich.
Den Amphibienpopulationen an der March wieder auf die Sprünge zu helfen, ist das Ziel des Pilotprojekts an der „Langen Luss“ in Marchegg. Kurz vor Beginn der Winterruhe der Amphibien, werden nun die Sutten – das sind lang gezogene Wiesensenken, die früher Flussarme der March waren – vertieft und ausgemäht. „Die Au trocknet zu schnell aus. Mit dem Projekt sorgen wir dafür, dass sich das Wasser bis zum Ende der Laichperiode in den Sutten hält“, erklärt WWF-Projektkoordinatorin Bernadette Strohmaier. „Wir sind stolz auf die besondere Artenvielfalt unserer Aulandschaft, und freuen uns, einen Beitrag dafür zu leisten, dass sie erhalten bleibt“, betonte auch der Marchegger Bürgermeister Gernot Haupt. Marchegg engagiert sich als erste Gemeinde der March-Thaya-Region in einem konkreten vielfaltleben-Projekt für den Erhalt und die Förderung der biologischen Vielfalt.
Renaturierung schafft Lebensräume
Moorfrosch, Wechselkröte & Co. stehen stellvertretend für eine reiche Fauna, die zunehmend darunter leidet, dass die March ihre natürliche Dynamik verloren hat. „In Folge der Flussregulierung und der Trockenlegung von Feuchtflächen bilden sich keine neuen Augewässer als Lebensraum bedrohter Arten nach“, erklärt Amphibienexperte Marc Sztatecsny von der Universität Wien. Durch die Pflege der Sutten wird dieser Austrocknung entgegengewirkt und das Habitat von wasserliebenden Arten wie Amphibien, Wasservögeln und Urzeitkrebsen, den „Dinosauriern“ der Au, entscheidend verbessert.
Wasser marsch für die Au
Langfristig soll wieder die natürliche Flussdynamik der March für eine intakte Auen-Wildnis sorgen. Dafür ist es notwendig, dem Fluss durch Renaturierungsmaßnahmen wieder mehr Raum zur Ausbreitung zu geben. Auf diese Weise würde sich bald eine vielgestaltige und lebendige Wasserwelt March-Thaya-Auen entwickeln.
vielfaltleben – für aktiven Artenschutz
Die Kampagne vielfaltleben des Lebensministeriums hat sich zum Ziel gesetzt, die Lebenssituation zahlreicher gefährdeter Tier- und Pflanzenarten in ganz Österreich bis zum Jahr 2010 entscheidend zu verbessern.
Der WWF führt sein Schutzprogramm für gefährdete Amphibienarten in den March-Thaya-Auen mit fachlicher Beratung der Universität Wien und im Rahmen dieser Kampagne durch.
Rückfragehinweis und Pressefotos:
Claudia Mohl, WWF Pressesprecherin, Tel. 01/48817–250
Email: claudia.mohl@wwf.at
Mag. Bernadette Strohmaier, WWF Koordinatorin Amphibienschutzprogramm, Tel. 01/488 17–214, Email: bernadette.strohmaier@wwf.at
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