Naturschutzorganisation kritisiert Drängen auf mehr Wolfsabschüsse in Italien und Slowenien – Österreichs Schutzpflichten bleiben bestehen
Brasilien weitet Amazonas-Schutzgebiete aus
Brasilia/Wien, 7. April 2009 – Die Regierung des Bundesstaates Amazonas hat die Errichtung von sechs Schutzgebieten mit einer Gesamtfläche von mehr als 23.000 Quadratkilometern angekündigt. Das entspricht einer Fläche von Niederösterreich und dem Burgenland zusammen. Diese Schutzgebiete vervollständigen das Mosaik der unter Schutz stehenden Flächen entlang der Bundesstraße BR 319, die von Porto Velho ins Herz des Amazonasregenwaldes, nach Manaus, führt. Das neue Gebiet ist Teil des ARPA-Schutzgebietsnetzwerks, das bis 2012 600.000 Quadratkilometer umfassen soll und das der WWF zusammen mit der brasilianischen Regierung ins Leben gerufen hat.
Die Satellitenbilder zeigen, welche verheerenden Folgen der Straßenbau für den Amazonas hat. Die Verkehrswege öffnen den Wald nach außen und machen die Zufahrt durch ehemals unwegsame Gebiete möglich. Illegale Holzfäller dringen in die Wälder ein und schlagen die wertvollsten Bäume heraus, wodurch der Wald massiv geschädigt wird. Anschließend lassen sich Landlose auf der Suche nach Nutzland entlang der Straßen nieder, wo sie in den Regenwald durch Brandrodung tiefe Narben schlagen. Die Besitzverhältnisse sind oftmals ungeklärt.
Deshalb ist es wichtig, dass Infrastrukturprojekte von ausgeklügelten Managementplänen begleitet werden. Nur so können die Auswirkungen auf den Regenwald so gering wie möglich gehalten werden. Der WWF wird als wichtiger und kompetenter Partner der brasilianischen Regierung regelmäßig in diese Planungen mit einbezogen. Die Umweltorganisation arbeitet bei mehreren solchen Straßenprojekten mit, um die Schäden im Wald zu minimieren.
Entlang der BR 319 wurden bereits im letzten Jahr staatliche Schutzgebiete in einem Ausmaß von mehr als 5.500 Quadratkilometern errichtet. Meist handelt es sich dabei um Gebiete, in denen die nachhaltige Nutzung durch indigene Dörfer gefördert wird.
Zusammen mit dem WWF und anderen Organisationen arbeitet die brasilianische Regierung an dem Schutzgebietsnetzwerk ARPA (Amazon Region Protected Areas Program), das bis 2012 600.000 Quadratkilometer – das sind zwölf Prozent des brasilianischen Regenwaldes – umfassen soll. Das Projekt, an dem auch die Weltbank und die deutsche Gesellschaft für Entwicklungszusammenarbeit beteiligt sind, wurde 2002 gestartet.
Zusätzlich wird die Regierung des brasilianischen Bundesstaates Amazonas nun auch im Klimaschutz aktiv. Dazu wurde ein eigenes Forum für Klimawandel gegründet. Auch dort arbeitet der WWF intensiv mit.
Weitere Informationen:
MMag. Franko Petri, Pressesprecher WWF Österreich, Tel. 01-48817-231
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