Naturschutzorganisation kritisiert Drängen auf mehr Wolfsabschüsse in Italien und Slowenien – Österreichs Schutzpflichten bleiben bestehen
Braunbär aus WWF-Forschungsprojekt in Rumänien von Wilderer erschossen
Baia Mare/Rumänien, 6. September 2012 – Ein wild lebender Braunbär, der vom WWF in Rumänien mit einem GPS-GSM-Sender unter wissenschaftlicher Beobachtung stand, wurde vor wenigen Tagen von einem Wilderer erschossen. Der 150 Kilogramm schwere männliche Bär mit dem Namen WWF11621 wurde tot in einem Jagdgebiet des lokalen Jagdvereins in Maramures in Nordwestrumänien gefunden. Der veterinärmedizinische Befund ergab nun klar, dass er erschossen wurde. „Unser Bär wurde ein Opfer des schlechten Bärenmanagements in Rumänien, das einfach nicht funktioniert“, ärgert sich Cristian-Remus Papp, der Koordinator des WWF-Braunbärenprojekts. Der WWF fordert nun, dass die Wanderungen von Braunbären zwischen der Ukraine und Rumänien erleichtert werden müssen und die Grenzen für Beutegreifer geöffnet werden.
Der WWF in Rumänien informierte nach dem Fund des Bären sofort die lokale Jagdvereinigung, die es aber verabsäumte, sofort die Polizei zu informieren. Der Betreiber des Jagdreviers wäre eigentlich verpflichtet, das Wild auf seinem Gebiet zu schützen und alles Notwendige zu tun um Wilderei zu verhindern. Er ist außerdem vertraglich verpflichtet, alle rechtlichen Schritte zu unternehmen um die Wilderer auszuforschen.
Der Braunbärenbestand in Osteuropa ist durch die Zersiedelung der Landschaft, die Abschussquoten und auch durch Wilderei gefährdet. Die Karpaten sind eines der letzten Rückzugsgebiete für Braunbären, Luchse und Wölfe. Im Zuge des WWF-Braunbärenprojekts in Rumänien werden fünf Bären besendert um ihre Wanderwege, ihr Futter, deren Lebensräume und ihr Familienverhalten zu untersuchen. Der erschossene Braunbär hätte bis zum Jahr 2014 Daten über seinen Sender schicken sollen. Ziel des von der EU unterstützten WWF-Braunbärenprojekts in Rumänien ist ein wirksames Bärenmanagement in einem 270.000 Hektar großen Gebiet, das die nachhaltige Entwicklung der Region miteinschließt.
Weitere Informationen:MMag. Franko Petri, Pressesprecher WWF, Tel. 01-48817-231, Email: franko.petri@wwf.at
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
WWF: Renaturierungsprojekte auf über 67 Kilometern im „Amazonas Europas“
WWF-Bilanz zu fünf Jahren UNESCO-Biosphärenpark Mur-Drau-Donau: Maßnahmen zur ökologischen Aufwertung von über 67 Kilometern Flussabschnitten und Seitenarmen teils abgeschlossen oder in Umsetzung – Pläne für weitere 270 Flusskilometer liegen vor
Good News: Nachwuchs in Inas ausgewilderter Bison-Herde
Vor 8 Monaten wurden die Tiroler Bison-Kuh Ina und ihre Herde nach Aserbaidschan umgesiedelt. Und das Projekt zeigt Erfolge: Die Herde hat sich gut eingelebt und es wurde sogar bereits das erste Kalb geboren.
WWF: Vorarlberg schwächt Naturschutz und Rechtssicherheit
Scharfe Kritik zum Begutachtungsende: Kontrollrechte bei Großprojekten fallen weg – Naturschutzanwaltschaft an 20 Stellen beschnitten – Schutzstreifen an naturnahen Ufern auf fünf Meter reduziert
WWF-Umfrage: Führungskräfte sehen ökologischen Umbau als Wettbewerbsvorteil
Europäische Führungskräfte befragt: 55 Prozent bewerten Folgen der EU-Deregulierung negativ oder gemischt – WWF fordert verlässliche Umweltpolitik statt Zick-Zack-Kurs
Namlosbach: WWF kritisiert irreführende Aussagen der E-Werke Reutte
Massiver Eingriff in geschützten Bach wird als ökologisch unbedenklich dargestellt – WWF kritisiert Schönfärberei und fordert Projektstopp
Artenschutzprojekt im Kaukasus erfolgreich: Herde mit Tiroler Bison-Kuh „Ina“ wächst
WWF-Auswilderungsprojekt mit europäischen Bisons zeigt Erfolge: Herde gut eingelebt, erstes Kalb geboren – Population steigt auf 90 Tiere – GPS-Sender verfolgen Bewegungen – Weitere Auswilderungen geplant
WWF-Auswertung: Tötungskontingente für über 1.000 Biber in sechs Bundesländern
WWF kritisiert EU-rechtswidrige Verordnungen und ausgehebelte Einzelfallprüfungen – Tötungen können zwei Jahrgänge von Jungtieren treffen – Vorrang für Prävention gefordert
WWF zur UVP-Novelle: Umweltprüfung für Rechenzentren muss strenger werden
Aufnahme ins UVP-Gesetz positiver erster Schritt – WWF fordert niedrigere Schwellenwerte für UVP-Pflicht – In schutzwürdigen Gebieten ist geplanter Wert zehn Mal höher als ökologisch vertretbar













