Neuer Bericht des Österreichzentrums: Rückgang auf acht Wolfsrudel im Vorjahr, nur wenige Welpen, Rekordzahl an Abschüssen – WWF fordert mehr Herdenschutz
Das blutige Geschäft mit den Zähnen
Schlimmer denn je tobt der Wildereikrieg in Afrika. Hochprofessionelle Banden jagend Elefanten mit Nachtsichtgeräten, Maschinengewehren und Helikoptern wegen ihrer Stoßzähne. Bis zu 30.000 Elefanten werden so in Afrika jährlich getötet. Am 12. August, dem Welttag des Elefanten, fordert der WWF ein entschlossenes gemeinsames Vorgehen gegen international organisierte Wildererbanden.
Gerade erst wurden am 6. August in Hongkong mehr als 1.100 Stoßzähne vom Zoll beschlagnahmt. Sie befanden sich in einem Container aus Nigeria, der als Holzlieferung deklariert war. Die gesamte Lieferung mit 13 Hörnern von Rhinozerossen und fünf Leopardenfellen soll einen Wert von rund 5,3 Millionen US-Dollar haben. Davor waren im Juli ebenfalls in Hongkong bereits zwei Tonnen Stoßzähne im Wert von 2,25 Millionen Dollar beschlagnahmt worden.

Die Zoll-Erfolge bei der Aufdeckung von illegalem Artenschmuggel stellen dabei nur die Spitze vom Eisberg dar. „Die jüngsten Funde in Hongkong entsprechen etwa 600 getöteten Elefanten. Wenn wir davon ausgehen, dass nur wenige Prozent des illegalen Handels aufgedeckt werden, stehen hinter dem Fund in Hongkong weitere Tausende gewilderte Tieren, deren Zähne erfolgreich geschmuggelt werden konnten. Dabei scheuen die Schmuggler keine Mühen – es wurde schon Elfenbein verpackt als Schokoriegel sichergestellt, “ sagt Volker Homes, Leiter Artenschutz WWF Deutschland.

Zu den größten Absatzmärkten des illegalen Elfenbeins zählen bislang China und Thailand. Diese Hauptabnehmerländer für Elfenbein müssen dringend effektive Maßnahmen zur Nachfragereduktion umsetzen. Die thailändische Premierministerin Yingluck Shinawatra kündigte im März diesen Jahres an, den Elfenbeinhandel in Thailand verbieten zu wollen. Das Land gilt als besonders problematisch, da dort Stoßzähne aus nationalen Asiatischen Elefantenbeständen legal gehandelt werden können. Dieses gesetzliche Schlupfloch wird für den Verkauf von Elfenbein Afrikanischer Elefanten in alle Welt genutzt. Doch bisher blieb die Ministerin den angekündigten Aktionsplan schuldig. In Thailand selbst leben noch ungefähr 2.500 Elefanten – so viele wie jeden Monat im Jahr 2012 in Afrika getötet wurden.
Rückfragen
News
Aktuelle Beiträge
Brutsaison am Inn: WWF und BirdLife appellieren für mehr Rücksicht auf seltene Kiesbrüter
Gefährdete Vogelarten brüten am Inn – Steigende Bestände bei Flussuferläufern geben Hoffnung – Naturschutzorganisationen warnen vor Störungen durch Menschen
Steiermark: WWF kritisiert Frontalangriff auf den Artenschutz
Naturschutzorganisation warnt vor ökologischen Folgen und rechtlichen Problemen – Umdenken der Landesregierung gefordert
Energieeffizienz: Österreich seit sechs Monaten säumig bei EU-Richtlinie, 2030-Ziel wackelt
Stillstand bei Umsetzung verschärft Energiekrise und erhöht Abhängigkeit von Importen – Anhaltende EU-Vertragsverletzung könnte Österreich Millionen kosten – WWF fordert rasches Gegensteuern
Tennis-Star Dominic Thiem engagiert sich für seltene Donau-Störe
Prominente Hilfe für den Artenschutz – Naturschutzorganisation WWF bekommt Unterstützung im Einsatz für die am stärksten bedrohte Tiergruppe der Welt
WWF warnt vor rechtswidriger Wolfsverordnung in Vorarlberg
Naturschutzorganisation kritisiert Begutachtungsentwurf und befürchtet pauschale Abschüsse durch die Hintertür – Forderung nach Überarbeitung und mehr Herdenschutz
Good News: Schon wieder Gorilla-Zwillinge im Virunga-Nationalpark
Gleich zwei Zwillingsgeburten bei den Berggorillas im Virunga-Nationalpark sorgen für Aufsehen. Feldteams konnten bereits beobachten, dass die Tiere innerhalb ihrer Familie einen bemerkenswerten Zusammenhalt zeigen.
WWF: Neue Salzburger Wolfsverordnung widerspricht europäischem Artenschutzrecht
Naturschutzorganisation kritisiert die geplanten anlasslosen Tötungen von Wölfen – Vorgehen gegen geschützte Wildtiere ist in Salzburg völlig überschießend
WWF: Interne Akten zeigen schwere Mängel beim Kraftwerksausbau Kaunertal
23 Nachforderungen, jede zweite betrifft Sicherheitsfragen – Tiwag-Unterlagen unvollständig, zentrale Risiken trotz Nachreichungen immer noch ungeklärt – WWF fordert Stopptaste für UVP












