WWF-Auswilderungsprojekt mit europäischen Bisons zeigt Erfolge: Herde gut eingelebt, erstes Kalb geboren – Population steigt auf 90 Tiere – GPS-Sender verfolgen Bewegungen – Weitere Auswilderungen geplant
Delfine im Mekong: Die letzten ihrer Art!
Wien/Phnom Penh, 18. Juni 2009 – Nur noch knapp 70 Irawadi-Delfine leben im Mekong, in einem 190 Kilometer langen Flussabschnitt zwischen Kambodscha und Laos. Diese Säuger stehen demnach noch näher vor dem unmittelbaren Aussterben, als bislang angenommen. Wie eine aktuelle Studie des WWF Kambodscha belegt, wurden allein in den letzten fünf Jahren insgesamt 88 Delfine tot aufgefunden. Über 60 Prozent davon waren Delfinkälber im Alter von weniger als zwei Wochen. Die Hauptursache für diesen dramatischen Verlust liegt in der starken Wasserverschmutzung durch Umweltgifte.
Aktuellen Schätzungen zufolge gibt es nur noch zwischen 64 und 76 Mekong-Delfine. Somit sterben mehr Delfine, als geboren werden. „Die Untersuchungen der toten Delfine haben ergeben, dass die Tiere an einer Bakterienerkrankung verendet sind“, erklärt die Autorin der WWF-Studie, Dr. Verné Dove. „Normalerweise wäre diese Erkrankung nicht lebensbedrohlich, doch das Immunsystem der Delfine war durch Umweltschadstoffe so stark angegriffen, dass sie den Tod der Tiere verursacht hat“, so die Veterinärin. Die Forscher fanden in den Tierkörpern giftige Rückstände von Pestiziden wie DDT, sowie von organischen Umweltgiften wie dem weltweit verbotenen, krebserregenden PCB. Diese Schadstoffe stellen nicht nur für die extrem bedrohten Delfine, sondern auch für die am Fluss lebenden Menschen – die dasselbe Wasser und dieselben Fische konsumieren – eine große Gefahr dar.
Die tödlichen Schadstoffe werden im Mekong über mehrere Landesgrenzen hinweg flussabwärts gespült. Der WWF Kambodscha untersucht derzeit, wo die Quellen der Umweltverschmutzung liegen. In den toten Delfinen wurden neben DDT und PCB auch große Mengen an Quecksilber gefunden. Dieses Schwermetall wird vermutlich bei Arbeiten in Goldminen freigesetzt. Es zerstört das Immunsystem und macht die Delfine dadurch erheblich anfälliger für Infektionen.
„Um das Aussterben der Delfine noch aufzuhalten, müssen als erster Schritt die Ursachen der Gewässervergiftung beseitigt werden!”, erklärt Jutta Jahrl, Artenschutzschutzexpertin des WWF Österreich. “Dies kann nur durch ein grenzübergreifendes Schutzprogramm zwischen Kambodscha und Laos erfolgen“, so Jahrl weiter. Eine weitere Ursache für die hohe Sterberate sieht die Artenschutzexpertin im durch Inzucht stark begrenzten Genpool der Delfin-Population. Auch Netz- und Dynamitfischerei und Flussverbauung machen den sympathischen Tieren den Garaus.
“Es ist erstaunlich, wie rasch sich Populationen von Walen und Delfinen erholen können, wenn ihr Lebensraum durch wirksame Maßnahmen geschützt wird“, sagt Jahrl. Für den Irawadi-Delfin, der seit 2004 als vom Aussterben bedrohte Tierart auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN steht, könnte es sonst zu spät sein.
Faktenblatt zum Download unter: www.wwf.at/presse
Rückfragehinweis und Fotos:
Claudia Mohl, WWF-Pressesprecherin, Tel. 0676/83 488 203
Jutta Jahrl, WWF-Artenschutzexpertin, Tel. 0676/83 488 264
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