EU-Kommission kündigt Überprüfung zentraler Naturschutz-Richtlinien für 2027 an – WWF warnt vor leichteren Abschüssen und mehr Eingriffen in Schutzgebiete – „Wild sein ist kein Verbrechen“
Der erste Storch ist wieder da!
Wien, Marchegg am 19. März 2009 – Gestern landete der erste Weißstorch im WWF-Reservat Marchauen im niederösterreichischen Marchegg. Dieses 1.120 Hektar große Naturschutzgebiet zwischen den Gemeinden Marchegg und Zwerndorf ist eines der wichtigsten Vogelparadiese vor den Toren Wiens. Heuer sind die Bedingungen für ein nachwuchsreiches Storchenjahr besonders günstig: Wegen der häufigen Niederschläge dieses Winters sind die artenreichen Nahrungswiesen seit Wochen überschwemmt. „Unsere Auwiesen sind für die Störche ein wahres Schlaraffenland voller Frösche, Krebse und Kleinfische“, freut sich WWF-Reservatsleiter Gerhard Neuhauser. „Nach ihrer monatelangen Reise können die Störche jetzt wieder ordentlich Kraft für eine turbulente Brutsaison tanken“, so Neuhauser.
Die March-Thaya-Auen gehören zu einem der wichtigsten und größten Refugien für die Artenvielfalt Mitteleuropas. Regelmäßige Überschwemmungen versorgen die flussbegleitenden Auwälder mit Nährstoffen. Die dadurch entstehenden, nahrungsreichen Feuchtwiesen sichern zahlreichen wertvollen Arten ihr Überleben.
Neben den Weißstörchen, deren bis zu 800 Kilogramm schwere Horste auf den riesigen, hunderte Jahre alten Eichen der Storchenkolonie vom WWF nach der Brutsaison 2007 teilweise „renoviert“ wurden, nutzen auch Schwarzstorch, Seeadler, Rotmilan und viele andere bedrohte Vogelarten das reiche Angebot des Auwaldes. „Die Sicherung einer naturnahen dynamischen Auenlandschaft entlang der Flüsse March und Thaya ist die wichtigste Voraussetzung für den Erhalt der imposanten Greifvögelwelt“, unterstreicht Neuhauser. Denn von den ehemals ausgedehnten Wiesenlandschaften der Region ist heute nur noch ein Bruchteil übrig geblieben.
Dem Erstankömmling im Marchegger Auenreservat werden in den nächsten Wochen weitere 90 bis 100 Vögel folgen. Die Storchenkolonie auf der Schlosswiese in Marchegg gehört zu den eindrucksvollsten Kolonien Mitteleuropas. 50.000 bis 60.000 Naturinteressierte besuchen jährlich die Storchen-Metropole. Letztes Jahr konnten im Auenreservat insgesamt 43 Brutpaare verzeichnet werden. 92 Jungvögel wurden 2008 flügge.
Die Vogelwelt des Naturreservates Marchauen/Marchegg wurde 2007 in einer vom Niederösterreichischen Landschaftsfonds ermöglichten Horstsschutz-Studie genau untersucht. Demnach brüten 11 verschiedene Schreit- und Greifvögel auf den insgesamt 236 Baum-Horsten des Vogelparadieses. Neben den Instandhaltungsmaßnahmen an den Horsten wurden vom WWF auch zahlreiche Eichen entmistelt, um optimale Lebensbedingungen für zukünftige Storchengenerationen zu schaffen.
Der WWF dankt den Österreichischen Lotterien, die das Programm zum Schutz der Marchauen des WWF seit vielen Jahren unterstützen.
Fotos zum Download finden Sie unter www.wwf.at/presse
Rückfragehinweis:
Claudia Mohl, WWF Pressesprecherin, claudia.mohl@wwf.at
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